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Hilfe für Kinder aus Sucht-Familien

Sucht in der Familie: Zu diesem Themenkomplex lädt der Saarpfalz-Kreis für diese Woche zu einer Fachtagung ins Landratsamt ein. Foto: Becker & Bredel/SZ
Sucht in der Familie: Zu diesem Themenkomplex lädt der Saarpfalz-Kreis für diese Woche zu einer Fachtagung ins Landratsamt ein. Foto: Becker & Bredel/SZ FOTO: Becker & Bredel/SZ
Saarpfalz-Kreis. Rund 3500 Jungen und Mädchen im Saarpfalz-Kreis wachsen mit mindestens einem suchtkranken Elternteil auf. red

Zu der Frage "Was brauchen Kinder aus suchtbelasteten Familien ?" tauschen sich am Mittwoch, 15. Februar, Fachleute aus verschiedenen Disziplinen im Forum des Saarpfalz-Kreises in Homburg aus.



Der Fachtag findet während der bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien statt, in der auf die Situation der betroffenen Kinder durch gebündelte Aktionen aufmerksam gemacht werden soll, teilt die Kreisverwaltung mit.

Bei den Kindern von alkoholkranken oder drogenabhängigen Eltern handelt es sich nicht um eine Randgruppe: Ungefähr 17 Prozent aller Kinder in Deutschland (zirka 2,65 Millionen) sind direkt von Suchtproblemen in der Familie betroffen oder haben Berührung damit.

Durchschnittlich wächst somit jedes sechste Kind, im Saarpfalz-Kreis also etwa 3500 Kinder, mit mindestens einem suchtkranken Elternteil auf, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Für den Fachtag, organisiert vom Arbeitskreis "Gemeindenahe Suchtprävention im Saarpfalz-Kreis", konnte als Referent Professor Michael Klein gewonnen werden. Er forscht seit vielen Jahren an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen zu den Auswirkungen der elterlichen Suchterkrankung auf die Entwicklung der Kinder. Diese entwickeln häufig psychische oder soziale Störungen und tragen eine Reihe weiterer gravierender Gesundheitsrisiken. Kinder suchtbelasteter Eltern sind die größte bekannte Risikogruppe für eine Suchterkrankung im Erwachsenenalter. Im Mittelpunkt des Fachtages steht daher die Frage, wie die betroffenen Kinder so gestärkt und unterstützt werden können, dass sie sich trotz der schwierigen familiären Verhältnisse möglichst unbeschadet entwickeln.

In Workshops werden Projekte vorgestellt, die verdeutlichen, dass Hilfe auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen kann und muss: auf der Ebene der Kinder, der Eltern sowie der Fachkräfte in Jugend- und Suchthilfe.

Akteure des Arbeitskreises "Gemeindenahe Suchtprävention im Saarpfalz-Kreis" sind das Caritas-Zentrum Saarpfalz, "Praesent", Fachstelle für Suchtvorbeugung und -beratung (Arbeiterwohlfahrt SPN), Schoolworker und Jugendpfleger des Saarpfalz-Kreises, psychologische Beratungsstelle des Saarpfalz-Kreises, der Soziale Dienst des Gesundheitsamtes und das Amt für soziale Angelegenheiten des Saarpfalz-Kreises. Die Veranstaltung findet mit Unterstützung des saarländischen Sozialministeriums und des Landesinstituts für präventives Handeln statt.

Nähere Informationen zum Fachtag finden Interessierte auf der Homepage des Saarpfalz-Kreises oder sie können sich an Annette Blug, Sozialer Dienst des Gesundheitsamtes unter der Telefonnummer (0 68 41) 1 04 83 16 oder auch per E-Mail an annette.blug@ saarpfalz-kreis.de, wenden. www.saarpfalz-kreis.de