| 20:06 Uhr

Musikverein Rohrbach
Ein Abend der italienischen Lebensart

Die Gäste ließen sich vom Musikverein Rohrbach gern zum italienischen Abend einladen, der viele Facetten Italiens in Musikform präsentierte.
Die Gäste ließen sich vom Musikverein Rohrbach gern zum italienischen Abend einladen, der viele Facetten Italiens in Musikform präsentierte. FOTO: Corniela Jung / Cornelia Jung
Rohrbach. Mit einem italienischen Abend unterhielt der Musikverein Rohrbach seine Gäste in der Rohrbachhalle.

Das Konzert mit dem Musikverein Rohrbach versprach bereits im Vorfeld eines zu werden, das irgendwo zwischen sprühendem Temperament, Romantik und Genuss angesiedelt ist, denn das Große Orchester hatte zum italienischen Abend eingeladen. In der Rohrbachhalle wurde die musikalische Hommage an dieses Land unter dem Titel „Serata italiana“ von den zahlreichen Besuchern schon sehnsüchtig erwartet, schließlich riefen Titel wie „Gloria“, „Italo Oldies“ oder „Storie die tutti i giorni“ Erinnerungen an eine Urlaubsfahrt mit Sack und Pack im kleinen Familienauto in den Süden wach.


Pizza, Wein, der legendäre Fiat 500 – das verbindet man mit Italien. Und deren Symbole bildeten auch die Deko an der Wand hinter dem Orchester. Gleich beim ersten Titel kam Bewegung in den Saal. Pfarrer Marcin Brylka machte mit der Hand auf dem Herzen vor, was sich schickt, wenn mit „Il canto degli Italiani“ die italienische Nationalhymne gespielt wird. Mit „Viva Italia“ ging es weiter im Programm, das Italien in Notenform hochleben ließ. Klassiker wie „O sole mio“, „Tarantella“, „Carneval in Venedig“ oder auch „Funiculi funicula“ gefielen den Zuhörer, die zum Teil begeistert mitsangen und -klatschten. Auch, wenn der Musikverein Rohrbach dank guter Musiker, aber auch wegen der perfekten Moderation, immer eine gute „Performance“ abliefert, schienen die Instrumentalisten unter ihrem Dirigenten Mark Endres an diesem Abend besonders gut zu spielen.

Vielleicht lag es einfach an der Musik, die ja nicht nur dem Publikum gefallen muss, sondern vor allem denjenigen, die sie präsentieren. Ja, das Thema schien so richtig nach dem Geschmack des MV Rohrbach zu sein. Filmmusik, alte Schlager, traditionelle Melodien über „bella Italia“ – das war nicht nur ein Konzert – das war ein Statement. Besonders schön war das begleitende „Filmprogramm“, das auf einer Leinwand zwar keine bewegten Bilder zeigte, aber die Stücke mit Fotos oder Plattencovern untermalte. Gerade bei „Moment for Morricone“ war es informativ zu wissen, welche der unzähligen auch heute noch populären Filmmelodien da gerade zu hören waren. Und nicht nur da halfen die Bilder. Neben den ausführlichen Erläuterungen der Geschichte der Stücke durch ein Mitglied des Ensembles, wurden die Schauplätze gezeigt, die das Orchester musikalisch „beschrieb“.



Ach ja, „Pisa“, das war doch die Stadt mit dem Turm, der sich schon von Beginn seiner Errichtung an vor den Einwohnern und später den Touristen verneigte. Ein wenig vielleicht auch vor der Leistung des Rohrbacher Orchesters, das es nicht nur durch die Intonation des Glockenmotivs schaffte, dass man sich in der Stadt in der Toscana wähnte. Dieser Landschaft setzte auch Julius Fucik mit seinem „Florentiner Marsch“ ein Denkmal, der zu einem der meistgespielten Märsche weltweit gehört. An eine der schlimmsten Naturkatasptrophen versuchte der Schweizer Mario Bürki mit seinem „Pompeji“ zu erinnern. Das Stück basiert auf Robert Harris‘ Roman und inspirierte ihn, Szenen aus dem Buch zu vertonen und fand damit eine besondere Form der Geschichtsschreibung. Man meine beim Instrumentenspiel tatsächlich zu hören, wie der Vulkan grummelt, seine Lava kraftvoll ausstößt und mit einem schlimmen Ascheregen alles im sprichwörtlichen Sinne in Schutt und Asche legte.

Das Publikum war nach dem Konzert so begeistert, dass aus dem italienischen Abend locker noch eine italienische Nacht hätte werden könne. Doch dem Publikum mussten die zwei Zugaben, das „Nessun Dorma“ und das „Chianti-Lied“, vorerst reichen.