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Stadtrat in St. Ingbert
Fußgängerzone soll barrierefrei werden

Der Belag der St. Ingberter Fußgängerzone ist ein Flickenteppich, der zur Stolperfalle werden kann. Deshalb soll er erneuert werden.
Der Belag der St. Ingberter Fußgängerzone ist ein Flickenteppich, der zur Stolperfalle werden kann. Deshalb soll er erneuert werden. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Die Kaiserstraße bekommt einen neuen Belag. Integriert werden soll eine Trasse für Rollifahrer und Sehgeschädigte. Von Cornelia Jung

Bereits im Frühjahr war die Plaung für die Sanierung der Fahrbahn in der St. Ingberter Fußgängerzone an ein Ingenieurbüro vergeben worden. Doch bisher hat sich in der zentralen Innenstadtlage nichts getan. Im Gegenteil – einzelne Pflastersteine lockerten sich, andere brachen heraus und auch die Fugen sind zum Teil ausgewaschen, so dass die Steine keinen Halt mehr finden. Das Ergebnis sind Löcher und unzählige Reparaturflicken. An einer Stelle wurde heller Beton verarbeitet, an einer anderen die Fehlstellen mit Asphalt aufgefüllt. Dies sieht nicht nur unschön aus, sondern kann zur Stolperfalle werden. Grund genug, hier nicht nur kleinräumig nachzubessern, sondern den kompletten Bereich auch aus Sicherheitsgründen zu sanieren.


Roland Körner (Familien-Partei) richtete deshalb für die jüngste Sitzung des Ausschusses für Baumanagement an die Verwaltung die Frage, wie der Stand der Planungen sei und wann die Stadt gedenke, diese auszuführen. In dem Ausschuss stellte Frank Model, Abteilung Straßen und Verkehr, die Vorplanungen vor, die rund ein Drittel der gesamten Fußgängerzone von der Alten Kirche bis zur Polizei beträfen. Dort solle die Fahrbahn, die jetzt mit Pflastersteinen aus Porphyr gestaltet ist, erneuert werden. Dafür wurde das Ingenieurbüro WSV aus Saarbrücken mit der Erstellung einer Vorplanung beauftragt.

Diese berücksichtigt gleichzeitig die Anlage einer barrierefreien Trasse für mobilitätseingeschränkte Menschen. Nachdem die notwendigen Grundlagen wie Bestandsvermessung, Abfrage der Kabelleitungsträger Stadtwerke und Eigenbetrieb Abwasser erfolgt waren, wurden vom Planungsbüro mehrere Varianten untersucht, die zum einen die Lage des barrierefreien „Korridors“ und zum anderen die Wahl des Steinmaterials betraf.



Der jetzige Belag habe sich als ungeeignet für die Verwendung im Fahrbahnbereich erwiesen. Man habe gesehen, dass der Porphyr durch die Belastung der Autoräder zerstört wurde. Ständig muss nachgebessert werden, was einen hohen Unterhaltungsaufwand bedeute. Deshalb plädieren die Planer für den Materialwechsel hin zum Granit, der in sich stabiler sei, wovon man sich weniger Probleme erhofft.

Bei der ersten diskutierten Variante war ein zwei Meter breiter, erschütterungsarmer, berollbarer Korridor mit den Rippenplatten für die Orientierung von Sehbehinderte am rechten Fahrbahnrand positioniert worden. Hier könne es aber wegen der Außenbestuhlung beziehungsweise der Nutzung der Fläche für Auslagen der Gewerbetreibenden zu Interessenkonflikten kommen. Außerdem stellten die Bäume in diesem Bereich ein Hindernis dar. Somit bevorzuge man Variante zwei und somit die mittige Ausrichtung der barrierefreien Trasse auf der Fahrbahn. Wie Frank Model sagte, werde der neue Bereich mit Dehnungsfugen zu den Seiten versehen. Eine lose Verfugung der Steine schloss er aus. „Wenn wir das so machen würden, dann muss die Straße eine Weile ,liegen‘. Aber das geht nicht, denn wir müssen sie gleich wieder bespielen“, sagte er im Ausschuss.

Wolfgang Weisgerber (Die Unabhängigen) sprach die Bitte aus, bei der Materialauswahl auf eine Zertifizierung zu achten, um sicherzustellen, dass es nicht durch Kinderarbeit oder schlechte Arbeitsbedingungen „belastet“ sei. „Wenn die Finanzierung steht, kann dann der Zeitplan gehalten werden?“, wollte Albrecht Hauck (Familienpartei) wissen. Frank Model bejahte das. Demnach werde die Planung und Ausschreibung im Frühjahr nächsten Jahres erfolgen, der Baubeginn dann Mitte 2019. Das Ende der Arbeiten wurde mit spätestens Anfang 2020 angegeben. Da man sich mit der Baumaßnahme im Fahrbahnbereich bewege, würden auf die Bürger keine Straßenausbaugebühren zukommen.