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„Geld für Rasenplätze nach Gutsherrenart“

St Ingbert. Adam Schmitt, grüner Beigeordneter der St. Ingberter Stadtverwaltung, scheut die Auseinandersetzung nicht. mbe

Diesmal nimmt er die Fußballplätze in der Region stellvertretend für die Sportstätten im Allgemeinen aufs Korn. In seiner Funktion als grüner Kreisvorsitzender sagt Schmitt: "Den Berichten der Saarbrücker Zeitung ist zu entnehmen, dass der SV Gersheim mit Zuschüssen von Land und Gemeinde bei 6700 Einwohnern den sechsten Rasen- beziehungsweise Kunstrasenplatz für die Gemeinde vorbereitet. Damit kommt in der Gemeinde zukünftig ein Rasenplatz auf 1100 Einwohner. Gersheim setzt damit einen neuen Standard im Saarland."

Angesichts eines Spitzenplatzes von Gersheim bei der kommunalen Verschuldung im Landesvergleich stelle sich für den Kreisvorstand der Grünen die Frage, wie Sportplanungskomission und Kommunalaufsicht beim Innenministerium dieser Entwicklung tatenlos zusehen könnten. Schmitt: "Seit einigen Jahren reden wir über kommunale Schuldenbremse, rückläufige Bevölkerung und interkommunale Zusammenarbeit. Im konkreten Einzelfall der Kommunalpolitik ist das offensichtlich leeres Geschwätz." Die Sportplanungskommission verteile ihr Geld nach Gutsherrenart.

Der Grünenpolitiker fordert deshalb ein interkommunales Sportstätten-Entwicklungskonzept. Das solle nicht nur den Bedarf über die kommunalen, sondern auch über die Landesgrenzen feststellen. Es dürfe nicht nur den traditionellen, sondern möglichst auch neuen Sportarten Rechnung tragen.

Ein Entwicklungskonzept für Sportstätten ist in St. Ingbert schon seit einiger Zeit im Gespräch. So lange das nicht vorliege, sagt Schmitt, gebe es von den Grünen im Stadtrat auch keine Zustimmung für einen neuen Rasenplatz im Stadtteil Oberwürzbach.