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Lesung beim ILF
Die Lösung des Falls bleibt geheim

Sie boten einen unterhaltsamen Krimiabend in der Stadtbücherei (von links): Autor Klaus Brabänder und die Musikerin Tanja Endres-Klemm.
Sie boten einen unterhaltsamen Krimiabend in der Stadtbücherei (von links): Autor Klaus Brabänder und die Musikerin Tanja Endres-Klemm. FOTO: Jürgen Bost
St. Ingbert. Musikalischer Krimiabend mit Klaus Brabänder in der Stadtbücherei St. Ingbert red

Wiederholt mussten neue Stühle herangeschafft werden, als Klaus Brabänder auf Einladung des St. Ingberter Literaturforums (ILF) in der Stadtbücherei seinen aktuellen Krimi „GegenWind“ vorstellte. So groß war der Zustrom der Besucher, die sich die Begegnung mit dem hier bestens vertrauten Autor und der ihn begleitenden Klangkünstlerin Tanja Endres-Klemm nicht entgehen lassen wollten. ILF-Sprecher Jürgen Bost führte in die Biografie und das literarische Werk des Gastes ein, der seinen mittlerweile schon sechsten Aufritt vor diesem Auditorium sichtlich genoss und die Stadtbibliothek als sein „literarisches Wohnzimmer“ apostrophierte.


Dann startete er einen lebhaften Vortrag geschickt ausgewählter Passagen aus seinem in der Schwarzen Reihe der Edition Schaumberg erschienen Roman „GegenWind“,  den Tanja Endres-Klemm mit der Fülle ihrer mitgebrachten Instrumente subtil umrahmte. Zu ihrem mitunter überraschenden Equipment, gehörten auch ihre „Hausschweine“  und „ein Huhn“, „viel Wind“ sowie ein C-Melody-Saxophon. Im neuesten Fall des stark beanspruchten Hauptkommissars Joachim „Josch“ Schaum, der sich in Bezug auf sein Privatleben immer noch dezidiert unentschlossen zeigt,  wird martialisch gestorben – den Tod bringen Pfeil und Bogen. Und die Armbrustbolzen treffen nicht irgendwen, sondern ausschließlich Windkraftbefürworter. Brabänder betonte, dass dieses ausgesprochen ökologische Tötungsmittel  gut zur Windkraftnutzung passe. Dabei, und das betonte der Autor nochmals, wolle er keinerlei Statement pro oder contra dieser gerade im Saarland sehr umstrittenen Nutzung regenerativer Energien abgeben.

In seinen Texten  genießt es Klaus Brabänder, mit Sprache zu spielen, es wird gefrotzelt und gekalauert, kreative Einfälle, Wortspiele und fast poetische Passagen finden sich zuhauf. Hier ein kurzes Beispiel für seinen Erzählstil: „Der Tod kam schnell und unerwartet. Als er auf den Holzplanken aufschlug, war seine Seele bereits ohne Körper unterwegs.“



Mitten im atemlosen Endspurt seines Ermittlers bricht Klaus Brabänder plötzlich ab, denn er möchte dem Publikum nicht auch noch die Lösung des Falls präsentieren, die schließlich jeder in seinem Buch nachlesen könne. Da der Autor schlussendlich einen Juwelierbesuch des Hauptkommissars und eine gebuchte Portugalreise erwähnte, keimte beim Publikum Hoffnung auf, dass man seinen kurz vor der Pensionierung stehenden Josch Schaum auf einer anderen Ebene wiedertreffen könnte, dann möglicherweise als Privatermittler, ein neuer Fall könnte damit schon angekündigt sein.