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40 Jahre Ingboertusmesse
St. Ingbert hat die „neue Saarmesse“

Ortsvorsteher Ulli Meyer und seine Stellvertreterin Irene Kaiser (Zweiter und Dritte von rechts) überreichten an den ehemaligen Messeleiter Herbert Kneib (links), dessen Nachfolger Jör Benz (rechts) und Nico Ganster einen SZ-Zeitungsartikel von 1979, in dem über die erste Gewerbeschau berichtet wird. Foto: Cornelia Jung
Ortsvorsteher Ulli Meyer und seine Stellvertreterin Irene Kaiser (Zweiter und Dritte von rechts) überreichten an den ehemaligen Messeleiter Herbert Kneib (links), dessen Nachfolger Jör Benz (rechts) und Nico Ganster einen SZ-Zeitungsartikel von 1979, in dem über die erste Gewerbeschau berichtet wird. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Mit einer Jubiläumsfeier wurden am Freitag „40 Jahre Ingobertusmesse“ gewürdigt. Grund genug, sich zu freuen, aber fürs Orga-Team mit Blick auf die Zukunft kein Anlass, sich zurückzulehnen.

Schon die nüchternen Zahlen zur dreitägigen Ingobertusmesse hören sich beeindruckend an. Rund 200 Aussteller präsentierten bis zu 50 000 Besuchern ihre Angebote auf 15 000 Quadratmeter Fläche rund um den Markt. Doch in diesem Jahr kam noch eine andere „Hausnummer“ dazu, denn die größte Verbrauchermesse der Region feierte ihren 40. Geburtstag. Aus diesem Anlass gab es zur Jubiläumsfeier, die von der Bergkapelle musikalisch begleitet wurde, kleine Ausblicke in die Zukunft und jede Menge Rückblicke auf vier Jahrzehnte erfolgreiche Messearbeit, die über die Zeit mit vielen Personen und Namen verbunden ist.


Nico Ganster, der Vorsitzende von Handel und Gewerbe (H&G), der das saarländische Motto „Großes entsteht immer im Kleinen“ als Aufhänger für sein Grußwort heranzog, verwies darauf, dass die Messe heute mehr als nur die kleine Gewerbeschau aus den Anfängen ist. Dem Vater des heutigen Ortsvorstehers und dessen Idealismus und Engagement sei es als Initiator der Messe zu verdanken, dass sie heute zu einer festen Größe im Jahreslauf des Vereins H&G und der Stadt geworden ist. „Früher gehörte manch amateurhaftes Improvisieren dazu“, so Ganster zur Messe , die sich heute zur erfolgreichsten Gewerbeschau der letzten Jahre im Südwesten Deutschlands entwickelt habe.

Dies sei auch eine Auszeichnung für St. Ingbert, denn die Messe habe dort ein ideales Umfeld vorgefunden. Vor allem lebe die Ausstellung durch ihren Zuspruch, den sie sowohl bei der Politik als auch den Besuchern genieße. Statt der laienhaften Anfänge und dem unermüdlichen Wirken Einzelner sei heute ein „professionelles Orga-Team“ zugange, das sich mit vielen Vorschriften hinsichtlich Brand- und Datenschutz befassen müsse. Eine Stadt brauche einen prosperierenden Handel und erfolgreiche Unternehmen – beides komme auf der Ingobertusmesse zusammen.



Der Oberbürgermeister „analysierte“ die Gründe für den Erfolg und den großen Zuspruch der Messe. „Sie ist ein Aushängeschild für die Stadt“, so Hans Wagner, „andere haben es über die Jahre nicht geschafft, sich zu halten.“ Eine engagierte Messeleitung, motivierte Aussteller, fast immer gutes Wetter, beste Lage mit einem großzügigen Flächenangebot, kurze Wege in die Fußgängerzone seien nur einige Pfunde, mit denen die Mittelstadt „messetechnisch“ wuchern könne. Mit Blick auf den im zehnten Jahr gleichzeitig stattfindenden Biosphärenmarkt verwies er auf die Rolle St. Ingberts als Tor zur Biosphäre.

Innenminister Klaus Boullion als Schirmherr ließ sich durch Staatssekretär Ulli Meyer vertreten und hatte damit eine gute Wahl getroffen, denn wohl kein anderer hat die Messe so intensiv begleitet und erlebt wie der St. Ingberter Ortsvorsteher. Bereits als Kind hatte er enge Kontakte zur Gewerbeschau, denn sein Vater als damaliger H&G-Vorsitzender habe sie „aus der Taufe gehoben“. Aus diesem Grund sei er auch im Besitz einer privaten Sammlung von Zeitungsausschnitten, Einladungen und Broschüren aus den Anfängen der Ingobertusmesse. Eine gerahmte Seite der Saarbrücker Zeitung von 1979, die über die erste Schau berichtete, schenkte er Messeleiter Jörg Benz und dessen langjährigem Vorgänger Herbert Kneib in Erinnerung und Dankbarkeit an ihr eifriges Wirken.

Als kleiner Bub habe er seinen Vater nicht nur beim Gang über die heimische Messe begleitet, sondern auch viele andere in der Region besucht. Früher hätten auch ausländische Aussteller in St. Ingbert eine Plattform geboten bekommen, jetzt seien es viele regionale. „Heute ist die Messe größer denn je“, so Meyer, „sie ist echt, persönlich und ein Erlebnis.“ Von Anfang an habe man bei ihrer Organisation auf Zusammenarbeit und auf die Trends der Zukunft gesetzt – und das auf einem hohen Niveau. „Qualität wird auch in Zukunft das Rückgrat unserer Wirtschaft sein und goldenen Boden unter den Füßen haben“, sagte Meyer. „Es gilt, hier die Trends zu bündeln und das Schicksal der Messe in die eigene Hand zu nehmen, so dass es in 40 Jahren heißt – die Ingobertusmesse ist die neue Saar-Messe.“

Viele Besucher nutzen die „Messepreise“, um vielfältige Angebote verschiedener Autohersteller zu vergleichen. Foto: Cornelia Jung
Viele Besucher nutzen die „Messepreise“, um vielfältige Angebote verschiedener Autohersteller zu vergleichen. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung
Auch das Rahmenprogramm, hier die Trachtenkapelle Ötz aus Tirol, macht die Ingobertusmesse für Besucher interessant. Foto: Cornelia Jung
Auch das Rahmenprogramm, hier die Trachtenkapelle Ötz aus Tirol, macht die Ingobertusmesse für Besucher interessant. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung