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Mut und Zuversicht in Gersheim

Gersheim. Gersheims Bürgermeister Alexander Rubeck (CDU) will trotz angespannter Haushaltslage nach Möglichkeiten suchen, die Gemeinde weiter voranzubringen. Wie Rubeck am Mittwochabend beim Neujahrsempfang der Gemeinde vor rund 300 Gästen betonte (wir berichteten), gelte dies auch für Bereiche, für die die Gemeinde nicht direkt zuständig sei Von Merkur-Mitarbeiter Joachim Schickert

Gersheim. Gersheims Bürgermeister Alexander Rubeck (CDU) will trotz angespannter Haushaltslage nach Möglichkeiten suchen, die Gemeinde weiter voranzubringen. Wie Rubeck am Mittwochabend beim Neujahrsempfang der Gemeinde vor rund 300 Gästen betonte (wir berichteten), gelte dies auch für Bereiche, für die die Gemeinde nicht direkt zuständig sei. "Viele Autofahrer kennen den bemitleidenswerten Zustand der Landesstraße 105 im Abschnitt zwischen Bliesdalheim und Gersheim, und erfahrene Kommunalpolitiker wissen, wie lange wir schon um die Sanierung der Strecke kämpfen. In diesem Jahr wird es endlich soweit sein, und ich denke, wir können uns das als Gemeinde durchaus ein wenig auf die Fahnen schreiben, weil wir beharrlich und mit Nachdruck dafür bei der Landespolitik und dem Landesbetrieb für Straßenbau geworben haben", so der Bürgermeister. Mit der L 105 brauche man eine gute Anbindung des Gewerbe- und Industriegebietes, und Gersheim habe seinen Teil dazu beigesteuert, indem man das Straßennetz innerhalb dieses Gebietes erneuert habe. Positiv zu werten seien auch die Arbeitslosenquote und die Kriminalitätsrate. Beide Statistiken sagten etwas über die Lebensqualität aus.



"In der Gemeinde Gersheim sind so wenige Menschen ohne Arbeit wie fast nirgendwo sonst im Saarland, die Arbeitslosenquote bewegte sich zuletzt - und das ist keine Eintagsfliege, sondern der Trend der letzten Jahre - um Werte zwischen 4,0 und 3,5 Prozent. Das verdanken wir auch einem Umfeld, in dem zahlreiche Industriearbeitsplätze bei namhaften Betrieben innerhalb kurzer Distanzen angeboten werden. Bei der Kriminalitätsrate bewegen wir uns seit Jahren gemeinsam mit anderen ländlichen Kommunen, insbesondere mit Oberthal und unserer Nachbargemeinde Mandelbachtal, ganz am Ende der amtlichen Statistik, und da ist es nun wirklich mal ein Segen, Schlusslicht zu sein", so Rubeck. Zuvor hatte der Bürgermeister darauf hingewiesen, dass er trotzt schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen bei seinem Ziel, die Gemeinde familienfreundlicher zu machen, bleibe. Die Gemeinde Gersheim gehöre zu den am höchsten verschuldeten Kommunen des Saarlandes.

Zwar sei Gersheim bei der seit 2011 geltenden Schuldenbremse erfolgreich und könne diese auch 2013 einhalten, aber in den nachfolgenden Jahren gingen die Einsparmöglichkeiten "schlicht und ergreifend zur Neige''. Sorge bereitete ihm auch die demographische Entwicklung, die zu einem höheren Altersdurchschnitt und zum Rückgang der Bevölkerungszahl führe: "Für unsere Gemeinde heißt das konkret, dass die Bevölkerungszahl von heute knapp 7000 auf etwa 6200 im Jahr 2030 sinkt. Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Geburten im Verhältnis zu den Vorjahren auf einem zwar vergleichsweise guten Niveau stabilisiert, es waren 45, denen aber 83 Sterbefälle gegenüberstehen. Ich glaube, diese beiden Zahlen muss man nicht weiter kommentieren, das macht die Herausforderung auf einen Schlag deutlich."

Meinung

Ein Quantum Trost

Von Merkur-Mitarbeiter

Joachim Schickert

Nein, er ist kein Typ, der Trübsal bläst: Bürgermeister Alexander Rubeck blickt voraus, will trotz des schwierigen Umfeldes die Gemeinde Gersheim weiter voranbringen. Dabei verschweigt er keineswegs die Probleme, die die Gemeinde hat und noch auf sie zukommen werden: Die Finanzdecke ist dünn, die demographische Entwicklung bereitet Sorgen. Doch sein Quantum Optimismus und Trost hat Rubeck auch zu Beginn seines vierten Jahres als Bürgermeister bewahrt. Das ist gut und macht so manchen Bürgern gewiss Hoffnung, nicht allzu schwarz zu sehen. Der Gersheimer Bürgermeister will seinem Motto treu bleiben: Gerade die Kommunalpolitik muss die Politik der kleinen Schritte sein, die alle zusammen genommen aber dann ein großes Wegstück ergeben.