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Kneipp-Verein Rohrbach
Kneippianer sind mit 90 noch aktiv

Die Gruppen „Aktiv in den Tag“ und „Sonniger Herbst“ des Rohrbacher Kneipp-Vereins gestalteten mit Tänzen im Sitzen einen Teil des Gesundheitstages und luden zum Mitmachen ein.
Die Gruppen „Aktiv in den Tag“ und „Sonniger Herbst“ des Rohrbacher Kneipp-Vereins gestalteten mit Tänzen im Sitzen einen Teil des Gesundheitstages und luden zum Mitmachen ein. FOTO: Cornelia Jung
Rohrbach. Der Kneipp-Verein Rohrbach lud zum Gesundheitstag in die Rohrbachhalle ein. Gleichzeitig feierte er sein Jubiläum.

„Vor nunmehr 90 Jahren hat man in Rohrbach erfahren, man müsst‘, wollt‘ gesund man leben, nach Kneipp‘schen Ideen streben. So kam man klugerweise überein und gründete den Kneipp-Verein“, reimte dessen Vorsitzende Christel Michély-Fickinger anlässlich des Kneipp-Gesundheitstages in der Rohrbachhalle am vergangenen Sonntag. Es war ein ganz besonderer Anlass, denn auf den Tag genau an Sebastian Kneipps 121. Todestag feierte der Verein auch sein Jubiläum.


Mit 1000 Mitgliedern ist er nicht nur der größte Verein im Ort, sondern auch einer der aktivsten. Dass ein Verein nach neun Jahrzehnten so dastehe, sei „ein Zeichen eines regen Vereinslebens und Engagements“, befand der Schirmherr der Veranstaltung und Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Saarpfalz, Ralph Marx. Er sah die vielen jungen Mitglieder, die auch „neue Trends setzen und gut für die positive Zukunft des Vereins sind“. Zum „besonderen Jubiläum eines besonderen Vereins“ gratulierte auch Andrea Pielen. „Mit Begeisterung sorgen Sie dafür, dass die Mitglieder ein tolles Angebot haben“, so die Vizepräsidentin des Kneipp-Bundes, „die Kneipp‘sche Lehre ist Tradition, die wir erhalten müssen.“

Kneipp, der Urvater aller Kneipp-Vereine, war nicht nur Naturheilkundler und Priester, er war vor allem für Gerechtigkeit. Wie Pielen sagte, habe er vor einer Behandlung immer erst nach dem Einkommen des Patienten gefragt und sein Honorar diesem angepasst. Auch dessen Nachkommen im Geiste sind sozial und im Verein offen für alle. Mit vielfältigen Angeboten wie Thermalbadfahrten, Tanz- und Gymnastikkursen, Gedächtnistraining, Vorträgen, Veranstaltungen im Kneipp-Treff und noch vielen Aktivitäten mehr leistet der Rohrbacher Kneipp-Verein eine gute, generationenübergreifende Sozialarbeit, bescheinigte ihm Pielen.



Auch Pfarrer Marcin Brylka, der im Jubiläumsgottesdienst auf die fünf Säulen der Kneipp‘schen Lehre eingegangen war, hob hervor, dass es nicht selbstverständlich sei, dass ein weltlicher Verein seine Feierlichkeiten in der Kirche beginne. Im Ort ist der Verein immer präsent, wie der Ortsvorsteher sagte. „Es geht bei dem Verein entsprechend des Kneipp-Jahresmottos ,Miteinander-Füreinander‘ zu, denn sie unterstützen auch andere Vereine, organisieren den Seniorentag und sind auch bei den Kahlenbergfreunden sehr rege“, so Roland Weber. Landrat Theophil Gallo griff das Gemeinschaftliche auf und verwies darauf, dass der Kreis gerade dabei sei, Patenschaften in den Vordergrund zu rücken. „Vielleicht können sie ja Kontakt zu einem polnischen Verein aufnehmen“, regte er an, sich mit dem Kneipp-Verein auch außerhalb Rohrbachs zu engagieren.

Oberbürgermeister Hans Wagner wünschte dem Verein zum Geburtstag, dass er noch lange so aktiv sein möge. Wie aktiv die unterschiedlichen Altersgruppen sind, zeigte sich im Programm der Veranstaltung, bei der verschiedene Sparten des Vereins mit Tanz, Comedy und speziellen Fitnessangeboten für Kurzweil sorgten. Wer wollte, konnte im Foyer einer Wasserspringschale Töne entlocken, seinen Füßen auf einem Barfußpfad etwas Freilauf gönnen oder seinen Bauch mit etwas Selbstgebackenem vom reichlichen Kuchenbuffet verwöhnen. Denn wie schrieb schon Pfarrer Kneipp: „Der Mensch besteht aus Seele und aus Leib und man sollte ohne Frage für beide Sorge tragen.“ Und das gelingt dem Kneipp-Verein auch im fortgeschrittenen Alter von 90 Jahren noch bestens.