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KEB
Mit Christian Brembeck zu Kleinoden der Orgelbaukunst

Homburg. Noch bis morgen läuft die Anmeldungsfrist zur Orgelfahrt der katholischen Erwachsenenbildung ins Elsass. red

Die Katholische Erwachsenenbildung Saarpfalz (KEB) lädt am Sonntag, 25. November, zur Orgelfahrt: „Kleinode der Orgelbaukunst in Marmoutier, Molsheim & Wissembourg“ ein. Die Orgelvorführungen und –konzerte liegen wieder in den bewährten Händen des renommierten Organisten & Orgelfachmanns Christian Brembeck (Berlin).


Die ehemalige Abteikirche St. Etienne zu Marmoutier ist nicht nur eine der ältesten Abteien im Elsass und ein bemerkenswertes Bauwerk, sondern beherbergt auch eine der berühmtesten und besterhaltenen Orgeln des Elsass, die internationales Renommée genießt. Erbaut wurde die Orgel in zwei Abschnitten: 1707-1710 baute Andreas Silbermann 20 Register auf zwei Manualen, 1746 komplettierte sein Sohn Johann Andreas Silbermann das Instrument.

Die letzte Renovierung, bei der auch die sehr wenigen Veränderungen der 1950er Jahre wieder auf den Urzustand zurückgeführt wurden, erfolgte 2009-10 durch die Werkstatt Quentin Bumenroeder.



Eine der letzten Orgeln Johann Andreas Silbermanns steht in der Kirche Hl. Dreifaltigkeit und St. Georg (“Jesuitenkirche”) zu Molsheim. Das ebenfalls denkmalgeschützte  Instrument von 1781 zeigt die ganze Meisterschaft des Orgelbauers; überdies ist sie die einzige Orgel des Elsass mit einem kompletten Echowerk über 4 Oktaven. Mit der 1969-71 erfolgten Rückführung auf den Urzustand war Orgelbaumeister Alfred Kern denkmalpflegerisch seiner Zeit voraus, heißt es in der Pressemitteilung der KEB weiter.

In Wissembourg (Weißenburg) stehen gleich zwei interessante Orgeln auf dem Programm. Die historische Orgel in der ehemaligen Abtei- und Stiftskirche Sts-Pierre-et-Paul wurde 1766 von Louis Dubois vollendet. Eine der größten historischen Orgeln im Elsass teilte das Schicksal vieler historischer Orgeln: diverse Umbauten bis zu Vernachlässigung,  Unspielbarkeit, gar drohendem Einsturz.

Seit ihrer Restaurierung in den Jahren 2010 bis 2012 auf den Urzustand durch Gaston und Daniel Kern ist sie wieder in alter, ganz eigener Klangpracht französischer Prägung zu hören. Ein neues Instrument in ehrwürdigen Mauern ist die Orgel der protestantischen Kirche St. Jean. Die Kirche wurde vom 13.-16. Jahrhundert erbaut und beherbergte einst ebenfalls eine Silbermann-Orgel, die jedoch beim Bombardement 1945 stark zerstört wurde. Ein Neubau durch  den belgischen Orgelbauer Dominique Thomas wurde 2015 fertiggestellt. Mit seinen norddeutsch inspirierten Klangfarben bildet dieses Instrument ebenso einen Kontrast wie eine Ergänzung zur historischen Orgel der benachbarten Abteikirche. Bemerkenswert sind neben den Orgeln auch die Räume, in denen sie zu finden sind: Jede der Kirchen ist ein entdeckenswertes Kleinod.

Die Mittagspause in Marmoutier steht zur freien Verfügung. Die Kosten für die Tagesfahrt betragen 89 Euro (inklusive Fahrt, Eintritte, Orgelvorführungen & -konzerte, sowie auch schriftliche Infos zu den Orgeln).

Anmeldung bis zum morgigen Samstag, 10. November, bei der KEB Saarpfalz in St. Ingbert unter der Telefonnummer (0 68 94) 9 63 05 16 oder per E-Mail: kebsaarpfalz@aol.com.