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Blühwiese
Kinder pflanzen Blumen für die Bienen

Landschaftsgärtner Claus Günther zeigte den Kindern der Pestalozzischule, wie sie die Samen der Wildblumenmischung richtig verteilen. Erst in zwei Jahren können sie das volle Ausmaß ihrer Arbeit sehen.
Landschaftsgärtner Claus Günther zeigte den Kindern der Pestalozzischule, wie sie die Samen der Wildblumenmischung richtig verteilen. Erst in zwei Jahren können sie das volle Ausmaß ihrer Arbeit sehen. FOTO: Cornelia Jung
Rohrbach. Noch kann man sich schlecht vorstellen, dass aus der mit Steinen übersäten Fläche im hinteren Teil des Festplatzes einmal eine Blühwiese und damit ein Festmahl für Bienen werden soll. Auch den 24 Kindern der ersten Klasse der Pestalozzischule, die am Donnerstag der Stadtgärtnerei und einem Gartenbaubetrieb beim Einsäen einer Wildblumenmischung zur Hand gingen, gelang das noch nicht. Zwei Jahre müssten sie Geduld haben, bis sich die Wiese so entwickelt hat, dass sie ihre ganze farbige Blütenpracht entfaltet, erklärte ihnen Landschaftsgärtner Claus Günther. Von Cornelia Jung

Das wegen des besseren Ausstreuens mit Sand „gestreckte“ Saatgut müsse mit Fingerspitzengefühl ausgebracht werden, weiß Henning Bost. Man dürfe beim Ausbringen der regionenspezifischen Wildblumenmischung nicht „kreuz und quer“ über den zuvor gepflügten Acker laufen, sondern bräuchte System, wie der städtische Angestellte sagt. Deshalb ist die Fläche mit gelben Pflöcken markiert. Claus Günther zeigte den Kindern zuvor, wie sie die Samen locker aus dem Handgelenk ausbringen müssen, damit ihre Hilfe auch Früchte trägt. Ein bisschen was verstehen auch die Grundschüler von Gartenarbeit, denn schon bei der Picobello-Aktion haben sie etwas über Pflanzen und Grünpflege gelernt und Frühblüher gepflanzt.


„Wir sind auch heute hier, um was über die Natur und die Umwelt zu lernen“, begrüßte Oberbürgermeister Hans Wagner die fleißigen Kinder, „ihr habt bestimmt schon mal gehört, wie wichtig Bienen sind. Es werden aber immer mehr Wiesen gemäht, sodass für sie keine Blüten zum Nektarsammeln mehr da sind. Und deshalb sollen hier mal viele Blumen wachsen.“ Einst waren die rund 1800 Quadratmeter eine extensive Rasenfläche, die jährlich dreimal gemäht wurde. Mit finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums in Höhe von knapp 5000 Euro soll dort ein blühendes Insektenparadies entstehen, an dem nicht nur die Pestalozzischüler ihren Anteil haben, sondern auch die Schüler der Rohrbacher Gemeinschaftsschule.

Staatssekretär Roland Krämer lobte die Kinder, für die er auch eine Belohnung mitgebracht hatte: „Das habt ihr toll gemacht. Später könnt ihr dann die Insekten beobachten. Die Bienen bestäuben auch Apfel- und Kirschbäume und sind dafür verantwortlich, dass wir Obst haben. Deshalb ist das, was ihr hier macht, eine wichtige Arbeit.“ Nun hoffen die kleinen Gärtner, dass der Regen ihre Saatmischung aufgehen lässt. Diese enthält immerhin 35 Wildblumen- und 15 Grassorten.