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Schulabschluss
Hundert Sterne auf dem Weg in neue Galaxien

Entlassfeier in der Stadthalle: Fast 100 Schüler der Rohrbacher Gemeinschaftsschule starten mit einem erfolgreichen Abschluss in ein neues Leben.
Entlassfeier in der Stadthalle: Fast 100 Schüler der Rohrbacher Gemeinschaftsschule starten mit einem erfolgreichen Abschluss in ein neues Leben. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert/Rohrbach. Schüler der neunten und zehnten Klassen der Gemeinschaftsschule Rohrbach erhielten am Montag ihre Abschlusszeugnisse.

Sie waren am Montagabend in der Stadthalle die Stars – knapp hundert Schüler der Gemeinschaftsschule Rohrbach, die an jenem Abend ihre Abschlusszeugnisse bekamen. „Sternennacht“ wählten die Absolventen als Motto. Das Wort Star – englisch für Stern, kann aber auch für einen berühmten Menschen aus Film, Funk oder Fernsehen stehen oder ist einfach nur der Name eines Singvogels. Auf das Tier bezog sich in ihrer Rede an die Schüler auch Schulleiterin Susanne Fritz: „Der Vogel kann fliegen, sich über die Grenzen hinweg bewegen. Das wünsche ich auch euch, dass ihr frei seid und eure eigenen Wege festlegt.“ Aus kleinen funkelnden Sternchen seien Stars geworden, die ihre Wurzeln in der Schule und im Elternhaus haben und denen nun Flügel gewachsen seien.


Alle Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen haben die Prüfungen bestanden, 28 von ihnen haben die Möglichkeit zum Übergang in Klasse 11 und damit zum Erlangen der Hochschulreife. Davon wechseln neun Schüler in die Eingangsstufe ans BBZ, bleiben aber Schüler der Gemeinschaftsschule. Ein Novum. Mit dem Hauptschulabschluss, darunter 16 mit einem HSA plus, gehen 35 Schüler ab. „Ihr verlasst eure gewohnte Milchstraße und macht euch auf in entfernte Galaxien. Der gewohnte Rhythmus wird von neuen Sternenbahnen abgelöst“, bezog sich Fritz auf den Leitspruch der Schulabgänger, „ich wünsche euch, dass ihr künftig auf eure eigene Art leuchten könnt.“

In „Susis Wellnessoase“, wie die neunten Klassen Susanne Fritz‘ Arbeitsplatz in einem Spaß-Video bezeichneten, wurden die Weichen für das künftige Leben der Jugendlichen gestellt. Wobei das Massageangebot, Meditationskurse, der Besuch eines Kosmetikstudios in den Schulräumen und ein spezielles Fitnessprogramm lediglich den Wunschträumen der Schüler in schlaflosen Sternennächten entsprungen sein dürfte. Trotz Prüfungsstress der letzten Wochen hatten manche, wie die Klasse 9.1, an der Gemeinschaftsschule „eine großartige Zeit“. Auch der Lehrer ließ seine Schützlinge nur ungern ziehen. „Ihr ward eine coole Klassengemeinschaft und die beste, die die Welt je sah.“



Aus dem All ging es thematisch mit der Rede von Schulelternsprecherin Vincenza Gagliano wieder auf die Erde und den Boden der Tatsachen zurück. Während der WM war Fußball der Aufhänger für ihre Abschiedsworte. Ende sei es mit dem Trainingslager Schule. „Nun dürft ihr aufs Feld. Ihr seid am Ball. Spielt fair und passt auf, dass ihr nicht vom Feld getragen werden müsst.“ Mit Xavier Naidoos Titel „Dieser Weg (wird kein leichter sein)“ konnte sie die glücklichen Schulabgänger nicht schrecken. Mit einem Lillifee-Tanz zeigten die Jungs der Zehner ihre Verwandlungskünste, mit dem Lied „Astronaut (…) Ich heb‘ ab, nichts hält mich am Boden“ zu einem Fotovortrag verabschiedeten sie sich von ihrer Schule. Noch einmal hatte zur Zeugnisausgabe jeder einen letzten Auftritt. Auf der mit Pappmachee-Meteoriten und einer Menge Papiersternen geschmückten Bühne durchschritten sie einzeln das „Sternennacht“-Tor, holten sich von den Gästen einen Applaus für ihre Leistung, danach ihre Zeugnisse und eine Rose von ihrer Schulleiterin ab. Im Schulleben mit seinen Höhen und Tiefen war die Entlassfeier für die Teenager vor allem eines – eine Sternstunde.