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Kolumne Unsere Woche
Hat der Ortsrat kein Interesse am Zaun?

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Das größte Interesse an einem Ballfangzaun zwischen Sportplatz und Anwohnern sollte in Hassel eigentlich der Ortsrat haben – zeigt es aber irgendwie nicht. Ein Schnellschuss? Zu teuer? Unverhältnismäßig?

Ganz ehrlich: Ich kann beide Seiten verstehen. Zumindest konnte ich das. Bis die Stadt ihre Zusage erteilt hat, einen Ballfangzaun zu errichten.



Auf der einen Seite die Anwohnerin, die Angst vor den plötzlich und unerwartet heranfliegenden Bällen hat. Angst um die Gesundheit ihrer Familie und vorne weg die ihres Kindes. Dass sie damit nicht alleine da steht, spielt aber erstmal eine untergeordnete Rolle. Wer kann das nicht verstehen?

Und auf der anderen Seite natürlich der Verein, der, seit dem Bau des Kunstrasenplatzes, regelrecht boomt und dem Trend des Vereinssterbens die nackte Schulter zeigt. Drei Herren-, sieben Jugendmannschaften und andere Vereine, die sich auf dem Platz eingemietet haben. Bei so viel Betrieb muss auch mal quer über das Spielfeld trainiert werden. Aber da ist wieder Leben auf dem Platz.

Man hätte also durchaus davon ausgehen können, dass sich die Situation mit der Zusage, einen Ballfangzaun zu errichten, entschärft. Die Fußballer können in Ruhe trainieren und die Anwohner müssen nicht ständig Angst haben, von einem Ball getroffen zu werden.

Der Stadtverwaltung in St. Ingbert ist eine friedliche Lösung zwischen Verein und Anwohnern des Sportplatzes die Investition von 17 000 Euro in einen Ballfangzaun wert. Damit der Verein sich entwicklen kann, die Wohnqualität im Umfeld aber nicht zu sehr leidet. Und der Ortsrat? Ein „Schnellschuss“? Wo die Anwohnerin doch schon seit Jahren für eine solche Lösung kämpft und lange nicht ernst genommen wurde. „Zu teuer“, „unverhältnismäßig“? Lieber eine Flutlichtanlage? Sind das die Interessen des Vereins oder des Ortsrates? Gerade dieser sollte doch das größte Interesse an einem friedlichen Miteinander in Hassel haben – und auch zeigen.