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| 21:18 Uhr

Kita-Träume stehen auf der KippeStadtrat erteilt Beteiligung an Kita St. Hildegard eine Absage

Animation zum Umbau des Kindergartens St. Hildegard. Foto: Architekten Köhl-Weisgerber-Hampp
Animation zum Umbau des Kindergartens St. Hildegard. Foto: Architekten Köhl-Weisgerber-Hampp
St. Ingbert. Es steht nicht gut um den Kindergarten der Pfarrei St. Hildegard. Seit mehr als sechs Jahren bemühen sich die Verantwortlichen darum, die Einrichtung an der Gabelsbergerstraße zu renovieren und um zehn Krippenplätze zu erweitern. Diese sollen mit drei neuen Gruppenräumen sowie einer Küche und einem Esszimmer im jetzigen Pfarrheim entstehen Von SZ-Mitarbeiter Oliver Bergmann

St. Ingbert. Es steht nicht gut um den Kindergarten der Pfarrei St. Hildegard. Seit mehr als sechs Jahren bemühen sich die Verantwortlichen darum, die Einrichtung an der Gabelsbergerstraße zu renovieren und um zehn Krippenplätze zu erweitern. Diese sollen mit drei neuen Gruppenräumen sowie einer Küche und einem Esszimmer im jetzigen Pfarrheim entstehen.

Zwei Wohnungen mit einer Gesamtfläche von rund 220 Quadratmetern hat die Pfarrei dafür schon aufgegeben. 10 000 Euro gehen an jährlichen Einnahmen dadurch verloren. Ein Großteil der veranschlagten Kosten in Höhe von 1,75 Millionen Euro für die Erweiterung inklusive Renovierung ist zwar gedeckt, nicht aber die Honorare von Architekten, Statikern oder Technikern. Sie sind nicht zuschussfähig, St. Hildegard muss dafür alleine aufkommen. Hier klaffte zunächst ein Loch in Höhe von 115 000 Euro, das aber nach einem 10 000 Euro-Zuschuss von der Diözese Speyer, einer Spende von 20 000 Euro und einem 30 000 Euro-Zuschuss von der Stadt (siehe nebenstehenden Text) auf 55 000 Euro geschrumpft ist. Mit dieser Summe steht die klamme Pfarrei trotzdem noch ziemlich alleine da. Mit der Stadt wäre sie daher gerne noch einmal ins Geschäft gekommen. Der Vorschlag St. Hildegards zu einer Übernahme des Grundstückes durch die Stadt wurde jedoch vom Stadtrat abgelehnt. Einen Euro schlug die Pfarrei als Preis vor. Im Falle einer Zustimmung hätte die Stadt dann in ihren eigenen Besitz investiert.

Nun gehen den Verantwortlichen allmählich die Ideen aus, wie das Geld doch noch aufgetrieben werden könnte. Dazu sagt Erich Körner, Kita-Beauftragter von St. Hildegard und Mitglied des Pfarr-Verwaltungsrates: "Für den Sommer haben wir ein Kirchenkonzert geplant. Aber diese Einnahmen werden gleichmäßig auf die Kita und die Renovierung der Orgel aufgeteilt. Aus Speyer werden wir nichts mehr bekommen." In seiner Verzweiflung hat Körner, ein Mann mit guten Kontakten, auch die Bläse-Stiftung und die Saarland Sporttoto GmbH angeschrieben. Zumindest bei der St. Ingberter Stiftung rechnet er sich etwas aus. "Stiftungszweck ist die Wohltätigkeitspflege - und zur Wohltätigkeit gehören auch Kindergärten."

Die Angelegenheit ist dringend, erst recht nachdem das Gesundheitsamt dem Kindergarten kein gutes Zeugnis ausgestellt hat. Die bisher unbefristet gültige Betriebserlaubnis könnte erlöschen und 75 Kinder stünden auf der Straße. Bei diesem Gedanken schießen Erich Körner immer wieder Politiker-Worte durch den Kopf: "Von überall tönt es: 'Wir brauchen Kita-Plätze.' Das aber auch nur so lange, bis es mit der Planung ernst wird. Ab diesem Zeitpunkt wird gemauert." Mit einer Renovierung des Kindergartens könnte zumindest die Sache mit dem Gesundheitsamt aus der Welt geschafft werden. Doch auch dafür ist die Pfarrei auf Zuschüsse angewiesen. Die fließen allerdings nur, wenn ein Kindergarten auch über Krippenplätze verfügt.

Die Pfarrei St. Hildegard bittet um Unterstützung und hat deshalb bei der Bank 1 Saar ein Spendenkonto eingerichtet. Die Bankleitzahl lautet 59 19 00 00, das Konto hat die Nummer 79 48 20 05.

St. Ingbert. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, den städtischen Anteil an der Finanzierung der Kindertagesstätte St. Hildegard um knapp 30 000 Euro zu erhöhen, entsprechend der Regelung, wie sie auch bei der Umbaumaßnahme für St. Michael/St. Pirmin getroffen worden war. Dem weitergehenden Antrag von Heinz Dabrock (Familien-Partei), sich zum Teileigentümer des Kindergartens zu machen und damit auch die letzte Finanzierungslücke der Pfarrei zu schließen, folgte der Stadtrat nicht. Mehrere Fraktionen lobten das finanzielle Engagement der Stadt weit über den Pflichtanteil hinaus. Zugleich mahnten sie eine Neuorientierung an. Thomas Berrang, SPD: "Wir schieben das Problem seit Jahren vor uns her. Die finanzielle Lage für die freien Träger wird immer schwieriger." Die Stadt müsse konzeptionell vorgehen. Seine Fraktion habe bereits in der Vergangenheit eine Arbeitsgruppe angeregt, die sich mit der Problematik auseinandersetzen müsse. Sven Meier, Stadtverbands-SPD, betonte, die Kommunen stünden in einem Wettstreit um Kinder, Eltern und Wohnbevölkerung. Auch CDU-Sprecher Markus Hauck schwenkte auf diese Linie ein: "Wir werden ein Konzept brauchen."mbe

"Zur Wohltätigkeit gehören eben auch Kindergärten."

Erich Körner, Kita-Beauftragter von St. Hildegard