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Kolumne Unsere Woche
Es schlägt die Stunde der Kandidaten

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Bei der Kommunalwahl in St. Ingbert werden sich so viele Parteien und Gruppierungen wie nie bewerben. Und bei der CDU steht die Entscheidung über den OB-Kandidaten unmittelbar bevor.

Genau 233 Tage sind es an diesem Samstag noch bis zu den Kommunalwahlen. Das wirkt mitten in den lokalpolitisch gezähmten Herbstferien noch ewig lang. Doch insbesondere, weil im kommenden Jahr die Direktwahl aller Bürgermeister in unserem Beritt anstehen, werden trotz Ferienzeit weiter Weichen für die Wahlen gestellt. Die führen bei den bisherigen Kandidaten jedoch in die zu erwartende Richtung. Mit Hans Wagner in St. Ingbert, Annelie Faber-Wegener in Blieskastel, Gerd Tussing in Mandelbachtal und Alexander Rubeck in Gersheim werden sich alle Amtsinhaber zur Wiederwahl stellen. Auch bei den zwei Herausforderern, die schon feststehen, Sven Meier (SPD) in der Mittelstadt und Michael Clivot (SPD) in Gersheim, hält sich der Überraschungseffekt in Grenzen. Beide sind „Wiederholungstäter“, die schon bei den letzten Urwahlen (erfolglos) auf die Chefsessel in den Rathäusern wollten.


Die Bewerberfelder werden aber wohl bald vervollständigt. Und in St. Ingbert wird eine Persoalentscheidung fallen, über die schon länger intensiv spekuliert wird. Wen schickt die CDU als stärkste Fraktion im Stadtrat und Mehrheitspartei in den Stadtteilen ins Rennen? Die Antwort ist noch offen und bisher nur einem inneren, der Presse gegenüber verschwiegenen Kreis vor Christdemokraten bekannt. Dem Vernehmen nach wird im Vorstand der St. Ingberter CDU jedoch in der kommenden Woche endgültig beschlossen, wer bei der OB-Wahl gegen Wagner und Meier antreten wird. Und dieses Votum könnte auch ein Signal in alle anderen Lager geben. Stärkt er die Aussicht auf einen Dreikampf um den OB-Posten oder wird wie im Jahr 2011 wieder eine Handvoll Kandidaten antreten?

Ganz unabhängig von Kandidatennamen ist unterdessen eines absehbar: Der Rathauschef in der Mittelstadt wird sich auf vielfältige politische Interessen und Ideen sowie eine komplizierte Mehrheitssuche im Rat einrichten müssen. Denn wie in keiner anderen saarländischen Kommune hat die Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde vor der Kommunalwahl 2009 bereits für ein besonders buntes Bild bei den Fraktionen im Stadtrat gesorgt. Und das Ende dieser Vielfalt scheint noch längst nicht erreicht.



Denn gerade einmal rund 500 Wählerstimmen waren 2014 für einen Sitz im St. Ingberter Stadtrat nötig. Diese Stimmenzahl trauen sich sicherlich auch die kleineren unter den acht Parteien und Gruppierungen zu, deren Vertreter zurzeit Stadtratsmandate haben. Zudem haben die Freien Wähler und „Die Partei“ angekündigt, ebenfalls auf dem Wahlzettel für die Stadtratswahl stehen zu wollen. Und auch die AfD, wenngleich in St. Ingbert noch ganz ohne Themen und Gesichter, wird sicherlich kandidieren.