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Oldtimertreffen in St. Ingbert
Große Bühne für Oldtimer in St. Ingbert

In der St. Ingberter Fußgängerzone wurden die Oldtimer am Samstag vor dem Start ausgestellt.
In der St. Ingberter Fußgängerzone wurden die Oldtimer am Samstag vor dem Start ausgestellt. FOTO: Jörg Martin
St. Ingbert. Beim Treffen für Fans der betagten Autos in der Kaiserstraße gab es viel zu bestaunen, auch ging es auf Rundfahrt.

„Mit diesem Auto hat man keine Parkplatzsorgen“, scherzte Thomas Debrand am Samstagvormittag zum Fahrer des Fiats. Der Mann am Steuer des kleinen, roten Flitzers nahm die Spitze des städtischen Wirtschaftsförderers, der den Start des 33. Oldtimertreffens in der Kaiserstraße nahe der Stadtbücherei moderierte, mit Humor. Apropos Rot: Die Farbe war vorgestern in der Innenstadt mehr als oft an den betagten Autos vorzufinden. Auch der erste Starter, das Fiat-Cabrio 2000 Pininfarina der St. Ingberterin Sandra Derschang – von ihr liebevoll „Luigi“ genannt – ist in dieser Farbe lackiert.


78 Teilnehmer, einige mehr als 2017, nahmen dieses Mal an der Rallye durch die Biosphäre teil. Die Raritäten, die mindestens 30 Jahre alt sein mussten, passierten zuerst den Start, wo sie von Schirmherr Kalfried Konrad, der die schwarz-weiße Flagge schwenkte, auf die Reise durch die Biosphäre geschickt wurden. Durch den autofreien Teil der Ludwigstraße ging es über Hassel durch Blieskastel in die Parr. In Brenschelbach überquerten die Fahrer der Pkw, Transporter und Motorräder die Grenze nach Frankreich, steuerten dann das deutsche Hornbach an, ehe sie über Einöd und Kirkel wieder am Nachmittag zurückkehrten.

Zu Beginn schauten manche Anwohner aus den oberen Stockwerken der umliegenden Häuser gespannt zu. Am Rande der Fahrspur in der Fußgängerzone spielten sich dabei nicht gerade selten so genannte „Benzingespräche“ ab. Das sind Fachsimpeleien unter Oldtimerfans. Da wurde nicht gerade selten über die Klänge von Autos diskutiert. Angesichts von über sieben Liter Hubraum etwa des Dogde Charger R/T war nicht nur der Sound beeindruckend, sondern auch die Lautstärke beim Beschleunigen. Beeindruckend war auch, wie manche Leute an der Veranstaltung teilnahmen. Den Mercedes-Benz 250 D aus dem Jahr 1986 bezeichnete Thomas Debrand als „Vier-Generationen-Auto“, weil von Hilde Bert (92) aus Eschringen bis zum Ur-Enkel alle Altersstufen der Familie vertreten waren. Der eine oder andere Oldtimer-Fahrer passte sein Outfit dem Zeitgeist des Autobaujahres an. Das sorgte für eine Wirkung wie im Kinofilm. „Ach, das sind die Autos aus meiner Jugend“, schwärmte Adolf Kempf aus Homburg über den Audi 80 und den Ford Escort. „Papa, die Autos stinken aber ganz schön“, meinte eine Fünfjährige aus Saarbrücken zu ihrem Vater. „Das war damals bei allen ganz normal. Heute ist das anders“, klärte der 50-Jährige die Tochter auf. Auch manche Besucher hatten sich was einfallen lassen. Ein Paar warf sich gar richtig in Schale. Er im dunklen Anzug und sie im schwarz-roten Petticoat.