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Näher am Neubau als an Sanierung

Rohrbach. Der Rohrbacher Ortsrat machte sich ein Bild vor Ort vom Zustand der Turnhalle der Johannesschule. Alle Beteiligten, Schule, Ortsrat und Kreis, sehen Handlungsbedarf. Noch ist allerdings Geduld gefragt: Ein bis eineinhalb Jahre kann es bis zu Änderungen dauern, so Gerhard Mörsch vom Kreis. Cornelia Jung

. Nachdem der Rohrbacher Ortsrat sich vor seiner jüngsten Sitzung vom schlechten Zustand des Sportplatzes gegenüber der Gemeinschaftsschule überzeugt hatte, ging es "sportlich" weiter. Bereits die Zuwegung vom "Unterdorf" zur Schule oder den Sportanlagen sollte nur benutzen, wer sicher auf den Beinen ist, denn die Treppe ist marode, zwischen den einzelnen Stufen klaffen Löcher. Doch der eigentliche Besichtigungstermin galt der Schulturnhalle, in der auch Vereine trainieren.

"Frau Fritz, wieviel Eimer stellen wir auf, wenn es wieder regnet?", diese Frage des Ortsvorstehers an die Schuleiterin sprach Bände. Susanne Fritz relativierte die Mengen an eindringendem Regenwasser und beschrieb das Klima in der Halle so: "Hier nimmt es einem den Atem, wenn man reinkommt." Auch wenn es so riecht, Schimmel ist es nicht. Das stellte ein Gutachter im Auftrag der Kreisverwaltung fest. Ein Gesundheitsrisiko besteht hier nicht, auch wenn die Umkleidekabinen und die hygienischen Zustände der Toiletten alles andere als angenehm sind. Die Decke in der Umkleide weist Schäden auf, die komplette Hallendecke ist seit zwei Wochen mit einem Netz abgehängt. "Aber nicht, weil da was heruntergefallen ist, sondern weil der Gasbeton einfach sein Alter erreicht hat", so Gerhard Mörsch von der Kreisverwaltung. Bei dieser Vorsichtsmaßnahme gehe es darum, dass keine Bälle an den in die Jahre gekommenen Stein prallen und sich so Stücke lösen. Der Kreis werde durch Untersuchungen und präventive Maßnahmen seiner Pflicht in der "Übergangssituation" gerecht. Was das heißt, erklärte Mörsch den anwesenden Ortsratsmitgliedern. Man könne nicht die Toiletten, die Halle oder auch das alte Schwimmbad, das als künftige Aula im Gespräch war, als Einzelmaßnahmen betrachten und sanieren, sondern müsse das als Komplex sehen.

Im Kreis hätte man sich bereits einen Überblick über die nötigen Arbeiten verschafft und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass man einem Neubau näher sei als einer Sanierung, da sich die benötigten finanziellen Mittel nicht groß unterscheiden. Ein Neubau, der Jahrzehnte hält, ist allemal besser als ein alter Korpus von 1962 mit einem modernen Gesicht, der irgendwann wieder auf der Sanierungs-Liste steht, so die einhellige Meinung. Allerdings müssten die derzeitigen Nutzer noch einen längeren Atem von ein bis eineinhalb Jahren beweisen, so Mörsch, bis die politischen Weichen gestellt sind und rechtskräftige Entscheidungen getroffen werden können.

Dass gehandelt werden muss, steht bei allen Beteiligten, der Schule, dem Ortsrat und dem Kreis, außer Frage. Wie die endgültige Sportstätten-Lösung aussehen wird, bleibt abzuwarten. Die Rohrbacher wollen diesen langen Atem beweisen, da eine Lösung in greifbare Nähe zu rücken scheint.