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Neue Köpfe an Spitze der Grünen

St. Ingbert. In vielen Parteien grasiert der St. Ingberter Virus. Den kennen auch die Grünen. Deshalb hatte die Vorstellung des Vorstandes im Ortsverband St. Ingbert auch die Botschaft: "Wir hatten unsere Querelen, von der kommunalpolitischen Seuche sind wir aber nicht angesteckt." Den neuen Vorstand der St. Ingberter Grünen hat kürzlich eine Mitgliederversammlung gewählt Von SZ-Redakteur Manfred Schetting

St. Ingbert. In vielen Parteien grasiert der St. Ingberter Virus. Den kennen auch die Grünen. Deshalb hatte die Vorstellung des Vorstandes im Ortsverband St. Ingbert auch die Botschaft: "Wir hatten unsere Querelen, von der kommunalpolitischen Seuche sind wir aber nicht angesteckt." Den neuen Vorstand der St. Ingberter Grünen hat kürzlich eine Mitgliederversammlung gewählt. Im Vorstand sind fortan Susanne Baumann, Charlotte Mast und der Chemie-Professor Gerhard Wenz, zudem gehören ihm Jens-Peter Tillmanns (Schatzmeister) und Alexandra Lehmann (Schriftführerin) an. Mit Ausnahme der früheren OB-Kandidatin Charlotte Mast sind dies allesamt neue Köpfe, die für einen bewussten Neuanfang der Parteiarbeit stehen sollen. Bevor das Vorstands-Quartett, das zum Gespräch in die Redaktion gekommen war, jedoch den Neuanfang thematisierte, ging's erstmal um den grünen Schnee von gestern. War die jüngste Mitgliederversammlung in St. Ingbert doch eine Wiederholung, weil das Landesschiedsgericht der Grünen die Vorstandswahlen im August 2012 für ungültig erklärt hatte. Damals hatten etliche Neumitglieder mitgestimmt, die ohne gemeinsamen Beschluss des alten Vorstands aufgenommen wurden. Diesmal sei aber bei den Entscheidungen, die 33 von insgesamt 63 Mitgliedern der Grünen in St. Ingbert fällten, alles korrekt verlaufen, versicherte der neue Vorstand. Nicht weiter erläutern wollte dieser, wie die "Friedensangebote" vor der Versammlung aussahen. "Es gibt auch keine Schuldzuweisungen", meinte Gerhard Wenz. Nach dessen Einschätzung hatten und haben viele der persönlichen Konflikte innerhalb der St. Ingberter Grünen mit der Landespolitik zu tun, "doch die ist für die Arbeit unseres Ortsverbandes ohnehin nicht relevant".


Kein Grund für Spekulationen sei auch der Umstand, dass in der neuen Führungsspitze der St. Ingberter Grünen bekannte Namen wie Adam Schmitt oder Jürgen Berthold fehlen. "Das hat schlichtweg mit der Satzung der Grünen zu tun, die eine Trennung von Parteiamt und Mandat vorsieht", sagte Jens-Peter Tillmanns. "Selbst wenn die Stadtratsmitglieder wollten, dürften sie derzeit nicht für den Vorstand kandidieren." Das soll sich nach Tillmanns Angaben allerdings ändern. Die Grünen werden eine Kommission bilden, die eine neue Satzung erarbeiten soll. "Darin soll der Vorstand etwa um Beisitzer erweitert, aber auch die jetzige Unvereinbarkeit von Amt und Mandat geändert werden." Mit der neuen Satzung hat der Ortsverband der Grünen auch die Kommunalwahl im kommenden Jahr im Blick. Bis für diese Listen aufgestellt werden, soll die neue Satzung stehen.

Daneben will sich der neue Vorstand jetzt vor allem der Basis- und Jugendarbeit widmen. Junge Polit-Talente soll eine Stärkung der Grünen Jugend fördern, die Gründung kommunalpolitischer Arbeitsgruppen die Parteibasis stärken. Grüne Themen in St. Ingbert gebe es ohnehin etliche. Zu ihnen zählten die Einrichtung eines "Kita-Navigators" und die Verteidigung der kommunalen Wasserversorgung. Aber auch die Platzierung eines Familienhilfezentrums in der Innenstadt, bauliche Verbesserungen fürs Jugendzentrum oder die Schaffung von Studentenwohnungen im ehemaligen Arbeitsamt. "Die jetzige Unvereinbarkeit von Amt und Mandat soll geändert werden."



Jens-Peter Tillmanns, Vorstandsmitglied der Grünen St. Ingbert