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Jeder Arbeitsplatz ist mir sehr wichtig

kalksteinbruch Auflagen werden nicht eingehalten Zu „Ortsrat Wolfersheim: Staubentwicklung bei Kalkabbau“ vom 24. Juli: Als interessierter Bürger und betroffener Wolfersheimer verfolge ich die Diskussionen um den Kalksteinbruch Rubenheim.

Zu den Fakten: Mit Schreiben vom 14. 6. 2011 hat der Landrat des Saarpfalz-Kreises der Betreiberfirma Schmitt Kalksteinbruch GmbH & Co. KG die Genehmigung zum Kalkabbau für 7 Hektar auf dem Hanickel erteilt. Damit verbunden auch die Auflage, Abwehungen und Aufwirbelungen von Staub wirksam zu verhindern. Aus eigener Erfahrung und Beobachtungen der vergangenen zwölf Monate steht fest, dass genau diese Auflagen nicht eingehalten werden. Außerdem werden die Emissionsauflagen in Bezug auf Schall nicht erfüllt. (Kann jeder selbst bei einem Besuch in der Region leicht überprüfen). In einer Sitzung des Wolfersheimer Ortsrates im Frühjahr dieses Jahres haben Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) mitgeteilt, dass für die Überwachung der Auflagen grundsätzlich die Genehmigungsbehörde zuständig ist, also der Saarpfalz-Kreis. In der Saarbrücker Zeitung vom 24.6.13 teilt ein Sprecher des Saarpfalz-Kreises mit, dass nicht der Kreis, sondern das LUA die Auflagen überwachen müsse. Nun befasst sich der Wolfersheimer Ortsrat schon wieder mit dem Thema und unterstützt eine Bürgerinitiative, die ein Verwaltungsgericht anruft, um Kontrollen zu bestimmten Auflagen von einer Behörde einzufordern, die diese Auflagen selbst zur Bedingung einer Betriebsgenehmigung gemacht hat. Fragen, die sich mir aufdrängen: Ja was denn nun, kontrolliert überhaupt jemand? Kann der Betreiber tun, was er will? Läuft das bei anderen Großprojekten in Land und Kreis auch so, dass Auflagen nicht das Papier wert sind, auf dem sie stehen? Hat jemand ein Interesse oder Eigeninteresse daran, dass es genau so läuft? Wo leben wir, in der BRD (EU) oder in einer lateinamerikanischen Bananenrepublik?

Wolfgang Blumenauer, Wolfersheim

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Ich verfolge mit großem Interesse die Diskussion um die Erweiterung des Kalksteinbruches Rubenheim. Als Imker und Naturfreund, der sich viel in der Umgebung von Wolfersheim aufhält, ist mir noch nicht aufgefallen, dass Obstblüten oder sonstige Pflanzen (außer am Steinbruch selbst) mit Kalkstaub ,,kontaminiert" waren. Regen, mit dem wir ja im Südwesten ausreichend gesegnet sind, beseitigt ja auch jede Ablagerung des Kalkstaubes, ohne unsere Umwelt zu schädigen. Auch meine Bienen (zwölf Völker) sind davon nicht betroffen, obwohl sie sich im Umkreis von drei bis vier Kilometern ihre Nahrung beschaffen. Nach Studien von Geschichtsbüchern und so weiter ist mir bekannt, dass Kalk schon von den Kelten und Römern zur Herstellung von Metall gebrochen wurde. Ab dem 18. Jahrhundert wurde in der Gegend von Blickweiler bis Gersheim wie bekannt in großem Stil Kalk abgebaut (unter Tage und in Steinbrüchen). Es ist also ein uraltes traditionelles Tagewerk, das viele Menschen in diesem Bereich Arbeit gab. Dieser genannte Bereich ist auch heute noch nicht mit Arbeitsstellen gesegnet. Deshalb ist jeder Arbeitsplatz, der Menschen Lohn und Brot gibt, mir sehr wichtig. Kalkstaub selbst hat nach meinen Informationen keine toxischen oder umweltschädlichen Auswirkungen auf die Umwelt. Ganz im Gegenteil. Auch stimmt es ja nicht, wie mir berichtet wurde, dass der Steinbruch auf 40 Hektar direkt abgebaut wird, sondern dass der abgebaute Bereich direkt aufgefüllt wird. Es ist auch schade, dass man alles wieder verfüllt. Man könnte stattdessen daraus ein ganz tolles Biotop für Flora und Fauna entstehen lassen. Was auch ein weiterer Anziehungspunkt für die Biosphäre Bliesgau wäre (Naturliebhaber). Roman Theis, Wolfersheim