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Kirchenkonzert
Mendelssohns „Elias“ zum Volkstrauertag

Chorklang Caecilia St. Ingbert und die Evangelische Kantorei St. Ingbert sowie Mitglieder der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern traten beim Elias-Oratorium in der Hildegardskirche auf, dessen Leitung auch Christian von Blohn hatte.
Chorklang Caecilia St. Ingbert und die Evangelische Kantorei St. Ingbert sowie Mitglieder der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern traten beim Elias-Oratorium in der Hildegardskirche auf, dessen Leitung auch Christian von Blohn hatte. FOTO: Jörg Martin
St. Ingbert. In der St. Ingberter Hildegardskirche verbreitete das Oratorium am Samstagabend eine festliche Stimmung.

Wenn man als Veranstalter ein geistliches Konzert in einer Kirche durchführen möchte, ist es nicht gerade selbstverständlich, dass man mit einer hohen Resonanz rechnen kann. Handelt es sich dabei noch um ein großes Gotteshaus, stellt dies eine besondere Herausforderung dar. Diese Herausforderungen spielten beim diesjährigen, großen Herbstkonzert am Samstagabend in der Hildegardkirche keine Rolle. Das Gotteshaus war sehr gut besucht. Dabei handelte es sich um eine Veranstaltung der Pfarrei Heiliger Ingobertus im Rahmen des Kulturringes der Stadt St. Ingbert, die in Zusammenarbeit mit dem Fördervereinen Kirchenmusik St. Hildegard und für Kirchenmusik an der Martin-Luther-Kirche sowie an der Christuskirche stattfand.


Mit dem Konzert setzte sich eine Tradition fort, die bereits seit über zwei Jahrzehnten andauert. Ideengeber war der frühere Dirigent der Evangelischen Kantorei Helmut Haag. Er setzte mit der Zusammenarbeit von Chorklang Caecilia St. Ingbert und seinem Klangkörper auch ein Zeichen hinsichtlich einer lebendigen und funktionierenden Ökumene. Die Leitung hatten jeweils zur Hälfte des Konzerts Christian von Blohn und Carina Brunk. Das Konzert passte am Vorabend des Volkstrauertages zur Stimmung. Dazu trugen insbesondere die Sänger bei: Elizabeth Wiles (Sopran), Elena Kotchukova, (Alt), Algirdas Drevinskas (Tenor) und Konstantin Ingenpass (Bass). Mitglieder der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern stellten das Orchester dar.

Auf dem Programm stand das Oratorium für Soli, Chor und Orchester „Elias“ von Felix Mendelssohn (1809 bis 1847). „Elias“ bedeutet übersetzt soviel wie „Jahwe ist mein Gott“. Die Elias-Geschichte ist im Alten Testament angeordnet. Die Gestalt des Elias faszinierte Mendelssohn sehr. Er sah in ihm eine starke Persönlichkeit. Nach seinem Erfolg mit seinem Oratorium Paulus, reifte bei ihm 1836 die Idee, die Figur des Elias musikalisch umzusetzen. Doch es dauerte neun weitere Jahre, bis er zur Tat schreiten konnte. Am 26. August 1946 kam das Werk in Birmingham zur Uraufführung. Ein Jahr später war es erstmals in Köln zu hören.



In St. Ingbert waren zwei Dinge vordergründig: Zum einen die vier Solisten, die sowohl beim gemeinsamen Auftritt, als auch einzeln überzeugten. Zum anderen vor allem die weiblichen Stimmen der beiden Chöre. Sie gaben dem Werk angesichts der hellen Stimmen eine besondere Note. Das Konzert setzte aber auch ein Zeichen für so manchen Kirchenchor und für so manche Kantorei, die unter Nachwuchssorgen leidet. Es hat ihnen sicherlich Mut machen können, wenn man sieht, was durch eine solche Zusammenarbeit erreichbar ist. Stehende Ovationen in der gesamten Kirche sowie minutenlanger Beifall waren der Lohn für ein zweieinhalbstündiges, attraktives Programm.

Weitere Mitwirkende bei diesem Konzert waren: Johanna Kuhn (Knabe), Singschule St. Ingbert (Engelsterzett) und das „Heilig Quartett“: Bettina Schindler, Monika Hauck, Annemarie Strempel und Heike Scholz.