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In High Heels zur Familie am Rand der Wüste

Die Regisseurin Reem Kherici spielt in dem Film „Paris um jeden Preis“, der in der Kinowerkstatt St. Ingbert läuft, die Rolle der Maya. Foto: polyband
Die Regisseurin Reem Kherici spielt in dem Film „Paris um jeden Preis“, der in der Kinowerkstatt St. Ingbert läuft, die Rolle der Maya. Foto: polyband FOTO: polyband
St Ingbert. Die St. Ingberter Kinowerkstatt zeigt noch einmal „Paris um jeden Preis“ von Reem Kherici und anlässlich des internationalen Frauentages „Shortcut to justice“ von Daniel Burkholz und Sybille Fezer. bea

. Im Nachgang zu den Französischen Filmtagen läuft in der Kinowerkstatt "Paris um jeden Preis" (Paris à tout prix) von Regisseurin Reem Kherici mit Cécile Cassel, Tarek Boudali und Reem Kherici noch einmal in der Kinowerkstatt, und zwar an diesem Sonntag, 8. März, um 18 Uhr im französischen Origial mit Untertitel und am Montag, 9. März, bereits um 16 Uhr in der deutschen Fassung.

Eine junge Marokkanerin (gespielt von der Regisseurin Reem Kherici), seit 20 Jahren in Paris und auf dem Sprung zur großen Karriere in einem Haute-Couture-Haus, wird in ihre Heimat abgeschoben, weil ihre Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist. Sie spricht kein Arabisch, verwirrt ihre Umgebung mit High Heels und kurzen Kleidchen, kommt auch mit ihrer Familie am Rande der Wüste nicht mehr klar. Während sie mit allen legalen und illegalen Mitteln versucht, nach Frankreich zurückzukehren, entdeckt sie ihre Wurzeln, entwickelt neue Kreativität und erfüllt sich am Ende doch ihren Lebenstraum...

Zum Internationalen Frauentag zeigt die Kinowerkstatt am Montag, 9. März, um 19 Uhr in Zusammenarbeit mit der Peter-Imandt-Gesellschaft und der Rosa-Luxemburg-Stiftung den Film "Shortcut to Justice". Der Dokumentarfilm von Daniel Burkholz und Sybille Fezer "Shortcut to Justice" erzählt von den "Frauen für Gerechtigkeit" und den "Nari Adalat" - Frauen, die in Gujarat und anderen indischen Bundesstaaten aktiv sind und sich couragiert und solidarisch wehren gegen Unrecht und Gewalt, unter denen viele Frauen dort leiden. Weil Polizei und Justiz oft untätig bleiben und kaum Schutz und Hilfe geben, haben sie selber Gerichte gegründet: Woche für Woche versammeln sie sich, auf einem staubigen Platz am Rande ihres Viertels in der Millionenstadt Vadodara oder auf der Dachterrasse der Gemeindeverwaltung in einem Landstädtchen, und sprechen selber Recht. Mit Schlagfertigkeit und Kreativität weisen sie prügelnde Ehemänner und zänkische Schwiegermütter in die Schranken.

"Shortcut to Justice" wurde erfolgreich auf zahlreichen internationalen Filmfestivals präsentiert. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen in vielen Ländern setzen den Film für ihre Arbeit ein. Sybille Fezer ist Filmemacherin und Menschenrechtsexpertin von medicamondiale. Daniel Burkholz ist Filmemacher und Rechtsanwalt. Er wird bei der Vorführung anwesend sein. . Die Kinowerkstatt lädt alle filmbegeisterten Zuschauer und Mitglieder des Kinowerkstatt-Vereins am Dienstag, 10. März, ein zu einer Fahrt zur Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung nach Wiesbaden . Um den Großteil des deutschen Filmerbes zu erhalten, werden dort Kopien restauriert und neuerdings auch digitalisiert. Restauratorin Anke Wilkening steht den Kinowerkstatt-Besuchern zur Verfügung, beantwortet Fragen und präsentiert Filmbeispiele. Termin: Dienstag, 10. März, 18 bis 20 Uhr, in Wiesbaden . Abfahrt ist um 16.30 Uhr, Treffpunkt, Parkplatz hinter der Pfarrgasschule. Kosten: sechs Euro plus Fahrtkosten. Anmeldung unter Tel. (0 68 94) 3 68 21.