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Schwimmen
Im Halbstunden-Takt ging’s auf den Startblock

St. Ingbert. Über 150 Teilnehmer schwammen beim internationalen Jugendcup in St. Ingbert um Gold, Silber und Bronze. Von Lucas Jost

Schwimmer sind einzigartig. Zwei oder mehr Wettkämpfe an einem Tag, in denen es um Medaillen geht, sind in den allermeisten Sportarten undenkbar. Für Schwimmer ist das Tagesgeschäft. Finn Lambert (Schwimmfreunde St. Ingbert) nahm vergangenen Sonntag beim internationalen Jugendcup gleich an acht Wettkämpfen teil. Zum ersten Mal sprang er um 9.45 Uhr in das 25 Meter lange Becken im Schwimmbad „das blau“. Mit Erfolg: Auf der 50 Meter-Distanz im Freistil sahnte er in 28,06 Sekunden gleich die Goldmedaille ab. „Hier ist das alles recht eng gestrickt. Ich habe einen Start alle halbe Stunde. Ich gehe aus dem Becken, trockne mich schnell ab, setze mich kurz hin und dann geht’s auch wieder weiter“, sagte Lambert, der vier Stunden später schon sechs Distanzen geschwommen war. „Es läuft eigentlich ganz gut. Aber ich bin auch ein bisschen konkurrenzlos. In der Wettkampfklasse A gibt es nicht so viele Starter und die starten nicht alle auf den Strecken, auf denen ich starte.“ Seine Tagesbilanz liest sich dennoch vorzüglich. Drei Mal Gold, vier Mal Silber und zwei Mal Bronze. Teilgenommen hatte er, mit Ausnahme der 200 Meter Brust-Strecke, nur auf den kurzen Distanzen. Dazu meinte er scherzend. „Ich mache lieber die kurzen Strecken. Ausdauer ist nicht so meins.“


Gerade auf der Kurzbahn sind die längeren Distanzen ein wenig unbeliebter. „Über 200 Meter Kraul habe ich zum Beispiel lieber die lange Bahn, über 50 Meter die kurze. Hier hat man immer wieder einen kleinen Boost dazwischen. Aber auch das Mitzählen der Bahnen. Man soll beim Schwimmen seinen Kopf so frei wie möglich haben. Deswegen schwimme ich lange Distanzen lieber auf der Langbahn.“

Von den 153 Teilnehmern schickte der Ausrichter 37 ins Becken. Die meisten vor dem SK Kaiserslautern (26) und dem SC Homburg (23) und Zeugnis der vereinseigenen Jugendarbeit. Doch die gerät logistisch an ihre Grenzen. Der Schwimmclub verzeichnet im Nachwuchsbereich guten Zulauf, aufgrund mangelnder Trainingsbecken müssen aber Abstriche gemacht werden. „Wir bräuchten noch mehr Bahnen, noch mehr Zeiten. Daher warten wir gespannt auf das neue Lehrschwimmbecken, das im „das blau“ geplant ist“, sagt Valérie Touzalin-Rivrain, Vorsitzende der Schwimmfreunde. Und auch der Jugendcup steht vor seiner Kapazitätsgrenze „Wir haben große Hoffnung, dass in Zukunft noch mehr Teilnehmer kommen und dass wir mehrere Termine zur Auswahl hätten“, sagt die Vorsitzende.



Aktuell steht dem Verein zur Austragung nur der letzte Sonntag vor den saarländischen Sommerferien zur Verfügung. Das hatte dazu geführt, dass Vereine aus Pirmasens, Ludwigshafen und Frankreich wegen terminlicher Überschneidungen nicht an den Wettkämpfen teilnehmen konnten. Kommen diese in Zukunft, sind Teilnehmerzahlen von über 200 bis 250 Schwimmern realistisch. „Wenn so viele Teilnehmer kommen, schaffen wir den Jugendcup nicht an einem Tag.“ Und die gleiche verzwickte Situation gibt es ein zweites Mal. Touzalin-Rivrain: „Der Saarländische Schwimm-Bund bittet uns schon seit Jahren, die Kurzbahn-Saarlandmeisterschaften zu organisieren. Dafür bräuchten wir das Bad für zwei Tage am Wochenende im November. Da müssen wir noch viele, viele Gespräche führen. Aber wir geben nicht auf.“