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Brunnenfest
Ohne Gehannsdaa auch kein Brunnenfest

Marianne Haselmaier und Silvia Kolanski vom Marienverein Rohrbach überreichten Pfarrer Marcin Brylka nach dem Gottesdienst anlässlich des Johannistages am Sonntag eine Spende für die Renovierung der Pfarrkirche.
Marianne Haselmaier und Silvia Kolanski vom Marienverein Rohrbach überreichten Pfarrer Marcin Brylka nach dem Gottesdienst anlässlich des Johannistages am Sonntag eine Spende für die Renovierung der Pfarrkirche. FOTO: Cornelia Jung
Rohrbach. Pfarrer Marcin Brylka verwies auf den Ursprung der Feste und freute sich am Ende des Gottesdienstes über eine Spende.

„Ohne Johannes den Täufer gebe es keinen Gehannsdaa, ohne ihn auch keinen Johannesbrunnen. Und ohne diesen wiederum gebe es auch kein Brunnenfest. Das gehört alles zusammen“, sagte Pfarrer Marcin Brylka zur Eröffnung des kleinen Festes Im Eck am Samstag.


Damit verwies er auf den Ursprung des Festes, der im Geburtstag des Bußpredigers und Propheten begründet liegt, der am 24. Juni gefeiert wird. Der Namenstag von St. Johannes wurde früher in Rohrbach ganz groß zelebriert, seit der Preußische Rohrbacher Knappenverein 1868 diesen Namenstag für seine Fahnenweihe wählte. Sonntagmorgens zogen die in den preußischen Gruben beschäftigten Bergleute mit Musik und Patronatsfahne nach St. Ingbert in die Engelbertskirche zum Gottesdienst, denn zum damaligen Zeitpunkt hatte Rohrbach noch kein Gotteshaus. Im Laufe der Jahre fanden rings um diesen Tag viele Feste und Aktivitäten statt. Am „Gehannsdaa“ wie er im Volksmund genannt wird, wurden Sonnenwendfeiern veranstaltet, Kinderumzüge, in den Wirtschaften gab es das Rohrbacher Spezialgericht „Stampes“, es fanden Tanz- und Sportveranstaltungen statt.

Von überallher strömten die Menschen nach Rohrbach, um das bunte Treiben in den Straßen und Wirtshäusern zu genießen. Verkaufsstände, Schaubuden, Karussells und Schiffsschaukel boten Unterhaltung für alle Generationen. Viel ist von diesem Trubel nicht mehr übrig, doch so wie am vergangenen Samstag laden die Kahlenbergfreunde aller zwei Jahre zum Fest am Johannesbrunnen ein. Es gibt lecker Essen und Trinken, man sitzt gemütlich beisammen und es gibt Musik. Dieses Mal waren „Die Laabtaler“ für die musikalische Kurzweil zuständig.



Alljährlich erinnern die Knappen auch heute noch mit einer Kirchenparade an den Tag ihrer Fahnenweihe und auch in der Pfarrkirche St. Johannes wird der Johannistag mit einer Eucharistiefeier festlich begangen. Diese wurde am Sonntag vom katholischen Kirchenchor gemeinsam mit den Musikern des Pfarrorchesters unter der Leitung von Norbert Feibel gestaltet. Dem Heiligen zu Ehren erklangen die Missa in G-Dur von Max Fike sowie die Motette „Jauchzet dem Herrn“ von Robert Carl.

Am Ende des Gottesdienstes gab es vom Marienverein ein besonderes Geschenk für das Kirchengebäude. Er übergab dem Pfarrer einen Scheck über 10 000 Euro. Geld, das über die Jahre aus dem Erlös von Festen und anderen Aktivitäten zusammengekommen war . „Ist da nicht eine Null zu viel?“, wunderte und freute sich Marcin Brylka zugleich über diesen reichlichen Geldsegen, der zur Renovierung der Kirche verwendet wird. Die Finanzspritze wird dringend gebraucht und decke ein Viertel der Malerkosten ab. „Es ist gut, wenn man so einen Verein in der Pfarrei hat“, bedankte er sich bei den Spendern.