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Lists Auge für Schatten und Raum

Im Gespräch bei der Vernissage: Künstler Dieter List (rechts) spricht mit Laudatorin Ursula Schulz und Kreisbeigeordnete Markus Schaller über seine ausgestellten Werke. Foto: Saarpfalz-Kreis/Steigner
Im Gespräch bei der Vernissage: Künstler Dieter List (rechts) spricht mit Laudatorin Ursula Schulz und Kreisbeigeordnete Markus Schaller über seine ausgestellten Werke. Foto: Saarpfalz-Kreis/Steigner FOTO: Saarpfalz-Kreis/Steigner
Homburg/St Ingbert. Bloß Malerei sei ihm zu wenig, sagt Dieter List, der das Dreidimensionale braucht. Er erreicht es in seinen Arbeiten mithilfe von Holzklammern, die die so wichtigen Schatten in Lists Arbeiten werfen. In Homburg sind derzeit 40 davon zu sehen. bea

Den Wunsch, Kunst zu schaffen, hatte Dieter List seit Jahren. Doch sein Leben nahm andere Wendungen, sodass es für ihn zunächst bei einem Wunsch blieb und seine Kreativität sich andere Kanäle suchte. Bis er 2011 mit den Holzklammern in Berührung kam. Elektrisiert, so sagt er, sei er gewesen, der Gedanke an die Möglichkeiten des Materials habe ihn nicht mehr losgelassen. Er begann, in einem Räumchen im Keller mit den Holzklammern zu experimentieren.

"Ich hätte nie ‚nur' Malerei machen können. Sie bietet nicht die gleiche Chance für Licht und Schatten, die räumliche Erfahrung, wie sie bei dreidimensionalen Objekten möglich ist." Zu dieser Erkenntnis kommt der Klammerkünstler Dieter List durch die Objektkunst Jean Tinguelys, die er sehr verehrt und die ihn entscheidend beeinflusst hat. Sein Wunsch war es daher, zunächst ebensolche Metallobjekte herstellen zu können. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten je nach Beleuchtungseinfall ist es, das ihn reizt: "Manchmal wünsche ich mir meine Objekte wechselnd von allen Seiten beleuchten zu können, um dadurch die veränderte Wirkung ein und desselben Objektes unter unterschiedlichen Lichtverhältnissen zeigen zu können."

Dieter List, der in St. Ingbert ein Atelier unterhält, sammelt Orte, denen ein Charakteristikum gemeinsam ist: Sie wecken in ihm den Wunsch, den ganzen Tag dort sitzen zu können, nur um den Wechseln des Zusammenspiels aus Licht und Schatten beizuwohnen. Für ihn ist ein solcher Ort der Grand Canyon in Arizona ebenso wie der Marktplatz im elsässischen Dambach-la-Ville.

1950 in eine Hamburger Kaufmannsfamilie geboren, schlug er zunächst auch eine kaufmännische Laufbahn ein. Doch in der Familie wurden Kunst und Kultur hoch geschätzt, sodass bereits ab einem Alter von fünf Jahren regelmäßige Museumsbesuche dazugehörten.

Leidenschaft für Kunst

Sein Onkel, der Fotograf Herbert List , pflegte ebenso wie der Rest der Familie eine Sammelleidenschaft für Kunst. In London besuchten sie gemeinsam die Portobello Road, wo sein bekannter Onkel eine Handzeichnung für seine umfangreiche Sammlung entdeckte, von der Dieter List als damals junger Erwachsener sehr beeindruckt war. Herbert List vereinte, ebenso wie es bei Dieter List heute der Fall ist, das Künstlerische und das Kaufmännische in seiner Person.

Dieter List beginnt ebenfalls Kunst zu sammeln, anfänglich waren es Figuren und Objekte aus Pappmaschee, einem Werkstoff, mit dem er heute selbst arbeitet. Später kommt eine Leidenschaft für Paperweights hinzu. Etwas, das er sowohl in den Fotografien seines Onkels als auch in den Paperweights findet, ist eine besondere Stille und Ruhe des Moments, der - künstlerisch gebannt - anhält. Diese reflexiven Momente, die den Menschen auf sich selbst zurückwerfen und über das Gezeigte hinaus verweisen, sucht er auch in seinen Objekten, die durch unterschiedliche Anordnung und Färbung der gleichen Stoffe eine veränderte Wirkung hervorrufen.

In der Ausstellung "Klammerkunst" in der Galerie im Forum in der Kreisverwaltung in Homburg zeigt List bis Freitag, 17. April, über 40 seiner einzigartigen Kunstwerke. Zur Vernissage sprach mit Ursula Schulz eine ausgewiesene Kennerin der Arbeiten des Künstlers. Sie erläuterte in kurzen Zügen die künstlerische Entwicklung im Werk von Dieter List, zeigte die unterschiedlichen Techniken auf - mit Klebepistole über Gipsbinde bis Sprühlack - und verband das Schaffen von List mit persönlichen Anekdoten.

Eingangs unterstrich der Kreisbeigeordnete Markus Schaller stellvertretend für Landrat Clemens Lindemann die Rolle der "Galerie im Forum" als Drehscheibe für die heimischen Künstler.

Geöffnet ist die Ausstellung "Klammer-Kunst" montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr in der Galerie im Forum in Homburg.