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Herkulesheiligtum, Chorgestühl und romanische Dorfkirche

St Ingbert. Architekt Hans-Günter Marschall begleitet die nächste Tagesfahrt der KEB Saarpfalz. Sie führt an den Westrand der Vogesen. Auf dem Besichtigungsprogramm stehen St. Dié, Champ-le-Duc, Etival und Clairfontaine. bea

Die Katholische Erwachsenenbildung Saarpfalz (KEB) lädt am Samstag, 18. April, zur Tagesfahrt "St. Dié, Champ-le-Duc, Etival, Clairfontaine" mit Baudirektor und Architekt Hans-Günter Marschall ein. Eine Fahrt an den Westrand der Vogesen ist schon deshalb ein Erlebnis, weil diese Landschaft abseits aller Reisewege liegt.

Die KEB hat schon mehrfach Tagesfahrten in diese besondere Kulturlandschaft unternommen. Dabei war und ist das Problem, dass immer große Strecken zu bewältigen sind. Für die Besuche der Ziele ist die Zeit dadurch begrenzt, so dass immer nur wenig Zeit für die Besichtigungen bleibt und dadurch immer nur Teilbereiche behandelt werden. Bei der diesjährigen Fahrt sollen die Lücken, die bei den vorangegangen Fahrten offen blieben, wenigstens teilweise geschlossen werden. Das erste Ziel ist St. Dié. Die Kathedrale von St. Dié hat, neben der Architektur, eine besondere Geschichte: die Diözese von St. Dié ist eine der wenigen, die nicht im Mittelalter entstanden sind. Das ursprünglich hier vorhandene Kloster wurde 1625 in ein Stift und 1777 in ein Bistum umgewandelt. Dies hing damit zusammen, dass die "trois évechées" Metz, Toul und Verdun Suffraganbistum vom Erzbistum Trier waren. Die französische Zentralverwaltung wollte das nicht mehr hinnehmen. Nach 1802 aber wurde der Bischofssitz nach Nancy verlegt. In Champ-le-Duc befindet sich eine romanische Dorfkirche, die nach der Legende Karl der Große errichten ließ, zum Andenken an die Wiederauffindung seines Sohnes Karl nach einer Jagd. Ein Kapitel zeigt einen Reiter bei der Jagd. Von drei große Abteien , die einen wesentlichen Beitrag zur Kulturgeschichte des Landes beitrugen, sind die Kirchen erhalten und dienen heute als (viel zu große) Pfarrkirchen.

St. Hydulphe ist gut erhalten



Moyenmoutier - die Abtei ist der bedeutendste monastische Bartockbau der Vogesen . Die in die Klosteranlage eingebundene Fabrik lässt den ursprünglichen Zusammenhang der Gebäude nur schwer erkennen. Die barocke Abteikirche St.-Hydulphe mit ausladendem Querschiff ist im Wesentlichen erhalten. Das prachtvolle Chorgestühl wurde von der alten Kirche komplett übernommen. Senones, die ehemalige Benediktinerabtei wurde 661 gegründet, die Abteikirche St. Gondelbert wurde um 1154 erbaut und im 18. Jahrhundert durch einen Neubau ersetzt, dabei wurden Teile des Vorgängerbaues wiederverwendet. Ètival-Clairfontaine, von dem im siebten Jahrhundert gegründeten Kloster sind die ehemalige Abteikirche Notre-Dame und Teile des Kreuzganges erhalten. Die barocke Doppelturmfassade blieb unvollendet, die Basilika im gebundenen System umfasst vier Joche. In Deneuvre wurde vor wenigen Jahren das umfangreichste Herkulesheiligtum des römischen Imperiums entdeckt. Die zahlreichen Funde sind in einem neuen, bestens ausgestatteten Museum zu bewundern.

Wie immer gibt es bei einem gemeinsamen Mittagessen für die Teilnehmer die Gelegenheit, das Gesehene zu verinnerlichen. Die Kosten betragen 92 Euro (inklusive Fahrt, Eintritte, Führungen und Mittagessen ).

Anmeldung bei der KEB, Tel. (0 68 94) 9 63 05 16 oder E-Mail: kebsaarpfalz@aol.com