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Katholiken planen die Zukunft

Namensgeber der neu entstehenden Stadtpfarrei: Der Heilige Ingobertus. Foto: Florian Rech
Namensgeber der neu entstehenden Stadtpfarrei: Der Heilige Ingobertus. Foto: Florian Rech FOTO: Florian Rech
St Ingbert. Vieles ist schon umgesetzt, vieles noch im Werden. Das Gemeindepastoral 2015 im Bistum Speyer bedeutet Umstellung für Kitas, Kommunionkinder und Kirchgänger. Katholiken müssen sich nun öffnen für den Verbund, sagt der künftige Stadtpfarrer Achim Dittrich. Von SZ-RedaktionsmitgliedPatricia Müller

Es ist ein Zwischenzustand, in dem sich die Kirchengemeinden des Bistums Speyer zurzeit befinden. Einige Änderungen, die das Gemeindepastoral 2015 mit sich bringen, sind schon vollzogen. Andere werden vom Bischöflichen Ordinariat Speyer derzeit noch entwickelt. Fest steht nun, dass die entstehende Stadtpfarrei in St. Ingbert nach dem Heiligen Ingobertus benannt wird. Weit über 100 Stimmen erzielte der Schutzheilige bei der Namensabstimmung, berichtet Pfarrer Achim Dittrich, der ab 1. Dezember 2015 hauptverantwortlich für die Stadtpfarrei sein wird.

Die rückläufige Zahl der Pfarrer und der Katholiken erforderten die neue Pfarrei-Struktur. Aus ursprünglich vier Pfarrern in der St. Ingberter Gemeinschaft wurde einer. Die Zahl der zwei Kapläne wurde ebenso um eins reduziert. Als Priester zur Seite steht zusätzlich der Kooperator Pfarrer Armin Hook.

In der fertigen Struktur sind von den 70 zukünftigen Pfarreien im Bistum Speyer schon 50, erzählt Dittrich. "Es ist schon und es ist noch nicht", sagt er zum Entwicklungsstand des Gemeindepastorals in St. Ingbert, "Vieles ist im Werden". Das betrifft ganz besonders das Wie und das Wer in der Verwaltung.

Die bislang sechs einzelnen Verwaltungsräte der Kirchengemeinden sollen zu einem einzigen Gremium zusammengeschlossen werden. Der gemeinsame Verwaltungsrat soll zukünftig gebündelt Entscheidungen über Finanzen und Immobilien der Kirchengemeinden treffen. Ebenso entsteht ein gemeinsamer Pfarreirat, der unter anderem Pfarrfeste und Kommunionsvorbereitungen organisiert.

Ab 2015 wird es zu einer wichtigen Aufgabe der Räte vor allem Termine abzustimmen. Denn durch die Zusammenlegung zur Stadtpfarrei sollen sich Termine nicht mehr überschneiden, sondern für alle Katholiken in St. Ingbert verfügbar sein, erklärt Pfarrer Dittrich. In den Kinderschuhen steckt vor allem noch die zukünftige Organisation der katholischen Kindertageseinrichtungen (Kita) in St. Ingbert. Das Gemeindepastoral werde Standards für die Kitas bringen, erzählt Dittrich, zum Beispiel in der inhaltlichen Gestaltung. Der Aufwand, der in den Einrichtungen entstehe, die durch Ganztagesbetreuung gewachsen sind, müsse durch den einen entstehenden Verwaltungsrat koordiniert werden. Bislang laufe dies "passabel".

Seit Dittrichs Antritt 2012 habe er schon starke Veränderungen bemerkt. "Es ist ein massiver Einschnitt", sagt er. Pfarreien, die über Jahrzehnte gewachsen sind, seien schwierig zu verändern. Doch "abservieren" wolle er die Gemeinden nicht. "Konkret in einer Gemeinde beheimatet zu sein, ist gut und wichtig", beteuert Dittrich, "das soll auch bleiben". Doch es müsse ein Lernvorgang stattfinden, offen für den Verbund zu sein. In Zukunft sieht Pfarrer Dittrich noch weitere Veränderungen auf St. Ingbert zukommen. Aufgrund "materieller Zwänge" liege es nahe, etwa im Winter Pfarrheime zu schließen, um Heizkosten zu sparen. Dass jede Gemeinde einen eigenen Gottesdienst habe, könne mittelfristig auch nicht bleiben. Trotz des Zusammenschlusses biete die Pfarrei laut Dittrich bislang "eine immer noch sehr gute Versorgung".

Weitere Infos gibt es online:

bistum-speyer.de