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HTW-Studenten sind schon wieder weg

St Ingbert. Die 400 Studenten der Wirtschaftswissenschaften der HTW haben sich in St. Ingbert wohl gefühlt. Sie beziehen jetzt ein saniertes Gebäude in Saarbrücken. Die 800 „Sozialwissenschaftler“ bleiben auf dem Rastpfuhl. St. Ingbert als Standort der HTW ist raus. Vorerst. Cornelia Jung

. Die Hoffnung stirbt zuletzt. So geht es auch der Stadt St. Ingbert , die sich mit den dorthin "ausgelagerten" Wirtschaftswissenschaftlern der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) aus Saarbrücken schon auf einem guten Weg zur anvisierten Studentenstadt sah. Bereits im Herbst, als 400 junge Leute den ehemaligen Karlsbergsaal bezogen, stand fest, dass der Mietvertrag nur für das Wintersemester gilt. Nun ist das sanierte Gebäude am Campus Rotenbühl bezugsfertig und die Studenten ziehen zurück .Zwischenzeitlich waren aber auch die Sozialwissenschaftler der HTW "heimatlos", da sich der Einzug in ihr saniertes Hochhaus in Alt-Saarbrücken, das ehemalige Gesundheitsamt, zweimal verzögerte. Eine Chance für St. Ingbert ? Es war gar nicht so unwahrscheinlich, dass für diese 800 betroffenen Studenten die Lösung "Ludwigschule und Karlsbergsaal" hätte heißen können. Knackpunkte waren hier das Herstellen der Barrierefreiheit, da vier Studenten dieser Fakultät auf den Rollstuhl angewiesen sind, und die Brandschutzvorgaben. "Kaum irgendwo anders gibt es so strenge Vorgaben für den Brandschutz wie bei studentischen Einrichtungen", sagt Katja Jung, die Pressesprecherin der HTW.

Als der Karlsbergsaal bereits zwei Wochen vor Ferienbeginn verwaist war, kam das dem HTW-Ende in St. Ingbert gleich. Als am Dienstag ein Umzugsunternehmen die Bestuhlung über einen außen angebrachten Fahrstuhl von den höher gelegenen Stockwerken ins Foyer brachte und für den Abtransport vorbereitete, schien sich das Gerücht vom Aus zu bestätigen.

"Wann die Sozialwissenschaftler das Hochhaus beziehen, steht zwar noch in den Sternen", so Katja Jung, "doch nun darf man offen sagen, dass das Land den vorläufigen Standort Rastpfuhl für eine weitere Anmietung favorisiert."

Für die Studenten sei alles in der Schwebe und die "Situation vertrackt", wie die Pressesprecherin sagt. "Wir haben uns in St. Ingbert sehr wohl gefühlt, die Verkehrsanbindung ist gut und die Studenten waren schnell in der Stadt", so Jung, "als wir uns nach Räumlichkeiten umschauten, hat mir Oberbürgermeister Hans Wagner persönlich die Örtlichkeiten gezeigt. Hier waren wir willkommen und würden gern wiederkommen. Hier haben wir uns das erste Mal wertgeschätzt gefühlt. Ohne St. Ingbert hätten wir das alles nicht geschafft." Kein Zweifel also, dass St. Ingbert die erste Wahl wäre, wenn es neue Auslagerungen von Studenten gibt. Ebenso steht fest, dass die Ingenieurwissenschaften, die sich in Kirkel ins Gespräch gebracht haben, hier keine Heimat finden. Zu wenig Platz für Labore und notwendige Ausrüstung.

Man hätte schon mit St. Ingbert als Standort für die sozialwissenschaftliche Fakultät geliebäugelt. "Das schien schnell realisierbar, doch wir hätten nur für fünf Jahre einen Mietvertrag unterschreiben können", sagt Katja Jung. Die Stadt hätte aber bei dem Umbau-Aufwand wahrscheinlich auf zehn Jahren bestanden, so ihre Vermutung. War die Stadt hier unflexibel oder kam gar zu spät mit einem Angebot? "Nein", heißt es von Seiten der HTW, ein Angebot ist eingegangen, doch Dreh- und Angelpunkt war bis zuletzt das Hochhaus am Rastpfuhl.

"Wir bemühen uns, die Ludwigschule zu ertüchtigen und wären gern weiter Gastgeber, egal für welche Fakultät", so St. Ingberts Pressesprecher Peter Gaschott. Es könnte sich lohnen am Ball zu bleiben, wenn man Katja Jung hört: "Ich würde gar nichts mehr ausschließen." Und vielleicht wird ja St. Ingbert doch noch Studentenstadt.