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Junge Pfarrerin beendet die halbjährige Vakanz

St Ingbert. Die Martin-Luther-Kirche hat eine neue Pfarrerin. Es ist die 29-jährige Michelle Scherer, die in St. Ingbert ihre erste Stelle nach Vikariat und Gemeindedienst antritt. Am Sonntag hält sie ihren ersten Gottesdienst als Pfarrerin. Cornelia Jung

. Seit dem Ruhestand von Roland Wagner, dem ehemaligen Pfarrer der Martin- Luther-Kirche, war dessen Stelle unbesetzt. In der Vakanz leitete Pfarrer Fred Schneider-Mohr die Geschicke der Gemeinde. Doch nun haben die mehr als 2200 Gemeindemitglieder mit Michelle Scherer wieder einen Ansprechpartner. Am 1. März war für die junge Frau aus dem pfälzischen Dellfeld Dienstantritt, doch schon zwei Tage zuvor war sie in einer Freizeit der diesjährigen Konfirmanden mit dabei. "Es war schön", so die 29-Jährige, die sich unter Saarländern sichtlich wohl fühlt. Auch deshalb, weil sie zuvor schon fast zwei Jahre in St. Ingbert Dienst tat.

Ihr Vikariat begann 2012 mit dem Schulpraktikum an der Rischbachschule, wo sie erste Erfahrungen als Religionslehrerin sammelte, bevor sie Anfang 2013 ans Albertus-Magnus-Gymnasium wechselte. Dem Schulvikariat folgte die Gemeindephase ab Juni 2013 in der St. Ingberter Christuskirche unter dem Mentorat von Schneider-Mohr. Schnell übernahm Michelle Scherer, die in Berlin, Heidelberg, Kiel und Mainz Theologie studierte, selbstständig Aufgaben wie den Religionsunterricht an der Südschule. Schwerpunkt ihrer Tätigkeit waren jedoch die Gottesdienste , aber auch Taufen, Konfirmationsunterricht und Beerdigungen gehörten in diese berufsvorbereitende Phase. Dort bekam Michelle Scherer auch erste Einblicke in die Verwaltungsaufgaben eines Pfarramtes.

"Der Dienst hat mir viel Freude gemacht", sagt die "frischgebackene" Pfarrerin. Kein Wunder also, dass sie ihre erste Stelle wieder nach St. Ingbert führte. Für ihren Berufseinstand hatte sie kein direktes Mitspracherecht, was den Dienst-Ort betraf. "In der Westpfalz wäre ich gern geblieben", teilte die Pfälzerin aus der Nähe von Pirmasens den zuständigen Stellen mit, "und ich wollte in die Stadt". Nun ist sie also doch in der Pfalz - in der Saarpfalz. Ende April zieht sie ins Pfarrhaus neben der Kirche ein.

Ihre erste offizielle Handlung als Pfarrerin war die Mitwirkung bei der Segnung der neuen Fahrzeuge der Feuerwehr (wir berichten). Hier rieben sich viele Anwesende verwundert die Augen, denn die wenigsten wussten, dass die Martin-Luther-Kirche wieder einen Pfarrer , diesmal also eine Pfarrerin, hat. Ihre Premiere meisterte sie aber so gut, dass einige Feuerwehrleute meinen konnten, sie wäre eine von ihnen.

Dabei wollte die 29-Jährige ursprünglich Medizin studieren. "Ich habe dann aber in meiner Heimatgemeinde durch unsere Pfarrerin den Beruf kennengelernt und gesehen, wie vielfältig er ist", erinnert sich Scherer an ihre Berufswahl, "Theologie ist ein breit gefächertes Fach mit vielen Teildisziplinen und man bekommt viel Allgemeinwissen." Außerdem wollte sie mehr über die Bibel, das "Buch mit sieben Siegeln", erfahren. Wissbegierig auf Neues scheint die Pfarrerin zu sein, die gern in der Natur unterwegs ist und Borkum als ihr liebstes Reiseziel nennt. Nach einem "Abstecher" nach Mexiko-City Ende 2014, wo sie das Spezialvikariat verbrachte, ist sie nach ihrer Tätigkeit als Presbyterin in Dellfeld jetzt in der Mittelstadt angekommen.

Am kommenden Sonntag, 15. März, hält Michelle Scherer ihre ersten Gottesdienste als Pfarrerin, um 9 Uhr in der Kapelle des Kreiskrankenhauses und eine Stunde später in "ihrer" Martin-Luther-Kirche. Ihre Ordination ist für Juni geplant.