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Kihl bleibt am Bushäuschen dran

Helmut Kihl. Foto: Jörg Martin
Helmut Kihl. Foto: Jörg Martin
Wittersheim. Man sagt Politikern ja so einiges nach. Dass sie an ihren Ämtern zu lange festhalten würden etwa. Ein Sachverhalt, der oft in der Bundes- und Landespolitik vorkommt Von SZ-Mitarbeiter Jörg Martin

Wittersheim. Man sagt Politikern ja so einiges nach. Dass sie an ihren Ämtern zu lange festhalten würden etwa. Ein Sachverhalt, der oft in der Bundes- und Landespolitik vorkommt. Wenn aber ein kommunalpolitisches Urgestein aus sachlichen Gründen betont, so lange im Amt bleiben zu wollen, bis ein Anliegen endlich geklärt ist, dürfte dies von einem nicht unerheblichen Engagement und von viel Herzblut zeugen. So war Lachen und Beifall beim 17. Neujahrsempfang der SPD Wittersheim/Bebelsheim und des Ortsvorstehers eigentlich nur die logische Konsequenz auf dessen Aussage: "Ich kandidiere so lange, bis ich das Ding geregelt bekomme." So hatte Helmut Kihl es den Vereinsvertretern und Parteimitgliedern zugerufen.


In der "Wonerei", der ehemaligen Wagnerei von Kihls Vater, hatte der Ortsratschef nämlich erneut das Ausbleiben eines Buswartehäuschens moniert. Alle Ortsteile der Gemeinde Mandelbachtal hätten eine stabile, wetterfeste Unterstellmöglichkeit für die Fahrgäste - nur eben Wittersheim nicht.

Vor dem Haus 28 in der Saargemünder Straße gehöre es hin. Doch seitens der Verwaltung scheine man auf Zeit zu spielen. Sofern er bei den Kommunalwahlen das Wählervotum erhalte und die Gesundheit es zulasse, werde er die Einrichtung des Objektes unermüdlich weiterverfolgen, versprach er.

Kritik übte der Ortsvorsteher auch an den Technischen Werken Mandelbachtal, bei denen der Mitgesellschafter von den Stadtwerken Saarbrücken zu Energis wechselte. Der Ortsvorsteher bedauerte auch die späte Genehmigung des Haushaltes im Oktober 2012. Dies habe dazu geführt, dass der Zuschuss für ein Bergbaudenkmal noch nicht ausgezahlt wurde. Dies, obwohl Wittersheim in den vergangenen acht Jahren keine Investitionen von der Gemeinde gefordert habe. Vom Rathaus fordere er den Verkauf des gemeindeeigenen Hauses Hauptstraße 28. Es sei wichtig, dass Neubürger den Weg in den Ort finden und dieser attraktiv bleibe.

Stefan Pauluhn, SPD-Landtagsfraktionsvorsitzender, rief die Situation zur Zeit des Empfanges 2012 in Erinnerung: Die Jamaika-Koalition war gerade zerbrochen, und Neuwahlen standen an. Es sei richtig gewesen, keine Koalition mit der Linken einzugehen, so der Kreischef der Sozialdemokraten. Diese sei zu unberechenbar. Die Juniorpartnerschaft mit der Union biete mehr Stabilität für die Verwirklichung der SPD-Ziele.



So kümmere sich Arbeitsminister Heiko Maas mit dem Programm "Arbeit für das Saarland" um die Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit, nach dem die Bundesagentur für Arbeit ihre Förderungen gerade im Bereich Arbeitslosengeld II massiv reduziert hat. In den nächsten Tagen werde der Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro im Saarland beschlossen werden. Mit "Wir geben uns sonst auf", betonte Pauluhn die Wichtigkeit der Einhaltung der Schuldenbremse. Auch David Lindemann, der Bundestagswahl-Kandidat der SPD Saarpfalz, stellte sich vor.