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Ausstellung
Abstraktes mit subtilen Farbnuancen

Andrea Armbrüster vor einigen der Aufnahmen, die in der Rathausgalerie in St. Ingbert zu sehen sind.
Andrea Armbrüster vor einigen der Aufnahmen, die in der Rathausgalerie in St. Ingbert zu sehen sind. FOTO: Brigitte Quack
St. Ingbert. Die Blieskasteler Fotokünstlerin Andrea Armbrüster zeigt ausgewählte Fotografien in der St. Ingberter Rathausgalerie.

Mit der üblichen, uns bestens vertrauten Fotografie haben die in der St.Ingberter Rathausgalerie ausgestellten Fotos von Andrea Armbrüster reichlich wenig zu tun. Wer hier mit erkennbaren Abbildern der uns umgebenden Realität rechnet, wird enttäuscht sein. Doch wer sich für abstrakte Fotografie interessiert, der wird eine wahre Goldgrube entdecken. Die Blieskasteler Fotokünstlerin zeigt 30 Aufnahmen aus den letzten vier Jahren, in denen die Motive wenn überhaupt, dann nur vage erkennbar sind.


Die Bandbreite ist groß und reicht von Aufnahmen einer großen Halle mit wenigen Menschen aus einer äußerst ungewöhnlichen Perspektive bis zu Farbflächen-Aufnahmen mit subtilen Farbnuancen, die eine Ahnung von Räumlichkeit vermitteln. Dazwischen finden sich Fotografien, in denen gestochen scharfe Bildpartien in unscharfer Umgebung den Betrachter vor die gleiche Frage wie fast alle gezeigten Aufnahmen stellen: Was ist das? Ist das ein Strandbild mit dem Titel „Glimpse 1“? Auch wenn die Farben es vermuten lassen, wirkt diese Ansicht seltsam irritierend und gleichzeitig auch faszinierend. Und dann das Bild „Glimpse 2“ daneben? Die Farben sind die gleichen – nur, dass sich hier ein balkenartiges, senkrechtes Element ins Bildfeld geschoben hat. Das wiederum ist mit der vermuteten Strandansicht so gar nicht vereinbar. Doch Andrea Armbrüster will nicht mehr verraten als dass es sich bei allen Fotografien um Aufnahmen handelt, die weder mit gezogener Kamera oder Überblendungen gemacht noch mit den bekannten Bildbearbeitungsprogrammen weiter bearbeitet wurden. Und die Titel? „Die sind nicht bindend“, antwortet sie lächelnd und fügt hinzu: „Ich will was in Bewegung setzen.“

Nun gut, unsere Imagination, unser Vorstellungsvermögen wird tatsächlich in Gang gebracht, wenn man sich ihre Fotografien in Ruhe betrachtet. Wenn man die Suche nach den Brücken zu unserer Realität aufgibt und sich den abgebildeten Formen und Farben vorurteilsfrei widmet. Dann kommen eigene Gedanken und Assoziationen in Gang, die durch die malerisch wirkende Abstraktion dieser Aufnahmen frei gesetzt werden. Dann teilt sich in der Reduktion wohl auch etwas davon mit, was sie als den „signifikanten Charakter der Situation und somit des Motivs“ bezeichnet. Eine Stimmung, ein Gefühl, ein subtiler atmosphärisch geprägter Eindruck, über den sie vielleicht mehr bei der Führung am 18. Oktober verraten wird.



„Anderes Sehen“ – Andrea Armbrüster. Bis zum 19. Oktober. Rathausgalerie St.Ingbert, Am Markt 12, montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr. Am 18. Oktober um 17 Uhr findet eine von Andrea Fischer moderierte Führung durch die Ausstellung mit Andrea Armbrüster statt.