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Bahnbrücke in St. Ingbert
Ein Punktsieg bei der Fußgängerbrücke

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Während bei den Bürgern schon die Sorge wuchs, die gesperrte Fußgängerbrücke über die Bahn sei in Vergessenheit geraten, tat sich hinter den Kulissen dennoch etwas. Es wurde offenbar sogar doppelt gemoppelt.

Auch im Journalistenleben gibt es manchmal seltsame Zufälle. So hatte mich am vergangenen Wochenende ein guter Bekannter auf die schon seit der Jahresmitte gesperrte Fußgängerbrücke über die Bahnstrecke zwischen St. Ingbert und Rohrbach angesprochen. Das wäre doch ein Thema für die Presse. Die Verbindung vom Auwald zum Kléber-Gelände und dem Kahlenberg sei doch wichtig. Ohne Brücke müssten Spaziergänger und Radfahrer einen riesigen Umweg nehmen. Eine gute Anregung. Mal nachzufassen, fand ich. Erste Recherchen zeigten, dass eine berechtigte Bürgersorge in Vergessenheit zu geraten schien. Zumal sich in Untrelage zeigte, dass die gesperrte Brücke im August im Ortsrat St. Ingbert-Mitte und im September im Ortsrat Rohrbach Thema war. Beide Gremien forderten, die Deutsche Bahn dürfe sich nicht aus der Verantwortung stehlen und die Stadt müsse aktiv werden. Doch es passierte danach anscheinend nichts.


Von wegen. Noch ehe die SZ Nachfragen starten konnte, flatterte bereits eine Pressemitteilung aus dem Rathaus auf den Redaktionstisch. Ihr Thema: die Fußgängerbrücke. Und siehe da, es gab nicht nur den Stand der Dinge, sondern sogar schon eine Lösung. Die Brücke wird nach Verhandlungen zwischen der Stadt und der Bahn tatsächlich doch noch instand gesetzt und nicht wie zunächst geplant ersatzlos abgerissen. „Ich gehe davon aus, dass einhelliger Wille besteht, den jetzt fehlenden Fußweg schnell wieder zu öffnen“, freute sich Oberbürgermeister Hans Wagner zu Recht. Doch hinter den Kulissen hatten auch noch andere die Fußgängerbrücke als Thema erkannt. Denn tags drauf folgte die nächste Pressemitteilung, diesmal von Ortsvorsteher Ulli Meyer. Mit dem Hinweis, er habe gemeinsam mit seinem Kollegen Roland Weber aus Rohrbach schon vor mehreren Wochen einen Brief an den parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Steffen Bilger (CDU), geschrieben und an den traurige Zustand der Brücke erinnert. Dass sich zwischenzeitlich bereits eine Lösung des Problems abgezeichnet hatte, war den Ortsvorstehern wohl entgangen.

Ein Punktsieg für Wagner. Aber auch die Aufforderung an alle Akteure, selbst in Wahlkampfzeiten mehr miteinander als übereinander zu reden.