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Fastnacht
Platz für Glanz ist in der kleinsten Hütte

 Die RCV-eigene Truppe „Holz vor der Hütt'n“ machten das Kulturhaus zu ihrer Showbühne.
Die RCV-eigene Truppe „Holz vor der Hütt'n“ machten das Kulturhaus zu ihrer Showbühne. FOTO: Cornelia Jung
Rentrisch. Unter dem Motto „Disney“ feierte der Rentrischer Carnevalverein „Die Holzhauer“ seine erste Kappensitzung der Session. Von Cornelia Jung

Obwohl die Holzhauer mit dem Saal des Rentrischer Kulturhauses einen der kleinsten Säle im Umkreis mit ihrer Kappensitzung bespielen, hatte diese doch alles, was eine gelungene Fastnachtsveranstaltung ausmacht. Am Samstag glitzerte und strahlte der kleine Saal nicht nur aufgrund der Deko, sondern vor allem wegen der Akteure auf der Bühne und der Gäste.


Unter ihnen Tollitäten und Vertreter anderer Karnevalvereine, wobei zwei Gäste bei den „Holzhauern“ für ganz besonderen Glanz und ein großes „Hallo“ sorgten. Regionalvertreter Wolfgang Blatt hatte bei seinem „Auftritt“ in Rentrisch Klaus-Ludwig Fess dabei, seines Zeichens Präsident des Bundes Deutscher Karneval, und damit das höchste Amt, dass ein Narr erreichen kann. Er verbreitete „Glanz in unserer Hütte“, wie Vereinsvorsitzende Heike Kretschmer ein ums andere Mal sagte. Und ihre Freude wurde noch größer, als sie den ersten Jubiläums-Frauenorden anlässlich des 66. Jahrestages des BDK vom „Chef“ persönlich angeheftet bekam. Dieser hatte in Rentrisch, nach Memmingen am Vortag, seinen 201. Auftritt in dieser Session. Dass er in den kleinen St. Ingberter Ortsteil kam, „ist eine Wertschätzung für euch, denn das Wirken im Ehrenamt ist nicht selbstverständlich“. Die Hochburg der Fastnacht sei immer da, wo Freude verbreitet werde „und so ist die Hochburg heute bei euch“. Natürlich hatten auch diese beiden Gäste einen Orden der „Holzhauer“ bekommen, die sich diesmal thematisch in das Reich der Fantasie begaben.

„Disney“ steht in dieser Session auf dem Programm. Eine gute Wahl, lässt dieses Motto doch viel Spielraum zu. Tanz, Musik und Show sind in der Filmfabrik die Stoffe, aus denen die Träume sind, und genau die machen auch die Fastnacht aus. Tänzerische und akrobatische Einlagen gab es vor allem mit den drei Mariechen, die in diesem Jahr das Publikum erstmals auch als Trio begeisterten. Das Büttenmariechen hingegen erzählte, welcher Anstrengungen es bedarf, bis alle Abläufe und auf den Punkt genau an Fasend abrufbar sind. Gekalauerte Haus(manns)kost gab es mit den vereinseigenen Büttenrednern „De Dabbes und die Pann“, deren Programm sich vom täglichen Wahnsinn, Hunden, besten Teilen und Frauen inspirieren ließ.



„Rucki Zucki“ stellte der Fanfarenzug Elversberg die Bühne voll und machte mit Blech und Trommeln mächtig Stimmung. Spätestens bei der Interpretation von „The lion sleeps tonight“ wäre das besungene Tier hellwach gewesen. Und ein anderer Löwe hatte später mit Zebras, Gnus, einer Riesengiraffe und den tanzenden Heckendalheimer Sportlern seinen großen Auftritt, die eine tolle „König der Löwen“-Show ablieferten und die Narren im Saal vor allem über die Kostüme staunen ließen. Fess hatte sich noch mehr „Ramba Zamba“ im Kulturhaus gewünscht, das spätestens mit dieser Truppe eingekehrt war, von der sich die Narren lautstark eine Zugabe einforderten. „Es Schicksche un sei Neffe“ seien gerade aus Rio de Janeiro gekommen, schienen aber ihre Eindrücke nicht in Worte fassen zu können. Deshalb stellten Joe und Ekaterina die Reise nach Lateinamerika tänzerisch auf ein solides Fundament, auch wenn sie sich von Kuba inspirieren ließen.

So näherte man sich auch räumlich Disney an, deren Company ihren Ursprung in den USA haben. Die Gruppe „Holz vor der Hütt‘n“ ließ viele der Disneyfiguren auf der Bühne aufleben, vom Mäusekönig, über Balu aus dem Dschungelbuch, das Indianermädchen Pocahontas, die Schöne und ihr Biest, Timon und Pumba, das neu verfönte Rapunzel, einige der 101 Dalmatiner, Arielle und noch viele mehr. Eine Gaudi für alle Altersklassen und Narrensorten. Und als sich die „Girls“ bereits nach Mitternacht fragten, „Wer hat an der Uhr gedreht?“, war noch lange nicht Schluß. Denn „Surprise“ überraschte noch mit einigen Gassenhauern aus Musical, Schlager, Rock und Pop.