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Musik verbindet
Musizierende Maulesel rockten die Halle

Mauleselrock vom Feinsten erlebten die „Partygäste“ mit der Orchestergemeinschaft und einigen Solisten am vergangenen Wochenende. In der Oberwürzbachhalle ging es heiß her.
Mauleselrock vom Feinsten erlebten die „Partygäste“ mit der Orchestergemeinschaft und einigen Solisten am vergangenen Wochenende. In der Oberwürzbachhalle ging es heiß her. FOTO: Cornelia Jung
Oberwürzbach. Zum zweiten Mal ersetzte die Orchestergemeinschaft „Musik verbindet“ ihr klassisches Jahreskonzert durch den „Mauleselrock“. Das Konzept ging wieder auf - den zahlreichen Partygästen gefiel die rockige Konzert-Variante.

Und sie haben es wieder getan. Die Musiker von der Orchestergemeinschaft „Musik verbindet“ veranstalteten am vergangenen Samstag zum zweiten Mal den „Mauleselrock“. Im vergangenen Jahr war die Premiere der Veranstaltung, die Blasmusik in ein etwas anderes, modernes Gewand gekleidet, so gut bei den Besuchern angekommen, dass das klassische Jahreskonzert auch 2018 durch eine heiße Party ersetzt wurde. Gut, Klassiker hatten die Musiker, die von Keyboard, Bässen, Schlagzeug und Gesang unterstützt wurden, trotzdem im Repertoire, auch wenn es sich eher um Klassiker der Rockgeschichte handelte.


Zum Medley von Marius Müller-Westernhagen oder Stevie Wonder sang der ganze Saal quer durch alle Generationen mit. Grenzen des unterschiedlichen Musikgeschmacks verschwammen, während die „Chöre“ von Mark Forster, „Ein Hoch auf uns“ oder auch „One moment in time“ von Whitney Houston mal kräftig, mal gefühlvoll mitgesungen wurden. In lockerer Runde standen die Besucher mit ihren Cocktails an den Stehtischen und warteten gespannt, welcher Song das Orchester unter Michael Christmann wohl als nächstes spielen würde. Die wenigen Sitzgelegenheiten wurden kaum genutzt, denn die Beine blieben bei den bekannten Rhythmen kaum ruhig und wollten bewegt werden. „Hinsetzen, still sein und zuhören“, wie in einem klassischen Konzert üblich, sei nicht das Ziel des Abends, so der Moderator. Wobei er sich korrigierte und hinzufügte, dass sich die Musiker schon Zuhören wünschten. „Vergessen Sie das Rocko del Schlacko.“

„Was ist Rock am Ring und Wacken?“, mit diesen Worten wurde von den Musikern gleich zu Beginn der Veranstaltung klar gemacht, dass die Oberwürzbacher mit „Mauleselrock“ ihre ganz eigene Form des Musikmachens gefunden haben. Und das Rezept ging auf. Man nehme also ein Blasorchester, einige Solisten, peppe das Outfit der Musiker mit neongelben Hosenträgern auf, beleuchte das Ganze effektvoll und erfreue das Publikum mit tanzbarer Musik von Bryan Adams über Earth, Wind & Fire bis Gloria Gaynor. Fertig ist die Mischung, die die Zuhörer, Mittänzer und (Gast-)Sänger unterhalb der Bühne so genossen. Rockig, soulig und funkig sollte es laut Orchester werden und wurde neben dem musikalischen Anspruch noch einem anderen Wunsch gerecht – ein Dorfgemeinschaftserlebnis organisiert zu haben.



„Das ist mal was ganz anderes als man sonst von einem Konzert gewöhnt ist“, sagte eine Besucherin, die die Mauleselrock-Premiere im vergangenen Jahr verpasste und dieses Format nun zum ersten Mal erlebte. „Hätten wir den ein oder anderen Künstler, den wir heute spielen, verpflichten wollen, hätten wir tief in die Tasche greifen müssen“, hieß es von der Bühne. So habe das Orchester „nur“ Zeit fürs Üben investieren müssen. Und das hat sich gelohnt. Und nicht nur das Publikum hatte Spaß an dem „Rock made in Werzbach“.

Auch die Musiker selbst schienen diesen Party-Abend sehnlichst erwartet zu haben. Dirigent Michael Christmann wechselte vor lauter Begeisterung manchmal ins Gesangsfach oder ließ ein paar Tanzschritte erkennen.

Mit „Thank you for the music“ von Abba traten die Eselrocker zum Bedauern der Partygäste von der Bühne ab. „Music“ von John Miles als Zugabe leitete dann zum „Rest des Abends“ über, denn mit der Band „Meengees“, die den Oberwürzbachern und ihren Gästen bereits vom ersten Eselrock und dem Dorffest bekannt war, ging die Party weiter. „Mir wurde zugetragen, im letzten Jahr wäre es etwas lasch gewesen und wir sollen mehr Power geben. Also singen wir das ,Kufstein-Lied‘“, sagte ein Bandmitglied und gab einige Takte davon zum Besten. Das war nur ein Joke, aber die Stimmung im Saal war so gut, dass selbst solche Musik aus den Alpen an diesem Abend das Zeug zum Partykracher gehabt hätte.