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Müll wird wie gewünscht getrennt

 Die Trennung der Abfälle in verschiedene Tonnen und das Verwiegen des Mülls hat in St. Ingbert zu dem gewünschten Effekt geführt. Foto: Becker&Bredel
Die Trennung der Abfälle in verschiedene Tonnen und das Verwiegen des Mülls hat in St. Ingbert zu dem gewünschten Effekt geführt. Foto: Becker&Bredel
St. Ingbert. Vor zwei Jahren wurde in St. Ingbert die Müllverwiegung eingeführt. Grund genug, jetzt im Rahmen eines Pressegesprächs eine Bilanz zu ziehen. "Das Gebührenaufkommen bei der Müllabfuhr in St. Ingbert konnte seit 2010 um 900 000 Euro von 3,7 Millionen Euro auf 2,8 Millionen Euro gesenkt werden", teilt der Beigeordnete für Umwelt und Verkehr, Adam Schmitt, mit Von SZ-Redakteurin Yvonne Handschuher

St. Ingbert. Vor zwei Jahren wurde in St. Ingbert die Müllverwiegung eingeführt. Grund genug, jetzt im Rahmen eines Pressegesprächs eine Bilanz zu ziehen. "Das Gebührenaufkommen bei der Müllabfuhr in St. Ingbert konnte seit 2010 um 900 000 Euro von 3,7 Millionen Euro auf 2,8 Millionen Euro gesenkt werden", teilt der Beigeordnete für Umwelt und Verkehr, Adam Schmitt, mit. Die Bilanz, so Adam Schmitt weiter, könne sich sehen lassen.


Hinzu kommen die Verkaufserlöse für Wertstoffe. "Damit lassen sich die Gesamtkosten für die Abfallentsorgung in St. Ingbert, die nach den Kriterien des EVS (Entsorgungsverband Saar - mit dem die Stadt St. Ingbert zusammenarbeitet) bei fast 3,1 Millionen Euro liegen, decken", so der Beigeordnete.

Gleichzeitig zur Einführung der Müllverwiegung ging die Fertigstellung des neuen Wertstoffzentrums in die Endphase (wir berichteten). "Dort ist mittlerweile ein Entsorgungszentrum entstanden, das bestens genutzt wird", so Schmitt weiter. Im vergangenen Jahr kamen über 46 000 Besucher, vor zehn Jahren waren es ungefähr 2000. Schmitt: "Eine attraktive Möglichkeit für den Bürger, Müll und Wertstoffe zu trennen und damit Geld zu sparen."



In Bezug auf die Müllverwiegung stellt der Beigeordnete fest, dass es auffallend sei, dass die Mülltrennung wirklich gut funktioniere. "Während bis einschließlich 2010 jeder St. Ingberter durchschnittlich deutlich über 200 Kilo Restmüll in seiner grauen Tonne hatte, sank dieser Müllanteil auf 129 Kilo im Jahre 2011 und auf 124 Kilo im vergangenen Jahr", so Schmitt weiter.

Dafür stieg bei den St. Ingbertern der Anteil des Altpapiers, das fleißig in der blauen Tonne gesammelt wurde. "Rund 71 Kilo sammelte durchschnittlich jeder Bürger", informiert Schmitt und fährt fort: "Bei diesem Altpapier handelt es sich vor allem um eine hohe Qualität. Das Papier lässt sich zu einem guten Preis, zirka 100 Euro pro Tonne, gut vermarkten."

Und auch das neue Wertstoffzentrum spiele eine Rolle, wenn es um die Differenz der Entsorgung geht. Die dort angelieferte Sperrmüllfracht stieg laut Adam Schmitt von 581 Tonnen im Jahre 2010 auf 881 Tonnen im vergangenen Jahr. Schmitt erklärt: "Altholz, das bis 2010 auf dem Wertstoffzentrum noch keinerlei Rolle spielte, schnellte in der Entsorgungsfracht auf 287 Tonnen im vergangenen Jahr."

Auch betonte der Grünen-Beigeordnete, dass die Mülltrennung bares Geld spare. Im Durchschnitt zahlte jeder St. Ingberter im Jahr 2010 rund 100 Euro für die Müllabfuhr. Im vergangenen Jahr waren es laut Schmitt noch 76,19 Euro.

Was der Beigeordnete bemängelt, ist die Tatsache, dass der Grünschnitt nicht in dieser Bilanz enthalten ist. "Das Geld hierfür kommt aus dem Kommunalhaushalt, müsste aber meiner Meinung nach über Gebühren gedeckt werden." Hier gibt es laut Schmitt eine ungelöste "Flanke", da sei die Landesregierung gefragt. Abschließend sagt er: "So hoch sind die Kosten für den Grünschnitt nicht, dass man sie nicht über Gebühren einnehmen könnte."