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Warnstreik der IG Metall
Metaller ziehen aus Werkshallen auf den Marktplatz

Zur Kundgebung auf dem Marktplatz zogen die Streikenden am Freitagmorgen durch die Stadt, hier in der Poststraße.
Zur Kundgebung auf dem Marktplatz zogen die Streikenden am Freitagmorgen durch die Stadt, hier in der Poststraße. FOTO: Michael Knopp/IG Metall
St. Ingbert. Die Gewerkschaft IG Metall rief zum Warnstreik auf. Beschäftigte verschiedener St. Ingberter Unternehmen nahmen teil.

Vertreter der Gewerkschaft IG Metall veranstalteten am Freitagmorgen auf dem Marktplatz eine Kundgebung und setzten damit am fünften Tag in Folge ihre Warnstreiks im Saarland fort. Beschäftigte der Festo und Festo Polymer, des Unternehmens Voit Automotive, der BTI Bearbeitungstechnologie, der Saarotec sowie der Thyssen Krupp Industrial Solution waren dem Aufruf gefolgt und unterstützten mit Bannern und Trillerpfeifen die Forderungen der Gewerkschaft. Patrick Selzer, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall in Saarbrücken und Mitglied der Tarifkommission, erklärte die Hintergründe: „Wir fordern sechs Prozent mehr Entgelt für die Beschäftigten – einen gerechten Anteil an den Umsatzgewinnen.“ Außerdem soll den Arbeitnehmern mehr Flexibilität ermöglicht werden, soll heißen: eine Absenkung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden über eine Laufzeit von zwei Jahren, beispielsweise zur Kinderbetreuung oder der Pflege eines Angehörigen. Dabei soll dem Beschäftigten ein Rückkehrrecht in eine Vollzeitbeschäftigung sowie ein Entgeltausgleich von 200 Euro Brutto zustehen. Die belastenden Arbeitszeiten sollen ebenfalls reduziert werden mittels „fünf bis zehn Freischichten“, so Selzer. Dafür fordert die IG Metall zusätzlich einen Entgeltausgleich von 750 Euro. „Arbeitgeber fordern Flexibilität. Das ist aber keine Einbahnstraße“, sagte Selzer.



Der Mann am Megaphon war am Freitagmorgen Gewerkschaftssekretär Thorsten Dellmann. Er sprach von einem „Jammerlied Fachkräftemangel“. Der viel diskutierte Fachkräftemangel sei „selbst verschuldet“. So werde zum einen nicht genug ausgebildet. Zum anderen werden laut Dellmann qualifizierte Kräfte nicht in den erlernten Bereichen eingesetzt, so dass sie ihre Qualifikation verlieren würden. „Die so hoch gepriesene Weiterbildung wird kaum angeboten, da sie mit hohen Kosten verbunden ist“, sagte Dellmann abschließend.