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Konzert
Leibniz-Stimmen und 600 Begeisterte

Der Leibniz-Chor sowie der Leibniz-Projekt-Chor traten am Sonntagnachmittag in der Pfarrkirche St. Mauritius in Ormesheim auf.
Der Leibniz-Chor sowie der Leibniz-Projekt-Chor traten am Sonntagnachmittag in der Pfarrkirche St. Mauritius in Ormesheim auf. FOTO: Jörg Martin
Ormesheim. Am Ende eines fulminanten Konzerts in der Pfarrkirche St. Mauritius gab’s stehende Ovationen für die Leibniz-Chöre und das Orchester.

„Es war der Wahnsinn. Es waren um die 600 Leute da. Die Kirche war noch nie so voll“, freut sich Timo Uhrig am Tag nach dem fulminanten Konzert, welches am Sonntagnachmittag in der Pfarrkirche St. Mauritius stattfand, noch immer. Der Dirigent war im Gespräch mit unserer Zeitung immer noch mehr als beeindruckt von der Stimmung und der Atmosphäre, die während und am Ende des Konzertes herrschte. Stehende Ovationen und diese minutenlang, das war der Lohn dafür, dass der LeibnizChor, der LeibnizProjektChor und die Leibniz-Vocal-Group so hart geprobt hatten. Denn erst am 11. August habe man mit diesen starten können. „Das ist wenig Zeit für ein so großes Werk“, resümierte Uhrig.


Das St. Ingberter Leibniz-Gymnasium selbst machte beim Projektchor etwa die Hälfte aus. Der Chor besteht bereits seit 1982 in seiner jetzigen Funktion als Schüler-Lehrer-Eltern-Chor und wird seit sechs Jahren von Timo Uhrig geleitet. Die übrigen Sänger kamen aus vielen Orten und anderen Chören. Als Zugabe zum Mozart Requiem gab es ein untypisches Stück, nämlich das Laudate Dominum des gleichen Komponisten. Normalerweise sei dies ein Stück für ein Solo-Sopran und eigentlich zur ruhig für eine Zugabe. In diesem Fall wurde es von den sieben jungen Frauen der leibniz|vocal|group gesungen. Das mit drei Jahren noch junge Vokalensemble besteht aus Schülerinnen der Mittel- und Oberstufe. Doch der Reihe nach. „Kontraste zusammenführen ist etwas sehr Schwieriges“, gab Erik Brill anfangs zu bedenken. Doch der Schulleiter des Leibniz-Gymnasiums hatte zuvor schon versprochen, dass es „ein sehr besonderes Konzert werden“ wird. „145 Menschen, das ist etwas Großartiges“, schwärmte Brill nur so.

Diesen Eindruck konnte man gleich zu Beginn gewinnen, als die Totenglocke geläutet wurde und männliche Sänger, unter der Empore stehend, Gesänge beisteuerten, ehe am Altar der übrige Chor den Introitus und das Kyrie des Spirituals „My Lord, what a morning“ sang. Das Palladio ist eines der populärsten Werke von Karl Jenkins. Für das Publikum gab es einen puren Genuss, bei dem der Dirigent Passagen vor-, bzw. mitsang. Das Vater unser in der Variation des estnischen Komponisten Arvo Ärt ist etwas Eigenes. Hier hatte die Leibniz-Vocal-Group mit ihren charakteristischen, hellen Stimmen zusammen mit Michael Czulak am Klavier ihren Part. Währenddessen sangen die Männer unter der Empore das Sanctus-Benedictus, das Agnus dei und das Communio. Höhepunkt der Aufführung war zweifelsohne das Requiem in d-moll von Wolfgang Amadeus Mozart (KV 626).



Hier war das Projektorchester, welches bis zu diesem Zeitpunkt vorwiegend aus Streichern bestand, noch durch weitere Blechbläser und Fagotte verstärkt und erreichte so alleine die Zahl von rund 40 Musikern. Die vier Gesangssolisten standen nun im Vordergrund des Stücks: Elisa Wehrle (Sopran), Maria Eichler (Alt), Won Choi (Tenor) und Sebastian Gross (Bass) wechselten sich bei den insgesamt acht Teilen des Werks, das als Monument der Musikgeschichte gilt, ab, beziehungsweise. sangen verschiedene Passagen gemeinsam.