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Grüne zum Nahverkehr
Nahverkehr für Senioren attraktiver machen

St. Ingbert. „Die Abgabe des Führerscheins im Alter ist ein heikles und emotional schwieriges Thema. Gerade für ältere Menschen wäre der gefühlte Verlust der persönlichen Mobilität durch eine Abgabe des Führerscheins eine enorme Einschränkung. red

Viele Seniorinnen und Senioren wären allerdings bereit freiwillig auf die Fahrerlaubnis zu verzichten, wenn sie dadurch keine Einschränkungen ihrer Mobilität zu befürchten hätten“, meint die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, Charlotte Mast.


Um solche freiwilligen Initiativen zu fördern, fordern die Grünen neben dem weiterhin zügig zu betreibenden Ausbau des ÖPNV, die Einführung eines Modellprojekts, um Seniorinnen und Senioren im Zuge eines Tauschs „Führerschein gegen kostenlose ÖPNV-Nutzung“ ein attraktives Angebot zu machen. Ein entsprechender Antrag der Grünen Kreistagsfraktion liegt laut Mast bereits vor.

Zudem böte sich hierdurch die Möglichkeit einkommensschwachen RentnerInnen durch die Bereitstellung einer kostenlosen Fahrkarte finanziell zu entlasten und somit Altersarmut zu mildern. „Ich freue mich, dass nach den Grünen nun auch die anderen Parteien dieses bereits in etlichen Kreisen und Städten praktiziert Modell unterstützen wollen!“, erklärt Mast angesichts der aufkeimenden Diskussion einer solchen Maßnahme.



Neben dieser konkreten Maßnahme zur Sicherung der Mobilität von SeniorInnen, drängen die Grünen als Reaktion auf die kürzlich veröffentliche ÖPNV-Umfrage auf ein umfangreiches Maßnahmenbündel,. Mit ihm sol das ÖPNV-Angebot im Saarpfalz-Kreis für alle Nutzer attraktiver werden.

Die Fraktionsvorsitzende Charlotte Mast betont in einer Pressemitteilung, es brauche bessere Busverbindungen, auch und gerade zu den Randzeiten und am Wochenende. Die Wabenstruktur müsse nach dem Prinzip „eine Wabe für eine Kommune“ deutlich vereinfacht und damit die Preise günstiger werden. Auch seien die Rahmenbedingungen zu verbessern. Haltestellen müssten durchgehend barrierefrei sein und die Chancen der Digitalisierung (Handyticket) bei der Fahrgastinformation und Abrechnung ergriffen werden.

Der ÖPNV-Umfrage im Auftrag des saarländischen Verkehrsministeriums zufolge sind 31 Prozent der Bus- und Bahnnutzer im Saarpfalz-Kreis mit dem Nahverkehr unzufrieden. Dieser zu hohe Unzufriedenheitswert in Verbindung mit einer immer noch zu niedrigen Nutzerquote überrascht nicht“, betont Mast. Zudem sehen die Grünen den Landkreis als Aufgabenträger für die Kreisbuslinien in der Verantwortung. Im Kreis werde mehr und besser vertaktete Busverbindungen benötigt, insbesondere auch in den Abendstunden und am Wochenende, ergänzt durch Sammeltaxis für Randzeiten.

Die Grünen sehen aber auch Verkehrsministerin Rehlinger in der Verantwortung. Mast: „Das Land muss endlich die strukturellen Probleme lösen und einen grundlegenden Neuanfang in die Wege leiten. Wir brauchen einen leistungsfähigen ÖPNV aus einem Guss.“ Dies gehe nur mit einer Reform.