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Leserhinweis
Fremder Müll in der eigenen Tonne

Mit abschließbaren Mülltonnen kann man sich vor in der eigenen Tonne entsorgtem Fremdmüll schützen.
Mit abschließbaren Mülltonnen kann man sich vor in der eigenen Tonne entsorgtem Fremdmüll schützen. FOTO: Selina Summer
Rohrbach. Eine Leser-Reporterin aus Rohrbach ärgert sich über dreiste Abfallentsorgung.

Mal wieder ist der Mülleimer an der Bushaltestelle Kirchhofstraße in Rohrbach überfüllt. Leider kein seltenes Bild, sehr zum Ärger der Anwohner — auch für Leser-Reporterin Gabriele Koch. Dabei werden die Behälter vom Bauhof zwei Mal pro Woche geleert. Aber kaum ist das passiert, werden sie erneut mit Hausmüll voll gestopft. Kein Einzelfall, wie Jürgen Bernhard vom Baubetriebshof weiß. „Wir tun, was wir können, aber ohne Beweise kann man natürlich keinen Täter ausfindig machen. Leider ist die Haltestelle in Rohrbach nicht die einzige Stelle, an der das passiert.“



Den Mitarbeitern der Stadt bleibt nichts anderes übrig, als den Dreck so oft wie möglich zu entfernen. „Es müssten höhere Strafen in der Stadtreinigungssatzung für diese illegale Art der Entsorgung festgelegt werden“, findet Bernhard. Er verstehe nicht, weshalb die Leute so etwas überhaupt tun. Was nicht in Papier-, Bio- und Restmülltonnen oder dem gelben Sack beziehungsweise den Altglascontainern zu entsorgen sei, könnten die Leute schließlich zum Wertstoffhof bringen. „Es ist nicht notwendig, Müll in öffentlichen Anlagen oder dem Wald zu entsorgen.“

Eine Möglichkeit bestünde darin, den Mülleinwurf zu verkleinern. Das würde auch Vögel davon abhalten, in den Behältern nach Essensresten zu suchen. Ein Kontrapunkt hingegen bliebe die erschwerte Nutzung, die sich daraus ergebe. Etwa für ältere Menschen oder jemanden mit körperlicher Beeinträchtigung, so Bernhard.

Gabriele Koch, die ihr Elternhaus unweit der Haltestelle Kirchhofstraße in der Spieser Straße in Rohrbach vermietet, weiß noch mehr zu berichten. Denn was für die öffentlichen Behälter zählt, gilt auch für die Tonnen der Anwohner. Besonders wenn diese zur Abholung bereitgestellt werden, landet auch darin immer wieder fremder Hausmüll. Viele der Tonnen sind nicht abschließbar, oder würden, falls doch, aufgebrochen, erzählt Koch. Besonders seit dem Engpass der gelben Säcke mehre sich das Phänomen, dass Verpackungen in fremden und öffentlichen Abfallkörben entsorgt werden. „Jetzt nach Weihnachten mit dem vielen Geschenkpapier könnte es zu einer neuen Müllwelle kommen“, befürchtet sie.

Die Mitarbeiter der Stadt unternehmen dagegen soviel sie können, aber die Möglichkeiten bleiben begrenzt. Wer sich ein Schloss an seine Mülltonne montieren lassen möchte, kann dies beim ABBS St. Ingbert beantragen. Dabei zahlt man für das Schloss und den Einbau jeweils 20 Euro.

Mit den Schlössern sei zumindest ein gewisser Schutz gegen die unerwünschte Tonnenbefüllung gewährleistet. Denn auf die meist heimlichen Müllentsorger habe die verriegelte Tonne eine abschreckende Wirkung. Alleine weil es länger dauern würde sie zu öffnen und somit die Gefahr steigt, bei der Tat erwischt zu werden.

Den Tipp zu diesem Artikel erhielten wir von Leser-Reporterin Gabriele Koch. Wenn auch Sie als Leser-Reporter Interessantes zu erzählen haben, hinterlassen Sie eine Sprachnachricht unter Tel. (0681) 5 95 98 00, mailen Sie an leser-reporter@sol.de oder nutzen Sie das Formular: www.saarbruecker-zeitung.de/leserreporter.

Die Anwohner in der Nähe dieser Haltestelle in Rohrbach haben regelmäßig Probleme mit großen Mengen Hausmüll in dem öffentlichen Abfalleimer.
Die Anwohner in der Nähe dieser Haltestelle in Rohrbach haben regelmäßig Probleme mit großen Mengen Hausmüll in dem öffentlichen Abfalleimer. FOTO: Selina Summer