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Nun gibt es statt Geschenken eine „Kletterruine“ für Kinder

St Ingbert. Anlässlich seiner Amtsniederlegung bekam Notar Wilhelm Burgemeister Geldspenden. Der Rotarier entschied sich für die Kita St. Franziskus als Nutznießer. Den Rotary Club überzeugte das Konzept von der „Kletterruine“. Cornelia Jung

. Die Klostermauer von St. Franziskus, die auch im hinteren Bereich der gleichnamigen Kindertagesstätte verläuft und das Gelände vom Kulturhaus trennt, ist in die Jahre gekommen. Bereits vor Wochen neigten sich Teile der 94 Meter langen, zwei Meter hohen und 100 Jahre alten Backsteinmauer bedenklich Richtung Villa Martin. Nun gehorchten Teile von ihr der Schwerkraft und stürzten um. Zeit, etwas zu unternehmen.

Die Leiterin der Kita hatte die Idee, aus der Not eine Tugend zu machen und die Steine einer sinnvollen Wiederverwendung zuzuführen. Das Projekt "Kletterruine" war geboren und nahm unter der Federführung von Ralf Bohde und Patrick Brendel, die bereits beim Spielplatz am Staden Ideen umsetzten, schnell Gestalt an. "Bildung für nachhaltige Entwicklung begleitet uns seit Jahren", so Ursula Hornig, "wir haben schon ein selbst gebautes Baumhaus und so haben wir geschaut, was wir vor Ort haben und was wir davon nutzen können." Zirka 5000 Steine der alten Mauer werden mit Elternhilfe vom Mörtel befreit, um im Mai auf der Spielwiese als "Kletterruine" wieder sichtbar zu werden.

Die neue Mauer, die mit Verzierungen und Durchgängen gestaltet wird, windet sich dann mit unterschiedlich hohen Bereichen bis maximal 1,20 Höhe über 16 Meter Länge dort, wo heute noch spärliches Gras wächst. Sogar ein Rohr für Briefpost soll es geben. Ein Kletterparadies, das alle Altersgruppen in der Kita und im Hort ansprechen soll. Die Umsetzung der Idee mit Recycling, nachhaltigem Nutzen, Spaßfaktor für die Kinder und vor allem mit dem Engagement der Eltern überzeugte den St. Ingberter Rotary Club "restlos", der für diese Baumaßnahme am Samstag 5000 Euro übergab, während zwölf Papas im Hintergrund bereits als "Mauerspechte" wirkten. Rotarier Wilhelm Burgemeister, der im August 2014 seinen letzten Arbeitstag als Notar hatte, bat seine Gäste nicht um Geschenke, sondern um Geldspenden für ein rotarisches Projekt, das er sich in Absprache mit den Club-Mitgliedern selbst aussuchen durfte. "Kinder sind unsere Zukunft", sagte er bei der Überreichung der Spende und bekam ein Dankeschön-Bild, das die Kita-Kinder von St. Franziskus gemalt hatten. Pfarrer Andreas Sturm und Manfred Bieg als Vertreter des Verwaltungsrates freuten sich ebenfalls über diese "Hilfe zur Selbsthilfe", wie es Burgemeister nannte. "Der erste Teil des Geldes wird bereits bald für das Ausheben des Fundaments benötigt", informierte Hornig die Spender.