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Interview mit Rainer Janke
Ein Urgestein der Merziger Orchideenschau

Rainer Janke, Ehefrau Janette Janke und Hund Bali
Rainer Janke, Ehefrau Janette Janke und Hund Bali FOTO: Tina Feindel
Merzig. Rainer Janke reist mit seinen Pflanzen im Jahr zu zehn bis 15 Ausstellungen. Am Wochenende baut er seinen Stand in der Merziger Stadthalle auf. Von Nina Drokur

In sechs verschiedenen Klimazonen züchtet Rainer Janke in seiner Gärtnerei im rheinlandpfälzischen Weilerbach Orchideen. Im März gelang ihm sein bislang größter Erfolg: Bei der Orchideenschau in Dresden, der größten jährlichen Schau in Europa, belegte sein Stand den ersten Platz. Am Wochenende präsentiert der Gärtner seine schönsten Exemplare auch in Merzig. Und er hat ein Geheimnis im Gepäck.


Herr Janke, Sie kommen Ende der Woche wieder nach Merzig zur 15. Orchideen-Ausstellung. Zum wievielten Mal sind sie dabei?

RAINER JANKE Ich bin seit Anfang an dabei. Mir wurde das in die Wiege gelegt. Seit der Betriebsgründung 1967 sind Orchideen eine Leidenschaft und ein Hobby meines Vaters gewesen. Umso schöner ist es, wenn man das Hobby zum Beruf machen kann und man, wie am Wochenende in Merzig, anderen Leuten einen Zugang zeigen kann. Und dieses Jahr ist besonders.



Inwiefern?

JANKE Es ist ja so, dass wir alle mit der besonderen Hitze zu kämpfen hatten und so haben sich die Blühzeiten von einigen Pflanzen verschoben. Viele Pflanzen, die sonst um diese Zeit nicht geblüht haben, blühen jetzt und andere, die sonst geblüht haben, sind schon verblüht. Es lohnt sich also dieses Jahr besonders, vorbei zu schauen.

Sie fahren zu vielen Ausstellungen im Jahr, was unterscheidet die Merziger von anderen?

JANKE Merzig zeichnet die Leute aus. Nicht nur die Vereinsmitglieder der Orchideenfreunde, die die Ausstellung organisieren. Bei denen merkt man das gute Verhältnis untereinander. Auch die Besucher sind alle sehr nett. Sie bedanken sich bei uns, schätzen uns. Und es freut jeden, wenn er merkt, dass seine Arbeit gut ankommt. Wir sind im Jahr auf zwischen zehn und 15 Ausstellungen. Das gibt es nicht überall.

Haben Sie dieses Jahr wieder eine neue Züchtung im Gepäck?

JANKE Ja, aber ich darf noch nicht verraten, was es ist. Das ist ein Geheimnis. Nur so viel: Sie ist etwas für Kenner und Liebhaber. Seit 2014 sind wir mit dieser Zucht beschäftigt. Das ist verhältnismäßig kurz. Aber diese Orchidee blüht schon ab einer sehr kleinen Größe. So viel sei verraten.

Was ist dieses Jahr in Sachen Orchideen en vogue?

JANKE Wie bei allem gibt es auch bei Orchideen Trends. Vor ein paar Jahren war Gelb sehr beliebt. Mittlerweile wollen die Leute viel Weiß. Pauschalisieren kann man das nicht, aber man merkt doch alle paar Jahre eine Veränderung.

Woran orientieren Sie sich?

JANKE Man muss sich verlagern, muss am Ball bleiben und schauen, was die anderen so machen. Wir fahren mindestens alle zwei Jahre nach Asien und schauen, was es dort so Neues gibt. Dann muss es Liebe auf den ersten Blick sein. Es gibt Pflanzen, an denen kann ich nicht vorbei gehen. Der erste Eindruck entscheidet.

Eine Frage, die Sie vermutlich öfter hören: Welche ist Ihre Lieblingsorchidee?

JANKE Das werde ich tatsächlich
oft gefragt. Ich habe ganz viele. Inzwischen wird mir nachgesagt, dass ich viele Pflanzen gar nicht hergeben will. Es gibt nicht die eine Lieblingsorchidee. Im März blühen andere als im November, und der Moment, wenn man sie wieder zum Blühen bringen kann, ist einfach schön.

Haben Sie denn schon mal einem Kunden vom Kauf abgeraten?

JANKE Die Beratung hat eine hohe Priorität. Im Gespräch mit den Leuten versuchen wir immer die richtige Orchidee für den richtigen Kunden zu finden.

Die Fragen stellte Nina Drokur