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Kinowerkstatt St. Ingbert
Kriegsdramen auf der Kino-Leinwand

Michelle Williams  und Mark Wahlberg überzeugen in „Alles Geld der Welt“.
Michelle Williams und Mark Wahlberg überzeugen in „Alles Geld der Welt“. FOTO: dpa / Fabio Lovino
Homburg/St. Ingbert. Kriegsgeschichten sind diese Woche der St. Ingberter Kinowerkstatt zu sehen. So laufen „Die letzten Männer von Aleppo“ und „Dunkirk“. red

Die Dokumentation „Die letzten Männer von Aleppo“ (DK/SY/DE 2017) Regie: Feras Fayyad, Steen Johannessen, den die Kinowerkstatt am heutigen Freitag, 9. März, um 20 Uhr, am Sonntag, den 11. März und Montag, den 12. März, jeweils um 18 Uhr zeigt, begleitet die „Weißhelme“ der Uno bei ihrer lebensgefährlichen Mission in den Trümmern des syrischen Bürgerkriegs. Der syrische Regisseur Feras Fayyad ging bei der Oscar- Verleihung zwar leer aus, einen Sieg hat er dennoch errungen: Er hat es - trotz Trumps „Muslim Ban“ - zu den Academy Awards nach Los Angeles geschafft. Auf Festivals häufen sich derzeit die Produktionen aus und über Syrien, alleine in Sundance liefen drei Dokumentarfilme, Fayyads Film „Die letzten Männer von Aleppo“ gewann den Großen Preis der Jury. Auch Spielfilme entstehen, George Clooney arbeitet an einem Weißhelme-Film, und die Berlinale zeigte „Insyriated“, ein Kammerspiel über die Okkupation der Seelen und die Unmöglichkeit, in einer Stadt wie Aleppo moralisch integer zu bleiben.


Am Samstag, 10. März um 19.00 Uhr laden die Katholische Erwachsenenbildung Saarpfalz (KEB) und die Kinowerkstatt in die Pfarrgasse 49 nach St. Ingbert ein zu demFilm „Elizabeth I.“, mit 9 Emmys preisgekrönt. Der Film unter der Regie von Tom Hooper mit Helen Mirren, Jeremy Irons und Robert Cecil spielt im Jahr 1579. Fast 20 Jahre lang regiert Königin Elizabeth I. (Helen Mirren) ohne Mann. Die Protestantin sieht sich von katholischen Gegnern umringt und zur Hochzeit mit einem französischen Prinzen gedrängt. Damit aber würde sie ihren engsten Verbündeten und auch heimlichen Geliebten, den Earl of Leicester (Jeremy Irons) vor den Kopf stoßen. Die Einführung übernimmt Hans-Georg Ochs.

Am Sonntag, 11. März, um 11 Uhr, laden die ASF und die Kinowerkstatt anlässlich des  Internationalen Frauentags zu dem Film „Die göttliche Ordnung“ (Schweiz 2016) ein . Der Film handelt von Nora, die 1971 in der Schweiz mit ihrem Mann, ihren zwei Söhnen sowie dem Schwiegervater in einem kleinen Dorf wohnt. In der Schweizer Idylle ist wenig von den Umwälzungen zu spüren, die sich seit der 1968er-Bewegung ereignen. Es herrscht die Meinung, Emanzipation sei eine Sünde der Natur und schlichtweg gegen die göttliche Ordnung. Als Nora wieder anfangen möchte zu arbeiten, verweigert ihr Mann die Erlaubnis. Der Ehemann beruft sich auf das Ehegesetz, das die Frau verpflichtet, sich um den Haushalt zu kümmern. Dies ist der Anlass, dass Nora beginnt, feministische Literatur zu lesen und mit anderen Dorffrauen einen Workshop für sexuelle Befreiung besucht. Im Anschluss an den Film lädt die ASF ab 13 Uhr ein zu einem Mittagsbuffet in das Pfarrheim St. Hildegard.

Am Sonntag, den 11. März um 20 Uhr läuft noch einmal „Alles Geld der Welt“ (US · 2017, FSK 12) von Ridley Scott. Scott verfilmt die Aufsehen erregende Entführung des Getty-Erben im Jahr 1973.

Ein meisterhaftes Kriegsdrama – Stanley Kubrick hätte es nicht besser machen können, ist „Dunkirk“ (US/GB/FR 2017), den die Kinowerkstatt am Montag, 12. März, um 20 Uhr zeigt. Dunkirk wurde bei der diesjährigen Oscar - Verleihung 3 mal ausgezeichnet: „Bester Schnitt“ für Lee Smith, „Bester Tonschnitt“ für Alex Gibson und Richard King und „Beste Tonmischung“ für Mark Weingarten, Gregg Landaker und Gary A. Rizzo. Ende Mai 1940 sitzen fast 400 000 alliierte Soldaten in der belgischen Hafenstadt Dünkirchen in der Falle. Eingekreist vom Feind soll die „Operation Dynamo“ die Männer per Schiff nach England bringen. Christopher Nolan hat mit seinem Film „Dunkirk“ der Rettung der britischen Armee 1940 ein Denkmal gesetzt. Aber wie konnte die Operation vor den Augen der Deutschen überhaupt gelingen? Ob man Dünkirchen als den Ort bezeichnen kann, an dem Hitler den Krieg verlor – er hätte dort die halbe britische Armee einfangen können – darüber debattierten Historiker. Dunkirk ist ein mitreißendes und fantastisch inszeniertes Kinoerlebnis. Und dort sollte man den Film auch sehen. Nolan, einer der größten Verteidiger des Kinos, hat Dunkirk nicht digital gedreht, sondern auf Imax- und Super-Panavision-70-mm-Filmmaterial, ein unüblich gewordenes Großformat, mit dem Klassiker wie etwa „Lawrence von Arabien“ fotografiert wurden.



Nora und ihre Familie in „Die göttliche Ordnung“.
Nora und ihre Familie in „Die göttliche Ordnung“. FOTO: Daniel Ammann