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Landrat sieht Kreis auf richtigem Weg

Theophil Gallo an seinem Schreibtisch im Landratsamt in Homburg. Foto: Neuheisel/SZ-Redaktion
Theophil Gallo an seinem Schreibtisch im Landratsamt in Homburg. Foto: Neuheisel/SZ-Redaktion FOTO: Neuheisel/SZ-Redaktion
Saarpfalz-Kreis. Seit knapp zwei Jahren steht er an der Spitze des Saarpfalz-Kreises, einiges hat sich seitdem geändert. Heute wird Landrat Theophil Gallo 60. Peter Neuheisel

Die politische Laufbahn von Theophil Gallo ist alles andere als normal verlaufen. In der heutigen Zeit wird die Politkarriere eher von klein auf geplant - Berufsziel Politiker. Der gebürtige Bexbacher schlug einen anderen Weg ein. Seine Lehre hat er zwar nach dem Abitur bei der Stadtverwaltung Bexbach absolviert. Dann aber widmete sich Gallo der Juristerei und ging nach der Promotion in die Privatwirtschaft. Nach einem Vierteljahrhundert dann der Kurzwechsel. Der Sozialdemokrat Gallo war bereits 58, als er sein Amt als Landrat und damit die Nachfolge von Clemens Lindemann antrat - im Juni ist dies zwei Jahre her. Am heutigen Dienstag wird Theophil Gallo 60 Jahre alt. Seinen Ehrentag wird er mit zahlreichen Weggefährten bei einem Empfang begehen.


Obwohl Gallo erst spät ein kommunalpolitisches Führungsamt angestrebt hat, bedeutet dies aber nicht, dass er keine Erfahrung in der Kommunalpolitik hätte. Lange Jahre gehörte der Bexbacher dem Stadtrat seiner Heimatstadt an. Er war Mitglied des Kreistages, kurze Zeit auch Erster Kreisbeigeordneter. Der promovierte Jurist kannte also die Abläufe in den Verwaltungen, damit war die Umstellung von der Juristerei zur Arbeit als Kreischef nicht so groß. Allerdings hat er als Mitarbeiter des Rechtsportals Juris die andere Seite des Berufslebens, also die Privatwirtschaft, kennen gelernt, was ihm durchaus hilfreich ist.

Im Gespräch mit unserer Zeitung anlässlich seines runden Geburtstages gab Gallo einen Einblick in sein Tun. Vor drei Jahren im Wahlkampf versprach er den Wählern, dafür sorgen zu wollen, dass die Kommunen künftig besser zusammenarbeiten. "Ich sehe mich als Moderator, der die Bevölkerung mitnimmt, die Kommunen miteinander vernetzt", sagte er damals. Nach 23 Monaten Amtszeit verweist der Kreischef auf erste Erfolge. So laufe die Vernetzung beim Thema Demografie vorbildlich. Gestartet mit einem Demografiegipfel gebe es mit Mark Herzog inzwischen einen Demografiebeauftragen, der sehr gute Arbeit leiste. Ein Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes habe man an Land gezogen, in den Kommunen sei eine gute Vertrauensbasis bei dem Thema vorhanden. Ein zweiter Gipfel sei in Planung. 2016 war der Kreis Gewinner des Demografie-Exzellenz-Awards.



Gallo nennt weitere Themen wie Schwimmbäder oder den Bau von Hallen, bei denen der Kreis moderierend tätig sein kann. Den Ausbau der Kindertagesstätten wertet er als Erfolg. "Hier finanziert der Kreis Maßnahmen vor, die zum Beispiel nicht in der aktuellen, sondern erst in der nächsten Förderperiode des Landes stehen." Das Land fördert bekanntlich Kitas über drei Jahre hinweg. Durch die Vorfinanzierung des Kreises könnten Maßnahmen im Betreuungsbereich schneller umgesetzt werden. Es gibt größere Planungssicherheit. Als weiteren Erfolg in der besseren Vernetzen der Kommunen nennt er den IT-Bereich. "Die Entwicklung des ländlichen Raums ist mir sehr wichtig, auch diese wird nur über die Zusammenarbeit funktionieren", ist der Landrat überzeugt.

Ein weiteres Thema steht bei ihm ganz oben auf der Agenda: der Ausbau der kreiseigenen Schulen und der Kitas. "Hier müssen wir wesentlich mehr machen, weil sich die Anforderungen verändert haben." Ein weiteres Wahlversprechen Gallos war, den Tourismus im Kreis weiter voranzubringen. Die koordinierende Rolle des Kreises bei Biosphäre, Saarpfalz-Touristik und Kultur zahle sich inzwischen aus, "die Bereiche wachsen zusammen". Durch das Biosphären-Reservat bilde der Saarpfalz-Kreis die Speerspitze aller Landkreise in der Tourismuszentrale Saar. "Das ist nachhaltiger Tourismus."

Auch beim Kreiskrankenhaus habe man zukunftsweisende Weichenstellungen vorgenommen. Das Angebot sei erweitert worden, Gallo nennt das Haus eine "wichtige Baustelle für die Entwicklung des Südkreises". Er ist sich sicher, dass das Krankenhaus ab 2018 aus den roten Zahlen herauskomme und damit nicht mehr am "Tropf des Kreises" hängen werde. Die Einrichtung habe eine Existenzberechtigung neben dem Uniklinikum in Homburg.

Ein wichtiges Ziel des Landrates ist es, die Arbeit der Kreisverwaltung zu optimieren. Davor müsse niemand Angst haben, es gehe darum, die Leute zu entlasten und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. "Wir müssen uns personell konsolidieren, wir haben eine gewisse Fluktuation in der Verwaltung, die unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle erfordern einiges. Letztlich gehe es darum, dass die Mitarbeiter zufrieden seien und Ressourcen frei würden für andere Dinge.

Die Arbeit im Homburger Landratsamt macht Theophil Gallo großen Spaß, "weil ich sehr gute Mitarbeiter habe, die mitziehen". Zu seinem runden Geburtstag plant der Landtag nichts Außergewöhnliches. Natürlich stehe ein privater Urlaub an, dienstlich gehe es in diesem Jahr noch nach Polen und mit dem Saarpfalz-Gymnasium nach Georgien. Das sei aber "ganz normale Arbeit" und nicht seinem runden Geburtstag geschuldet.

Zum Thema:

Theophil Gallo wurde am 30. Mai 1957 in Bexbach als Sohn eine Bergmanns geboren. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Nach dem Abitur am Homburger Saarpfalz-Gymnasium war Gallo zunächst bei der Bundeswehr, anschließend begann er eine Ausbildung in der Stadtverwaltung Bexbach. Erst danach studierte Gallo an der Uni in Saarbrücken Rechtswissenschaften und konnte hier später auch promovieren. Aktiv war der SPD-Politiker unter anderem als Mitglied des Bexbacher Stadtrates und des saarpfälzischen Kreistags. Seit Juni 2015 ist er Landrat des Saarpfalz-Kreises.