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CDU St. Ingbert
Jugendliche diskutieren über Politik

Recht gut besucht war die „Happy Hour“-Diskussionsveranstaltung der CDU St. Ingbert im „Times“.
Recht gut besucht war die „Happy Hour“-Diskussionsveranstaltung der CDU St. Ingbert im „Times“. FOTO: Fabian Lasotta
St. Ingbert. Zahlreiche junge Leute kamen zur ersten Politik Happy Hour nach St. Ingbert. Diskutiert wurde dabei mit gestandenen Politikern von der CDU. red

Bisweilen wird ja behauptet, die Jugend von heute sei politikverdrossen. Zumindest für St. Ingbert gilt das eher nicht. Denn zur ersten Politik „Happy Hour“, die jüngst im Bistro Times stattfand, kamen mehr als 20 junge und junggebliebene Menschen im Alter von 15 bis 31 Jahren, um mit Vertretern aus allen Ebenen der Politik zu diskutieren. Als Gesprächspartner standen der Bundestagsabgeordnete Markus Uhl, die Landtagsabgeordnete Jutta Schmitt-Lang und Bürgermeister Pascal Rambaud zur Verfügung.


So war sichergestellt, dass Fragen zur Kommunal-, Landes- und Bundespolitik diskutiert werden konnten. Und tatsächlich ließen sich die jungen Leute nicht lange bitten. Matthias (28) befasste sich mit der momentanen Unzufriedenheit über die Gebühren für das öffentlich-rechtliche Fernsehen. „In Zeiten von Netflix, YouTube und Instagram nutzen die Menschen das klassische Fernsehen immer weniger. Warum ist das dann so teuer?“ Ebenfalls nicht zufrieden mit der Gebührenentwicklung zeigte sich Markus Uhl, der aber mit Eifer für ein solches Angebot warb. Für ihn sei es unvorstellbar, dass es künftig nur noch werbefinanziertes Fernsehen gäbe. „Wer soll dann halbwegs unabhängig und neutral Informationen anbieten? RTL II sicher nicht.“

Erwartungsgemäß gab es viele Fragen rund um das Thema neue Medien. Die Teilnehmer waren vor allem an leistungsfähigen Datennetzen, dem autonomen Fahren und mobilen Applikationen interessiert. Markus Uhl, der im Bundestag im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur sitzt, wies hier auf die großen Chancen dieser Entwicklung hin. „Beim autonomen Fahren ist es keine Frage mehr, ob es das irgendwann geben wird, sondern nur noch, wann es das geben wird.“ Gleichzeitig machte er auf mögliche und konkrete Probleme aufmerksam: Der jüngste russische Hackerangriff auf die Netzwerke des Bundestages sei hier nur ein Beispiel.

Lukas (15) fragte nach der Entwicklung von G8 oder G9 an den saarländischen Gymnasien. „Die Diskussion um die Schulzeit wurde insgesamt sehr emotional geführt“, so Jutta Schmitt-Lang, die für die CDU im Bildungsausschuss des Landtages sitzt. „Das Ergebnis des Volksbegehrens hat dann gezeigt, dass die Strukturdebatte dabei für viele Bürger nicht das zentrale Thema ist.“ Eine breite Mehrheit fordere aber zurecht Qualitätsverbesserungen in allen Schulformen. Hier müsse die Landespolitik ansetzen, zeigte sich Schmitt-Lang überzeugt.

Angesprochen auf die Vereinbarkeit von Ehrenamt, Familie und Beruf verwies Bürgermeister Pascal Rambaud darauf, dass der Stadtrat seine Arbeit in Ausschüssen organisiert habe. Die jeweiligen Stadtratsmitglieder könnten sich so auf bestimmte Themenbereiche konzentrieren und spezialisieren. „Diese Spezialisierung hilft, die teilweise 350 Seiten starken Ratsvorlagen zu überblicken“, so Pascal Rambaud, dessen Amt als Bürgermeister ebenfalls ein Ehrenamt ist. Melanie (23), die sich selbst als „politisch ohne feste Bindung“ sieht, fasste die Veranstaltung prägnant zusammen: „Es war sehr ansprechend, es gab keine Berührungsängste und ich hoffe, dass diese Form der politischen Diskussion eine baldige Fortsetzung findet.“