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Musiker proben für den Einsatz mit Stargast

Oberwürzbach. "Sehr schön", lobt Dirigent Horst Gönitzer sein Orchester, als dieses gerade bei der Probe des Musikvereins Hochscheid-Reichenbrunn das Stück "1958" gespielt hatte. Nichts Ungewöhnliches sollte man meinen. Und doch: In der Unterkirche herrscht am ersten Werktag im neuen Jahr eine ganz besondere Atmosphäre Von SZ-Mitarbeiter Jörg Martin

Oberwürzbach. "Sehr schön", lobt Dirigent Horst Gönitzer sein Orchester, als dieses gerade bei der Probe des Musikvereins Hochscheid-Reichenbrunn das Stück "1958" gespielt hatte. Nichts Ungewöhnliches sollte man meinen. Und doch: In der Unterkirche herrscht am ersten Werktag im neuen Jahr eine ganz besondere Atmosphäre. Am kommenden Sonntag findet das alljährliche Konzert in der Oberwürzbachhalle statt. Dieses Mal mit einem besonderen Stargast: Der bekannte Blasmusik-Komponist und -arrangeur Kurt Gäble kommt und wird dirigieren.


Der Mann, dessen Stücke zahlreiche Blaskapellen unserer Region seit Jahren spielen und dessen Melodien vielen in Fleisch und Blut übergegangen sind. Deshalb heißt das Konzert, welches um 17 Uhr bei freiem Eintritt - Spenden werden nicht abgelehnt - in der Oberwürzbachhalle stattfindet, auch "Gäble kommt!". Im Untertitel: "Wir Musikanten - Das Konzert", was schon auf eine gewisse Verbindung zum 60-jährigen Starkomponisten aus dem Unterallgäu schließen lässt. Horst Gönitzer hat Gäble 2011 auf einem Dirigententag eines Verlages für Musikliteratur kennengelernt. "Das ist ein netter Typ. Recht umgänglich", beschreibt ihn der Oberwürzbacher Dirigent.

Schon damals hatte Gönitzer die Idee, das Idol nach St. Ingbert zu holen. Zuerst klärte er mit dem Vorstand die mögliche Finanzierung. Die Frage "Soll ich fragen, ob er kommt?", war dann nach Rücksprache mit Gäble auch möglich "Die Lieder liegen uns", meint Klarinettistin Sonja Wahrheit. Man habe ein Bild von Gäble, doch erst muss man sehen, wie der Mann so tickt. Das wird sich spätestens am Freitagabend herausstellen, wenn der Bayer zu den Proben in Oberwürzbach eintreffen wird. Auch den gesamten Samstag werden Musiker und Orchesterleiter nutzen, um sich aufeinander für das Konzert am Sonntagnachmittag abzustimmen. "Ich freue mich auf das Konzert", sagt Eva Becker. Der Querflötistin geht es hauptsächlich um den Spaß an der Freude. Ganz auf ihren Stammorchesterleiter werden die Hochscheid-Reichenbrunner jedoch nicht verzichten müssen: Horst Gönitzer wird einen Teil der Titel auch dirigieren. "So ein Stück lebt von der Interpretation. Es wäre aber denkbar, dass er Stücke, obwohl sie uns bekannt sind und wir sie schon eine Weile spielen, anders haben will, als ich es gewohnt bin", sinniert der Orchesterleiter, der seit 1995 schon Chef der Hochscheid-Reichenbrunner ist.



Ein durchweg abwechslungsreiches und zugleich anspruchsvolles Programm hat man zusammengestellt. "Das wird spannend. Wieder einmal gehen wir als kleines Orchester im Kreis einen anderen Weg", freut sich Vorsitzender Markus Noll. Er stellt mit Freude fest, dass Dirigent Gönitzer die Musiker mehr als sonst fordert. Auch Kurt Gäble hält er für einen recht genauen Menschen. "Wir werden probieren, ob er mit dem saarländischen Humor klarkommt", meint Noll, der sich auch auf vier Alphornbläser freut, die ebenfalls das Programm bereichern werden.

gaeble.com

mvreichenbrunn.de

"Wieder einmal gehen wir als kleines Orchester im Kreis einen anderen Weg."

Markus Noll, Vorsitzender

MV Hochscheid-Reichenbrunn