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Mitfahrerbank
Die Oberwürzbacher sind „hin und weg“ mit der Mitfahrerbank

Zur Einweihung der Mitfahrerbank kamen der Ortsrat, der sich für das Projet stark gemacht hatte, der Ideengeber Arbeitskreis, Gäste aus Niederwürzbach und natürlich Anwohner.
Zur Einweihung der Mitfahrerbank kamen der Ortsrat, der sich für das Projet stark gemacht hatte, der Ideengeber Arbeitskreis, Gäste aus Niederwürzbach und natürlich Anwohner. FOTO: Cornelia Jung
Oberwürzbach. Durch die Mitfahrerbank in Oberwürzbachs Hauptstraße rücken Ober- und Niederwürzbach enger zusammen. Von der Ortsmitte können sich Mitfahrwillige von privaten Autofahrern nun nach Niederwürzbach mitnehmen lassen. Von Cornelia Jung

Bänke stehen eher für das Ausruhen, also für das Gemütliche. Das ist aber nur ein angenehmer Nebeneffekt der neuen Bank vor dem ehemaligen Getränkemarkt, denn diese ist eine Mitfahrerbank und soll die Oberwürzbacher mobil machen.


Ursprünglich hatte der Arbeitskreis um Leo Wintrich die Idee für Kommunikationsbänke, auf denen man sich generationenübergreifend auf einen Plausch trifft. Doch einige Gedankengänge später war daraus das Projekt „Mitfahrerbank“ geworden, an dessen Umsetzung viele beteiligt waren. Ein Anwohner stellte unbürokratisch sein Grundstück zur Verfügung, fleißige Hände bauten das Sitzmöbel auf. Finanzielle Unterstützung in Höhe von 500 Euro kamen vom Land aus dem Fördertopf „Saarland zum Selbermachen“, etwas weniger as die Hälfte, die die Bank mit ihren „Anbauten“ tatsächlich kostete. Direkt daneben sind an einer Halterung wetterfeste Schilder mit Zielen in Niederwürzbach, wie „Friedhof“, „Weiher“ und „Ortsanfang“ angebracht, die man je nach Ziel ausklappen kann. Hier besteht die Möglichkeit, die „Reiseziele“ zu erweitern. Denkbar wäre beispielsweise der Römerweg.

In Niederwürzbach entstanden zeitgleich sieben Mitfahrerbänke, so dass sich die beiden Arbeitsgruppen gemeindeübergreifend gegenseitig unterstützen konnten. In Oberwürzbach gibt es nur diesen einen Standort mit Fahrtrichtung Blieskastel, denn auf der Gegenseite Richtung St. Ingbert fährt regelmäßig der Bus, für den man keine Konkurrenz sein wolle, wie Leo Wintrich sagte. Nach Niederwürzbach sehe das anders aus, da biegt der Bus bereits vorher Richtung Hassel ab.



Jeder wollte bei der Einweihung Probesitzen und das Herausklappen der Schilder ausprobieren. Lydia Schaar freute das Engagement der Initiatoren: „Ideen haben viele, aber dass man die auch in die Tat umsetzt und Arbeitskraft für so ein Projekt freimacht, das ist nicht selbstverständlich.“ Sie hofft, dass solche Aktionen Schule machen, denn mit Blick auf die älter werdende Generationen seien solche alternativen Angebote wichtig. „Das Konzept sieht sich als Ergänzung zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) – insbesondere für Senioren sowie mobilitätseingeschränkte Personen – und fördert darüber hinaus die inner- und überörtliche Kommunikation“, so der Vorsitzende des Arbeitskreises.Man könne, während man auf ein Mitnahme-Fahrzeug warte, mit anderen ins Gespräch kommen, aber auch mit jenen Privatpersonen, die auf Grund des angegebenen Ziels anhalten, um den Mitfahrer von eben jener Bank einsteigen zu lassen. Leo Wintrich bedankte sich bei der Einweihung der Mitfahrerbank beim „Team der fleißigen Hände“ und allen, die an der Umsetzung und dem Aufbau mitgewirkt haben: „Das hat richtig Laune gemacht.“ Die Bank ist aber nicht nur für Beifahrer gedacht – wer sich einfach nur gemütlich hinsetzen will, braucht ja kein Schild herauszuklappen.