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| 20:37 Uhr

Dengmerter Narrezunft
Närrische Reise durch wilde Achtziger

Der Schautanz des Tanzcorps der DNZ war das Highlight des Abends. Ein Tanz, den Peter Beck choreographierte, der selbst als „Möchtegern-König“ mittanzte. Damit verabschiedete er sich als Trainer und Aktiver von der närrischen Bühne.
Der Schautanz des Tanzcorps der DNZ war das Highlight des Abends. Ein Tanz, den Peter Beck choreographierte, der selbst als „Möchtegern-König“ mittanzte. Damit verabschiedete er sich als Trainer und Aktiver von der närrischen Bühne. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. „Zurück in die Achtziger“ war das Motto der Dengmerter Narrezunft bei ihrer Kappensitzung in der St. Ingberter Stadthalle. Von Cornelia Jung

Den Satz „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“ zitiert, wer nicht als ewig Gestriger gelten will. Aber dass sich ein Rückblick ins vergangene Jahrtausend lohnt, bewies die Dengmerter Narrezunft bei ihrer Kappensitzung am vergangenen Samstag. Unter dem Motto „Zurück in die Achtziger“ konnte es in der Stadthalle gar nicht bunt und schrill genug sein. Damals schlug die Musik Purzelbäume. Rock, Pop und Neue Deutsche Welle hatten gleichermaßen ihre Berechtigung. „Da, da, da“ auf der Bühne war alles zu sehen, was bei der DNZ Rang und Namen hat.

Sitzungspräsident Markus Seel wirbelte mit seinem Jogginganzug, den er vermeintlich „aus den Beständen von Modern Talking“ hatte, über die Bühne, animierte unter anderem an der Luftgitarre als Entertainer die Narren im Saal. Ob Modesünde oder nicht, die Kleidung, die man in den 80ern trug, war auffallend, aber auch bequem. Seel schenkte sich nichts. So wie die vielen anderen Akteure, die an diesem Abend auf der großen DNZ-Bühne standen. Den Auftakt bildeten die kleinen Bienchen der Schnullerbrigade des närrischen St. Ingberter Vereins, gefolgt vom Wuschd. Dieser wartete nach einjähriger Auszeit wieder mit pikanten Geschichten von „Seinem“, dem Wuschdelinchen, auf und gab Anekdötchen seiner Ärzteodyssee vom Darma- bis hin zum Arschäologen zum Besten.

Juniorenmariechen Marieke Dehm war mit ihrem Tanz auch allein ein Blickfang bei ihrem Auftritt, der eigentlich für zwei geplant war. Verletzungsbedingt fiel Kim-Joy Barthel aus, die sich aber die Genesungswünsche des Publikums persönlich in Form von Applaus abholte. Ausgefallen war auch die eigentliche Tanzpartnerin von Alexander Wenz. „Was hier kommt, hat es so noch nicht gegeben“, bereitete Seel die Gäste auf die Premiere vor, bei der die junge Selina Wengler mit Wenz ein Medley tanzte, das sie extra für diesen Abend einstudiert hatten. Denn Wenz, der mit seiner Partnerin Julia Mathei frischgebackener Vizesaarlandmeister im Paartanz ist, „hat es verdient auf dieser großen Bühne zu stehen“, wie der Elferratspräsident fand. Jede Gruppe der DNZ bekam ihre Zeit, manche, wie die Desperate Housewives mit ihrem achtminütigen, versuchten Ausbruch aus dem Hausfrauenalltag, gleich zweimal. Beim Bütten-„Duell“ von Maja und Klaus wurde der rote Teppich ausgerollt, den sich auch die Star Light Divas insgeheim vorstellten, die vor allem mit ihren Kostümen bestachen.

„What a feeling“ war die Musik der Eighties, die von der „DNZ-Allzweckwaffe“ Vanessa Löschner sowie den „Wilden 80ern“ um Florin Milz nochmal aktiviert wurde. Wie schnell man bei der DNZ zu einem festen Engagement kommt, schilderte „Flo“ selbst: „Voriges Jahr fragte man mich, ob ich nicht Bock hätte, bei der DNZ zu spielen. Und nun stehe ich hier.“ Es dürfte nach dem Riesenerfolg kaum eine Frage sein, dass er mit seinen „Kollegen“ in der nächsten Session wieder mit dabei ist.

Es gab während der Veranstaltung zwei Ehrungen des Verbandes saarländischer Karnevalsvereine für Richy Martin und Jörg Schmalenberger, die 33 Jahre in der Fastnacht unterwegs sind. Sie erhielten jeweils den Verdienstorden in Gold. Und es gab zwei Verabschiedungen von DNZlern, die über Jahre das Gesicht der Dengmerter Narrezunft mitgeprägt haben. Dessen bisheriger Vorsitzender Patrick Jost verlässt beruflich bedingt das Narrenschiff der DNZ und auch Peter Beck, selbst „Meistertänzer“ und Trainer vieler Aktiver, scheidet berufsbedingt aus.

Was für ein Verlust Beck sein wird, konnte man anhand des Aktiven-Schautanzes erahnen, der vor Bewegungsfreude und Ideenreichtum zu einer toll zusammen geschnittenen Musik nur so sprühte. Der im Tanzstück mit dem „Musik-Virus“ infizierte „Möchtegern-König“ Beck wurde zum Abschied zur „Ungekrönten Königin der DNZ“ geadelt. Es war ein Abend voller Musik, Farben und guter Laune selbst für jene, die die 80er nicht erlebt haben.

Der Schautanz der Jugend der DNZ erinnerte auch farblich an die 80er Jahre. Foto: Cornelia Jung
Der Schautanz der Jugend der DNZ erinnerte auch farblich an die 80er Jahre. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung