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Ingobertus, Politik, EM und Tanz

St. Ingbert. Er hatte es angekündigt. "In der Stadthalle wird's richtig fies." Das waren Konrad Weisgerbers finale Worte nach seinem Auftritt bei der Sessionseröffnung des MGV Frohsinn im November. Er hat sein Versprechen nicht gebrochen. Am Samstagabend trieb der St. Ingberter in der MGV-Kappensitzung den Narren die Tränen in die Augen Von SZ-Mitarbeiter Oliver Bergmann

St. Ingbert. Er hatte es angekündigt. "In der Stadthalle wird's richtig fies." Das waren Konrad Weisgerbers finale Worte nach seinem Auftritt bei der Sessionseröffnung des MGV Frohsinn im November. Er hat sein Versprechen nicht gebrochen. Am Samstagabend trieb der St. Ingberter in der MGV-Kappensitzung den Narren die Tränen in die Augen.Eine ungeheure Faszination hat im Zusammenhang mit den lokalen gesellschaftlichen und politischen Merkwürdigkeiten die Ingobertus-Statue auf Weisgerber ausgeübt. Der aber gestand: "Nur ein Geheimnis konnt' ich knacke: Wieso hat er so dicke Backe? Das ganze Gemaule und Gemotze, das fand er zum Kotze."



Konrad Weisgerber erfüllte die hohen Erwartungen, die praktisch alle in ihn setzen. Obwohl der Elferrat nur für ihn eine Rakete zündete, stand er damit keineswegs alleine da. Auch Roland Roschy war ganz dicht dran mit seiner Geschichte von marschierenden Ingobertus-Statuen. Andreas Franz aus Ramstein, ein Pfälzer also, bot den beiden die Stirn. Er hatte es auf den Skandal um den Nürburgring, Peer Steinbrücks Tritt in jedes Fettnäpfchen oder den Flughafen Berlin-Brandenburg abgesehen. "Schönes hat man da geahnt - doch erst wurd gebaut und dann geplant."

In diesem Stil ging es weiter: Die Frohsinns-Krätzjer machten aus drei kleinen Italienern einen schwarzen und erinnerten damit an Mario Balotelli, der Fußball-Deutschland im Sommer aus allen EM-Träumen riss. In einem weiteren Stück kam der aus dem Saarland stammende Bundesumweltminister Peter Altmaier nicht viel besser weg. Doch auch wer nicht auf die närrische Betrachtung der Dinge im Land stand, kam beim MGV Frohsinn auf seine Kosten. Da waren die Schautänze der Prinzengarden aus Miesau und Blieskastel. Die Gäste aus Rheinland-Pfalz setzten die Zeit nach dem ausgefallenen Weltuntergang vom 21. Dezember ins Bild, mit den Blieskastelern ging es nach Las Vegas auf Glücksspiel-Tour. Elmar Becker, Präsident der Gäste aus der Von-der-Leyen-Stadt, nahm den Mund nicht zu voll, als er vom besten Showtanz aller Zeiten seiner Funkengarde sprach.

Sogar dem Team "de Verbaute und de Versaute" gelang es, die gesamte, prächtig gefüllte Stadthalle anzusprechen. Fabian Roschy und Fabienne Müller, die beiden Nachwuchshoffnungen des MGV, genossen ihr Heimspiel. Keine Frage: Von dieser Kappensitzung werden Akteure und Besucher noch eine Weile zehren.

Auf einen Blick

Bei der Kappensitzung des MGV Frohsinn traten auf: Der Fastnachtschor (MGV), Fabienne Müller (MGV), Andreas Franz als "Till" (Ramstein), die Ehrengarde (Dengmerter Narrezunft), Konrad Weisgerber (MGV), die Prinzengarde (Miesau), Fabian Roschy als "De Freggert" (MGV), Funkenmariechen Carolin Reitnauer (Blieskasteler Karnevalgesellschaft Nix wie druff), Roland Roschy (MGV), die Frohsinns-Krätzjer (MGV), die Funkengarde (Blieskasteler Karnevalgesellschaft Nix wie druff), Peter Steinfeld und Georg Buchheit als De Verbaute und de Versaute, Klaus Reichert als De Wuschd (Spiesen) und das Männerballett (MGV).

Als Tontechniker waren Markus Jochum, Bernhard Wesely und Harald Schmitt im Einsatz, die Bedienung übernahmen Alina, Alena, Laura, Katharina, Katja, Jessica, Annika, Philipp und Dennis. obe