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Neuer Autoscooterbesitzer würde gern wieder nach St. Ingbert

Mit ihren Autoscootern war die St. Ingberter Familie Sartorio über Jahrzehnte fester Angebots-Bestandteil auf dem Kirmesplatz der Mittelstadt. Archivfoto: Kerstin Keller
Mit ihren Autoscootern war die St. Ingberter Familie Sartorio über Jahrzehnte fester Angebots-Bestandteil auf dem Kirmesplatz der Mittelstadt. Archivfoto: Kerstin Keller
St. Ingbert. In dem Streit um den Autoscooter auf der St. Ingberter und der Rentrischer Kirmes meldet sich nun Schausteller Roland Haddzis zu Wort. Er hat das Fahrgeschäft, um das es geht, den St. Ingberter Schaustellern Sartorio abgekauft. Yvonne Handschuher

In flotten Schlitten geht es zu fetziger Discomusik und bunten Lichtern immer wieder im Kreis herum. Natürlich gibt es Rowdys, die einem in die Seite oder von hinten hineinfahren. Auch wenn es einen dann ziemlich durchschüttelt - Autoscooter machen Spaß. Das finden auch Roland Haddzis und Karin Sartorio, deren Augen geradezu funkeln, wenn sie von diesem flotten Fahrgeschäft berichten.



Krankheitsbedingt verkauft

Die St. Ingberterin Sartorio war mit ihrer Familie jahrzehntelang mit ihrem Autoscooter auf der St. Ingberter Kirmes vertreten. Dann musste die Familie das Fahrgeschäft krankheitsbedingt verkaufen und der Nachfolger Haddzis versuchte auf der St. Ingberter Kirmes Fuß zu fassen (wir berichteten mehrfach). Fehlanzeige! Beim Ordnungsamt wurde ein Punktesystem eingeführt, nachdem die Stellplätze vergeben werden und Haddzis war raus. "Der Schausteller, der den Zuschlag bekommen hat, hat zwar einen neueren Autosscooter, aber unserer ist generalüberholt, hat Tüv und keine Beschädigungen", so Haddzis im Gespräch mit unserer Zeitung. Er berichtet auch, dass er sich nach einem ersten Gespräch mit Oberbürgermeister Hans Wagner nach der Übernahme darauf verlassen habe, dass alles beim alten bleibe. Denn die Technik seines Autoscooter sei die Gleiche wie die des anderen. Haddzis sagt: "Dieses Punktesystem ist einseitig angelegt."

Karin Sartorio betont außerdem, dass ihr Autoscooter bei den Gästen immer gut angekommen sei. "Ich werde in St. Ingbert darauf angesprochen, wann unser Autoscooter mal wieder auf der Kirmes ist."

Als jetzt das Rentrischer Dorffest samt Kirmes anstand und Haddzis dort mit seinem Autoscooter seine Zelte aufschlagen sollte, war er es jedoch, der eine Absage erteilte. "Rentrisch alleine lohnt sich nicht. Das ist eine Nullrunde, die man machen kann, wenn man wie mit St. Ingbert zusammen einen Platz hat, der sich rechnet." Diesen Schritt, die Rentrischer Kirmes absagen zu müssen, bedauert der Schausteller jedoch sehr. Er sagt: "Ich wollte da niemanden hängen lassen, aber so geht es einfach nicht." Toll findet Haddzis an dem Rentrischer Dorffest, dass es ein "soziales Fest" sei, bei dem sich die Vereine einbringen, das Essen schmeckt und alles nicht zu teuer sei.

Haddzis würde sich wünschen, dass wenn er schon nicht mehr wie seine Vorgänger jedes Jahr bei der St. Ingberter Kirmes dabei sein kann, es wenigstens einen Wechsel geben könnte.

Kein Heimvorteil

Karin Sartorio bedauert: "Familie Haddzis hat uns den Autoscooter abgekauft und damit geholfen. Jetzt werden sie dafür bestraft." Vor allem sei es schade, dass es keinen Heimvorteil geben würde. Denn auch wenn Haddzis, der aus dem Saarbrücker Stadtteil Scheidt stammt und nun in Bischmisheim lebt, kein St. Ingberter sei, so seien doch die Sartorios alt eingesessene St. Ingberter - und von ihnen habe er das Fahrgeschäft schließlich. Karin Sartorio abschließend: "Ich würde Roland Haddzis gern helfen, dass es wieder klappt und er den Autoscooter auf der St. Ingberter Kirmes aufbauen darf."