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Gülhan Efkar zeigt bunte Malerei auf Marmorpapier in Saarbrücken

Saarbrücken/St Ingbert. Welche Kunstwerke sich aus türkischem Marmorpapier schaffen lassen, zeigt zurzeit Gülhan Efkar aus St. Ingbert bei der VHS in Saarbrücken. Zur Eröffnung ihrer Ausstellung kamen zwei Menschen, die sie inspiriert haben. nba

Man kennt das marmorierte Papier - Ebru genannt - von hochwertigen Buch- oder Hefteinbänden. Die bunten, sich wiederholenden Muster der Ebru, die an Wellen, Tropfen oder Schlieren erinnern, sind äußerst dekorativ. Zurzeit wird im Flur des VHS-Zentrums am Schlossplatz eine Ausstellung der aus der Türkei stammenden Marmorpapiere gezeigt. Die marmorierten Papierbögen sind an sich schon sehenswert, aber was im VHS-Zentrum gezeigt wird, sind richtige, kleine Kunstwerke . Kein Wunder, denn sie stammen von drei anerkannten Ebru-Meistern. Zu dieser Ausstellung hat Gülhan Efkar, Ebru-Künstlerin aus St. Ingbert , die bereits seit 2009 Ebru-Kurse an der VHS leitet, ihre beiden renommierten Lehrmeister, Mehmet Kileci aus Rotterdam und Gülay Gültekin aus der Türkei , eingeladen. Gülay Gültekin nutzt die Ebru nach Vollendung weiter. Sie schneidet aus ihnen Muster heraus und erschafft so wunderbare, zarte Scherenschnitte. Mehmet Kileci dagegen gelingt es, Tulpen und andere Blumen in dem Wasserbad zu erschaffen, die er auf das Blatt abzieht. Für Gülhan Efkar ist mit der von ihr organisierten Ausstellung ein Wunsch in Erfüllung gegangen. "Ich bin so froh, hier die Arbeiten zusammen mit meinen Lehrmeistern zeigen zu können", erklärte sie während der Ausstellungseröffnung am Freitagabend. Da auch sie die Kunst der Ebru-Herstellung mittlerweile meisterlich beherrscht, wurde sie von ihren Lehrern mit einer Urkunde ebenfalls zur Meisterin ernannt. Das ist eine Tradition der Ebru-Kunst, die in der Türkei bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Gülhan Efkar war glücklich und gerührt, aber ihr lag noch etwas am Herzen. "Die Herstellung der Ebru ist nicht nur ein wunderbares Kunsthandwerk. Meine Kurse besuchen meist Frauen, mit und ohne Kopftuch. Und sie arbeiten miteinander, reden miteinander und freunden sich an. So sind Ebru auch ein Instrument der Kommunikation und der Integration", sagte die frisch ernannte Meisterin.

Die Ausstellung ist noch bis zum 21. März im VHS-Zentrum zu sehen.