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Geschichtsunterricht beim fünften Kahlenbergfest

Roland Wagner stellte den Premierengästen die Besonderheiten des Rundwanderweges vor. Foto: Oliver Bergmann
Roland Wagner stellte den Premierengästen die Besonderheiten des Rundwanderweges vor. Foto: Oliver Bergmann FOTO: Oliver Bergmann
Rohrbach. 734 Tage mussten die Rohrbacher warten, ehe sie wieder auf ihrem Hausberg feiern durften. Die Kahlenbergfreunde luden nach zwei Jahren zum fünften Kahlenbergfest ein – und das ließ sich das Volk nicht zweimal sagen. obe

Mit einem knappen, aber überzeugenden "Ja" beantwortete Roland Weber, der zweite Vorsitzende der Kahlenbergfreunde, am späten Samstagabend die Frage, ob er mit dem bisherigen Fest zufrieden sei. Und gefragt, ob er dennoch einen Wunsch hätte, antwortete Weber: "Der Wunsch ist, dass uns das vorhergesagte Gewitter nicht überrascht." Einem Mann, dessen einzige Sorge das Wetter ist, fehlt wirklich nicht mehr viel zur vollkommenen Zufriedenheit. Zwischen 600 und 800 Besucher in der Spitze strömten laut Veranstalter allein am Samstagabend auf das Dach Rohrbachs. Mit dem Auftritt von Georg Dusemonds Band Cooter Brown haben die vielen Hundert Besucher einen Höhepunkt genossen. Leidenschaftlich präsentierten die vier Männer Klassiker der Rock- und Pop-Geschichte. Mit dem im Februar 1992 veröffentlichten Ohrwurm "Weather with you" von Crowded House startete Cooter Brown vergleichsweise aktuell und ruhig.

Im Repertoire befanden sich mit Peter Gabriels "Sulsbury Hill” oder Pink Floyds "Another brick in the Wall" weitere Hits, die zwar häufig zu solchen Anlässen gespielt werden, aber solange sie beim Publikum ankommen, hat Cooter Brown alles richtig gemacht. Auch Kenny Loggins stand auf der Playlist - und zwar endlich einmal nicht mit "Footlose", sondern mit "Welcome to Heartlight", einer Platte, die auch schon 30 Jahre auf dem Buckel hat, aber aus unerfindlichen Gründen in der Versenkung verschwunden ist.

Auf der anderen Seite schlug am Samstag die Stunde null: Der Pfarrer i.R., Georg Dahl, segnete am den neuen Rundwanderweg, den die Kahlenbergfreunde im Rahmen ihres Festes eröffneten. Auf ihm dürften nicht nur die Herzen der Wanderer höher schlagen. Goldrichtig ist hier auch, wer Interesse für die Geschichte des Kahlenberges mitbringt. Eine etwa 30-köpfige Gruppe schloss sich dem Premieren-Rundgang an und ließ sich von Roland Wagner und Heimatkundler Friedrich Miller mit den Begebenheiten der Vergangenheit füttern. Vieles steht aber auch auf den zahlreichen Informationstafeln. Sie stehen exakt dort, wo früher Steine gebrochen oder Trinkwasser gespeichert wurde. Zahlreiche Firmen, private Gönner, aber auch die Stadt St. Ingbert, Schulen und Messdiener haben gemeinsam mit den Kahlenbergfreunden den Rundwanderweg realisiert. Ein Beispiel, das Schule macht, hofft Roland Weber: "Nur wenn alle zusammenarbeiten, schafft man es."

Am Sonntag ging es etwas ruhiger und familiärer zur Sache, aber nicht weniger musikalisch. Das Hermann-Kahlenbach-Ensemble begleitete am Morgen den Gottesdienst von Pfarrer Raymond Rambaud, anschließend spielte der Musikverein Rohrbach zum Frühschoppen. Der Rohrbacher Künstler Peter Schmieden unterhielt am Nachmittag den Nachwuchs mit verschiedenen Aktionen.