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Ortsrat
Kletter-Dschungel statt Piratenschiff

Gähnende Leere auf dem Spielplatz in Hassel.
Gähnende Leere auf dem Spielplatz in Hassel. FOTO: Christa Strobel
HasseL. Die Entrüstung bei Eltern und Kindern war groß, als das größte Spielgerät auf dem Spielplatz Goethestraße, das Piratenschiff, ohne Vorwarnung abgebaut wurde (wir berichteten). Da dieser Platz laut CDU-Fraktion des Ortsrates zu den am häufigsten genutzten Spielstätten Hassels gehört, wünschte sie sich, dass schnellstens Ersatz beschafft werde. Von Cornelia Jung

Außerdem forderten sie die Verwaltung auf, die Gründe für den Rückbau zu erläutern. Diesen erklärte die Stadtverwaltung damit, dass es an nahezu allen Bauteilen Fäulniserscheinungen gegeben habe. Von 70 Prozent war die Rede. Mit bloßem Auge habe man bereits die Fruchtkörper am Holz gesehen.


Bereits seit Ende 2017 habe die im Rathaus zuständige Abteilung deshalb die Anlage unter Beobachtung gehabt und das Gerät kontrolliert, um es so lange wie möglich zu erhalten. Zu einem Austausch oder einer Ersatzbeschaffung sei es aber zum damaligen Zeitpunkt wegen des noch nicht genehmigten Haushaltes nicht gekommen. Nach dem Winter und dem nassen Frühjahr habe es aus Sicherheitsgründen aber keine Rettung mehr für das Spielschiff gegeben. Eine Reparatur sei wegen des Schadensausmaßes unwirtschaftlich und ein Austausch einzelner Teile aufgrund der Bauweise nicht möglich gewesen, da es sich um naturgewachsene Baumstämme mit unregelmäßiger Form gehandelt habe.

Christian Lambert erläuterte in der jüngsten Ortsratssitzung, warum die Fäule so massiv zuschlagen konnte: „Früher hat man die Holzteile ohne schützende Pfostenschuhe in die Erde verbaut. Deshalb konnte die Feuchtigkeit ins Holz eindringen.“ Auch andere Spielgeräte im Stadtgebiet habe dieses Schicksal getroffen. Die Information des Ortsrates über den Abbau habe man versäumt. In Zukunft werde man rechtzeitig informieren. Doch es gab auch schon eine Lösung. Lambert zeigte eine Seilkletteranlage, die er sich als Ersatz vorstelle. Dieses Gerät koste rund 10 000 Euro und erfülle alle Standards. Der Ortsrat beschloss, das vorgeschlagene Spielgerät zu bestellen.